Crossdrinking: Als Ernte-”Helfer” bei Numanthia
Toro – das heißt erst seit wenigen Jahren und nicht für besonders viele Winzer in dem kleinen Gebiet, den Stier bei den Hörnern packen. Von bolidenhaften Weinen ist im Zusammenhang mit Toro oft die Rede. Das ist nicht ganz verkehrt, denn die Ausgangsbedingungen sind wie gemacht für bulligen Wein: ausgeprägtes Kontinentalklima auf einer Höhe von gut 700 Metern, karge, sandig-steinige Böden, auf denen hie und da uralt reblausfreie Tinta de Toro Reben stehen, vielfach als bush vines, d.h. ohne Pfahl- oder Drahterziehung, sondern wie pflanzliche Minibrunnen aus der Erde quellend, mit Ärmchen, die sich tentakelartig über den Boden ausstrecken und tagsüber mit ihrem Laub die Frucht vor Sonnenbrand schützen, bzw. empfindliche nächtliche Abkühlung ertragen helfen. Die zylindrisch angeordneten, mittelgroßen Trauben stammen nach überwiegender Auffassung aus der Tempranillo-Familie, zeichnen sich aber durch geringere Säure bei einer Neigung zu höherem Tannin- und Extraktreichtum aus, als ihre Verwandten.
Hallowe’en – Eine Geschichte aus der Champagnergruft. Nach wahren Begebenheiten.
Die Bewohner der Champagne sind ein starker,
kriegerischer, naiver, aber auch boshafter
Menschenschlag, dessen Schwerfälligkeit
und raues Wesen an die germanische
Abstammung erinnern. Bei den übrigen
Franzosen stehen Sie im Ruf der Dummheit.
Meyer’s Großes Konversationslexikon, Leipzig und Wien, 1903
Die Angst und der Champagner
Die 8. Tafelrunde des Klitzekleinen Rings in der Villa Nollen, Traben-Trarbach
Die achte Tafelrunde des KKR fand im Kellergewölbe der Jugendstilvilla Nollen am Moselufer statt. Hundert Gäste mehr als im letzten Jahr hatten sich angemeldet, was im mittleren der drei Gänge zu einem ziemlichen Geschiebe führte und das Probieren nicht erleichterte. Zum Glück war ich vor dem ersten Ansturm da und konnte mich in drei Runden durchkosten. Was aus anderen Gründen nicht ganz einfach war. Denn die Weine des Jahrgangs 2011 sind nicht so explosiv ausgefallen wie die überwiegend bei der letzten Tafelrunde vorgestellten 2010er. Den leiseren Tönen nachzuhängen erfordert mehr Aufmerksamkeit, als sich von hypnotisierender Säure gefangennehmen zu lassen. Bringt man diese Aufmerksamkeit auf, wird man bisweilen belohnt, muss aber auch einige Erfahrungen der herbschönen Art hinnehmen.
Cognac – Einsatz in Düsseldorf (Teil III und Schluss)
Abschließend stelle ich noch zwei gegensätzliche Häuser vor: Traditionserzeuger und Raritätenauktionsplatzhirsch Croizet und den umtriebigen Neuling mit dem Gespür für Trends Francis Abécassis.
VIII. Croizet
Cognac – Einsatz in Düsseldorf (Teil II)
Weiter geht's mit einigen der größeren Erzeuger, manche von ihnen sind in Deutschland bekannt und etabliert, manche nicht.
IV. A. de Fussigny
Eine der älteren Destillerien im Herzen von Cognac und nach eigener Angabe die letzte, die dort noch ihren Brenndienst tut. Destilliert wird mitsamt der Hefen. Das Programm setzt sich aus einer kleinen, Creation genannten Serie von Cuvée-Cognacs und einer an den verschiedenen Crus ausgerichteten Collections-Serie zusammen. Das Design ist modern, mit grellem Orange und einem schlichten Wappenlöwen, ganz gezielt weggerichtet vom verschmockten Großvater-Image des Cognacs. Hier habe ich erstmal nur den Selection und den 25 Jahre alten XO Fine Champagne probiert, der sich weich und ausgewogen, mit Salznote und Wacholder präsentierte.


