Einige Schaumweine dieser Welt
Wer zu den Festtagen partout keinen Champagner servieren kann, will oder sich, horribile dictu, daran sattgetrunken hat, öffnet einfach einen anderen Schäumer. Möglichkeiten gibt es viele, hier sind fünf teilweise etwas ausgefallene Vorschläge:
1. Weingut Im Zwölberich Pinot Noir Brut 2003
Spätburgunder-Rotsekt, Barriqueausbau. Sehr dunkel, optisch in der Nähe von sparkling Shiraz. In der Nase deutlich burgundische Noten und im Mund hat er was von gut gelungenem Frühburgunder, bei dem das Prickeln zunächst irritiert. Noch bevor ich mich dran gewöhnt hatte, war ich von dem Sekt schon satt. Vielesser können sich sowas gern im Sommer zur BBQ-/Cajun-Küche öffnen.
Schlosshotel Hugenpoet: tour de plaisir mit Künstler, Salwey, Knipser et al.
Im Essener Schlosshotel Hugenpoet, wo die besternte Frau Bergheim in gediegenstem Ambiente kocht und eine Übernachtung zwar nicht billig, aber schön ist, habe ich mir einige aktuelle Kreszenzen zu Gemüte geführt. Die beiden jeweils favorisierten Weine der einzelnen Winzer stelle ich im Folgenden kurz vor.
I. Künstler
Künstler einmal in trocken und einmal in süß, jeweils aus der jetzt schon ihre Langlebigkeit ankündigenden Hölle:
1. Hochheimer Hölle Riesling trocken Erstes Gewächs 2010
Vieux Château Certan 1920 – 2008
Im hallenartigen, einst passend besternten und nun wieder unter ambitionierter Führung operierenden Bochumer Stadtparkrestaurant zeigte das Vieux Château Certan, was es kann.
I.1 Knoll Loibner Grüner Veltliner Ried Loibenberg Smaragd 2006
Butter, hitziger Alkohol und weiches Pfefferl geben einen etwas breiten Wein, der durch mineralische Noten, Kräuter wie Thymian und Salbei, milde Säure und eine aparte Frucht dennoch mühelos zusammengehalten wird.
I.2 Feteasca, Abfüller Ludwig Gräf, Plauen, 1961
Wein aus der Sowjetunion. Kostete damals stolze 7,50 DM – also ca. ein Drittel dessen, was man für die Erstklassifizierten aus Bordeaux hinblättern musste. Schmeckt heute wie mal gut gewesener, leider jetzt ummer Burgunder.
Lockerungsübungen 1947 – 2009
Am Vorabend zur Vieux Château Certan Probe gab es zur Einstimmung und weil sie irgendwer ja sowieso würde trinken müssen, die folgenden Auflockerungs-Weine:
I. Muré Vin d'Alsace Riesling Grand Cru Vorbourg Clos St. Landelin 1985
Buttrig mit leichter Bitternote, noch trinkbar aber kein Mordsvergnügen war der Elsässer aus Rouffach.
II. Freiherr Langwerth von Simmern Hattenheimer Mannberg Kabinett trocken 1991
Frischsäuerlich, mit pektiniger Apfeligkeit, hinterließ der Mannberg einen glatten Gaumen, für trockenen Kabinett dieses Alters keine schlechte Leistung.
III. Jacques Lassaigne Blanc de Blancs Montgueux "Le Cotet"

