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besserat de bellefon

Bruno Paillard: Jahrgangschampagner-Auswahl 1989 – 2002

ist eine der feststehenden Größen der Champagne, auch wenn seine Champagner in Deutschland namentlich noch immer nicht so bekannt zu sein scheinen. Dabei leistet er vom crèmigen Standardbrut bis zum bombastischen N.P.U. seit Beginn seiner Erzeugertätigkeit mit der Beständigkeit einer planetarischen Umlaufbahn nicht nur zuverlässige, sondern hochgradig trinkenswerte Arbeit. Eine kleine Leistungsschau exemplarischer Jahrgänge gab es im Rahmen der ProWein:

1. 2002

47CH 42PN 11PM, extra brut dosiert

Anfänglich eine nicht so wahnsinnig schöne, reduzierte Lakritznase, die aber schnell den Schwanz einzieht und einem gut balancierten Champagner mit feiner Säure, mitttlere Frucht und mesomorphem Körper Platz macht. Der Champagner ist noch sehr jung und läßt Jahrgangsqualitäten mehr ahnen, als dass er sie direkt ausspielt.

Champagner quick check: Jacquesson, Philippe Gonet, Besserat de Bellefon

I. Jacquesson

1. 735

47PN 33CH 20PM

Jahrgangsbasis ist das für die Pinotrebsorten schwierige Jahr 2007, 22% kommen aus dem Jahr 2006, 6% aus dem Jahr 2005.

Wer zufällig gerade keinen Bollingerdurst verspürt, kann nur eines tun: Jacquessons Nummerncuvée trinken. Das ist eine der besten jahrgangslosen Standardcuvées auf dem Champagnermarkt. Stilistisch freilich ganz anders als . Nicht so bullig, nicht mit derselben Körperlichkeit. Wo Balance vermittelt und panoramisch angelegt ist, ist Jacquesson zugespitzter und auf Thrillsuche, was gerade beim 735 deutlich wird und die Antwort des Kellermeisters auf die unausgewogenen Pinotqualitäten des Jahrgangs sein dürfte – im Moment ist er jung, buttrig und entschieden direktsaftfrischfruchtig. Der 735er gehört neben seinem aktiven, parteiischen Naturell auch noch zu den unruhigeren Jacquessons, die ständig nach neuer Herausforderung verlangen; Trüffelsalami, Anchovis, alter Langres, Hasenkeule, geräucherte Mettenden, der Jacquesson will zu allem probiert werden.

Die mittelgroßen Häuser: Philipponnat vs. de Venoge

 

Weitesgehend unbemerkt von der deutschen Weinöffentlichkeit hat sich in der Champagne ein Haus formiert, dessen Marktpotential noch längst nicht ausgeschöpft ist. Unter dem Dach der Gruppe -BCC finden sich geniale Köpfe wie , Gentlemen wie Charles , Markengiganten wie und Industrieerzeuger wie Burtin, daneben kleine und feine Marken wie und das einst etwas angestaubte Haus de Venoge, das sich momentan sehr sportlich gibt, außerdem eine ganze Reihe zumindest in Deutschland indifferenter Labels wie Chanoine, Boizel und Tsarine. Philipponnat konnte im letzten Vergleich mit überzeugen, ein kleines Match mit de Venoge sollte deshalb unterhaltsam sein:

Das schreiben die anderen: Patrick Dussert-Gerber

Der aktive Autor hat sich in der aktuellen Ausgabe von "Millésimes" mit seinem Champagner-Classement für 2010 zu Wort gemeldet. Nicht zur Unzeit, wie ich meine, denn Zeit für Champagner ist bekanntlich immer – nicht nur kurz vor Weihnachten. Also, was schreibt er denn? Zunächst mal muss man seine Classements kennen. Darin unterscheidet er zwischen erst-, zweit- und drittklassifizierten Weinen. Diese Classements stellt er für jede Weinbauregion gesondert auf, d.h. ein erstklassifizierter Champagner unterliegt den Regeln seines Champagner-Classements und ist insofern nicht vergleichbar mit einem von ihm erstklassifizierten Bordeaux. Innerhalb der jeweiligen Classements herrscht nochmal eine Hierarchisierung, wobei Dussert-Gerber im Champagner-Classement jede Klasse nochmal in kräftige und elegante Champagner unterteilt. Dabei fließen Werte wie Reifevermögen, Preis-Leistungs-Verhältnis und Kontinuität der letzten Jahrgänge einer Cuvée ein. Wer also in der Spitze eines Classements steht, dem kommt eine gegenüber den nachfolgenden Weinen herausgehobene Bedeutung zu.

Grillen und Roséchampagner

1) Legras & Haas Rosé de Riceys
Reichlich dunkel, zum Rand hin aufhellend, ziegelrot, erinnert ein wenig an Sherry, dieoxidative Nase bestätigt das anfangs, wird mit viel Luft aber leichtfruchtig, etwas holzig, behält eine schwach gemüsige Note bei, entpuppt, sich, wenn man keinen Korkschleicher unterstellt, als ziemlich leichter, mittellanger Wein mit lustiger, anregender Frische und interessantem Eukalyptuston; kein Schwergewicht, insgesamt kaum mehr als eine interessante Erfahrung, vor allem, da die Still- und Roséweine der Champagne zwar schon seit hunderten von Jahren keine überragenden Ruf mehr genießen, aber immerhin eine vom aussterben bedrohte Spezies sind.

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