Die ‘großen’ Champagner: Grande … Dame, Année, Sendrée, Cuvée, … (Teil I)
Zu den Festtagen werden im ganzen Land wieder die im Supermarktregal gekochten Standardschäumer, der stets sehr gesuchte Champagner Bis(s)inger in seinen verschiedenen Spielarten aus dem Hause Vranken-Pommery, oder einer der notorischen Witwen-Klone zum Kartoffelsalat mit Würstln serviert, bzw. vorher oder nachher zur Einleitung des Fests feierlich vom Vati geöffnet, aber natürlich auch jede Menge schöne Winzersekte, Nobelcavas usf. aus der Sprudelecke des Weinkellers gekramt oder mit leuchtenden Augen aus dem Klimakühlschrank hervorgezogen. Einige ganz ganz Wenige werden die Festtage nutzen, ihren Lieben oder der Geliebten ganz besondere Schätze vorzusetzen. Die folgenden Notizen zu den derzeit marktgängigen Großcuvées mag als kleine Orientierungshilfe dienen. Naturgemäß sind nicht alle Champagner dabei. Ich habe mich auf die großen Häuser beschränkt und auch bei denen noch eine Auswahl getroffen. Ausgelassen habe ich nämlich der Einfachheit halber und weil es um große Champagner von großen Häusern geht alle, die nicht ein "Grand(e)" im Namen tragen.
Nachgespürt: Premier Cru und Grand Cru
I.1 Domaine Déliance Ruban Mauve Crémant de Bourgogne: die kleine, ziemlich unbekannte Domaine erzeugt für etwa ebenso kleines Geld bildhübsche Weine und eben auch Crémants. Dieser ist ein Blanc de Pinot-Noirs, der durch seine helle, freundliche, etwas frische und manchem etwas hoch dosierte Art auffiel. Sanft, etwas säureschwach, gleichwohl vor allem kühl charmant zu trinken. Wird u.a von Tom Stevenson heiß empfohlen und ist in USA sehr gesucht.
I.2 Milazzo Federico II. Rex Sicilie 1993, dég. Herbst 1997: drei Chardonnayklone und etwas Weißburgunder konnten nicht verhindern, daß dieser Wein nun sehr deutliche Reifetöne, strenggenommen sogar eine gewisse Müdigkeit zeigte. Trotzdem ansprechend, mürbe, morbid, von Honignoten geprägt, ließ er Raffinesse vergangener Tage ahnen.

