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Monatsarchive: März 2012

Fine Signatures: Champagne Déhu Père & Fils

Unter dem Namen Fine Signatures haben sich einige Familienbetriebe aus dem Marnetal zusammengetan, um ihre Exportaktivitäten zu bündeln. Bislang haben die einzelnen Betriebe schlecht und recht vor Ort vermarktet. Deshalb sind die wenigsten von ihnen dem deutschen Publikum bekannt. Champagne Déhu aus dem innerhalb der Champagne zugegeben etwas entlegenen Fossoy zum Beispiel. Bei Champagne Dehu tut sich einiges. Regelmäßige Champagnefahrer kennen den Erzeuger vielleicht aus dem Lädchen C-Comme, wo er oft auf der Karte steht und wo ich die ordentlichen Champagner von Benoit Dehu schon paarmal getrunken habe, ohne mir große Gedanken darüber zu machen. Das hat sich geändert. Ganz bewusst habe ich die gamme von Déhu geschlossen auf der ProWein probiert. Dort erfuhr ich unter anderen, dass der Betrieb sich gerade von Ecocert zertifizieren lässt und sich im ersten Jahr der Konversion befindet. Künftig will Benoit außerdem verstärkt mit Eichenfässern arbeiten. Was die betrifft, ist er in einer glücklichen Lage: zum Weingut gehört ein Wäldchen, aus dem er zehn 100 bis 150 Jahre alte Eichen schlagen lassen konnte, deren Holz die nächsten Jahre trocknet und von Denis Saint Arroman von der Tonnelerie de Champagne zu Fässern mit einem Fassungsvermögen zwischen 228 und 300 l verarbeitet wird. Ein anderer Schwerpunkt wird sich bei der Konzentration auf die Meuniertraube ergeben, ein folgerichtiger Schritt, dessen Resultat ich gern erwarte. Sehr gut: Das Dégorgierdatum wird stets angegeben, ein QR-Code auf dem Rückenetikett führt zur Website des Erzeugers.

Brut, Extra Brut, Brut Nature – Ein Querschnitt

Jedes Jahr aufs Neue stellt sich Sascha Speicher vom Meininger-Verlag der champagnerdurstigen Meute. Jedes Jahr mit einem neuen Thema und den dazu passenden Champagnern. Dieses Jahr ging es um das Trendthema Dosage. Trendy ist momentan eine besonders niedrige Dosage. Die Champenois wären aber nicht sie selbst, wenn sie diese Entwicklung nicht zumindest teilweise hinter einem Schleier der Ungewissheit verhüllten. Nicht wenige Erzeuger nämlich geben Brut an, wo ein Extra Brut oder sogar Brut Zéro die Verhältnisse besser beschriebe; und lassen so den Kunden im Unklaren über die wahren Dosageverhältnisse. Während das Pendel gerade in Richtung besonders karger, mineralischer und naturbelassener Champagner ausschlägt, ist die Gegenbewegung natürlich absehbar. Im Stillen entsinnen sich bereits jetzt immer mehr vor allem große Häuser ihrer einstmaligen süßen Cuvées und relaunchen ohne großes Tamtam fluffig ausgepolsterte Champagner, die eine alte Schwäche des Champagners ausmerzen helfen könnten, nämlich die Begleitung von Süßspeisen. Mit Veuve Clicquots Rich, Louis Roederers Demi-Sec, Abel-Jobards Doux oder dem ausgefallenen Doyard La Libertine muss man selbstverständlich nicht unbedingt Speisen begleiten, man kann damit auch einfach nur im Überfluss schwelgen. Für die Champagne erschließt sich mit diesem Typus vielleicht sogar noch eine weitere, völlig neue Käuferschicht, wer weiß. Zurück zur ProWein und zu Sascha Speichers Probe, in deren Verlauf noch ein anderer Aspekt erkennbar wurde: das abnehmende Dosagebedürfnis lange auf der Hefe gereifter Champagner. An dieser Stelle will ich gerne Volker Raumland ins Spiel bringen, der das als einer der wenigen deutschen Sekterzeuger erkannt hat und ganz offensiv danach handelt. Seine Sekte sind kurz nach der ersten Marktfreigabe etwas höher dosiert, als spätere Dégorgements, wie er mir vor Jahren schon verriet.
 

Marne vs. Aube: Charles & Yves Dufour ./. Georges Laval

Champagne Dufour, Landreville (Aube)

1. Cuvée de Maison Extra Brut

60PN 40CH, 2 g/l

Rustikal und aubemäßig, dabei geradeheraus und grundehrlich. Der Pinot versucht hier nicht, grandcrumäßige Eleganz und Finesse vorzutäuschen, der Chardonnay will nicht tiefgründig und mineralisch wirken. Die Allianz beider Rebsorten ergibt einen frischen, spritzigen Haustrunk, der nicht besonders gut zu Hegel, aber sehr gut zu einer Runde Holzhacken passt.

2. Blanc de Blancs Brut Nature

2 g/l

Starker Chardonnay mit sonnigem Gemüt. Wenn man vom Holzhacken reinkommt und das selbstgebackene Brot mit einer Auswahl bretonischer Fassbutter von Maître Jean-Yves Bordier wartet, mildgesalzenen, mit geräuchertem Meersalz und als Zitronenbutter, dann will man nur noch den Blanc de Blancs von Dufour dazu, um glücklich zu sein.

Champagne trifft Scharzhofberg

Champagne Henri Giraud

Die Hémarts sind seit Jahrhunderten in Ay zu Hause, die Girauds nicht. Trotzdem heißt das Haus heute Giraud. Das liegt daran, dass ein Veteran der Marneschlacht des Ersten Weltkriegs, Léon Giraud, in die Hémartfamilie eingeheiratet hat und dann maßgeblich dafür sorgte, dass die von der Reblaus vernichteten Weinberge wieder bewirtschaftet werden konnten. Der Champagner der Familie Giraud/Hémart kann heute ein wenig als das Pendant zu den Rieslingen von Egon Müller gelten. Wahrscheinlich genau deshalb stehen sich die beiden auch tatsächlich recht nahe.

1. Le Brut

70PN 30CH

Champagner quick check: Jacquesson, Philippe Gonet, Besserat de Bellefon

I. Jacquesson

1. 735

47PN 33CH 20PM

Jahrgangsbasis ist das für die Pinotrebsorten schwierige Jahr 2007, 22% Reserve kommen aus dem Jahr 2006, 6% aus dem Jahr 2005.

Wer zufällig gerade keinen Bollingerdurst verspürt, kann nur eines tun: Jacquessons Nummerncuvée trinken. Das ist eine der besten jahrgangslosen Standardcuvées auf dem Champagnermarkt. Stilistisch freilich ganz anders als Bollinger. Nicht so bullig, nicht mit derselben Körperlichkeit. Wo Bollinger Balance vermittelt und panoramisch angelegt ist, ist Jacquesson zugespitzter und auf Thrillsuche, was gerade beim 735 deutlich wird und die Antwort des Kellermeisters auf die unausgewogenen Pinotqualitäten des Jahrgangs sein dürfte – im Moment ist er jung, buttrig und entschieden direktsaftfrischfruchtig. Der 735er gehört neben seinem aktiven, parteiischen Naturell auch noch zu den unruhigeren Jacquessons, die ständig nach neuer Herausforderung verlangen; Trüffelsalami, Anchovis, alter Langres, Hasenkeule, geräucherte Mettenden, der Jacquesson will zu allem probiert werden.

Wein-Glossar



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