Back to Top

Category Archives: Allgemein

Allerlei und allerhand Information rund um den schäumenden und den stillen Wein, Cognac, Hotels und Restaurants. Streng nach meinen eigenen Interessen geordnet und veröffentlicht.

Terroirs et Talents 2013: Champagne Coessens

Jérôme Coessens ist einer der Aubevantgardisten par excellence. Seit 2003 in Ville-sur-Arce am Werk, gehört er zu den Einzellagenvinifikateuren, die zudem nur mit einer einzigen Rebsorte arbeiten, bei ihm ist es naheligenderweise Pinot Noir. Bei solchen Winzern lohnt sich das Opfer an Zahnschmelz, das man notgedrungen bei jeder Vin Clair Verkostung bringen muss, meistens ganz besonders, weil man besonders umfassende Einblicke in die Kinderstube kommender Champagner gewinnen kann – anders als bei Häusern, deren Cuvées aus hunderten von Grundweinen zusammengestellt werden.

1. Blanc de Noirs 2012 – der Grundwein war rauchig, flintig und arg schwermütig. Auf mich wirkte er wie ein müder Riese.

2. Rosé 2012 – dieser Grundwein schien mir sehr, sehr eigenwillig zu sein. Kraftvoll bis zur Rücksichtslosigkeit; Brot, Steine und Rauch legten nur einen dünnen Schleier über duftige Blumen, Gras und expressive Marille. Säure spielte sich nicht in den Vordergrund, sondern wirkte als Gerüstbauer, dessen Güte sich bald erweisen wird.

3. L'Argillier Blanc de Noirs

2008er Basis

An sich ausgewogen mit einer sich am Gaumen durchsetzenden Herbe, die wie väterliche Strenge freundlich und wohlmeinend ist, den Champagner aber nicht ganz so unbedarft wirken lässt, wie man angesichts seiner  Dosage annehmen könnte. Hinzu kommt noch zusätzlich ein sehr klug berechneter, punktgenauer Abschluss mit pikanter Beerenfrucht.

4.  L'Argillier Millésime 2006

Rasanter, auf breiterer Front aufgestellt und aromatisch tiefer gestaffelt als der jahrgangslose Blanc de Noirs auf 2008er Basis. Glanzvoller, geschliffener, auch reifer.

5. L'Argillier Rosé de Saignée

2008er Basis

Sehr ausdrucksstarker, notwendiger Rosé. In der Nase viel Rote Grütze, auch viel Cassis, Himbeerjelly, Räuchertofu, erdige Aromen. Im Mund ist das ernstzunehmende Konkurrenz für leichter geratene Spätburgunder. Gefiel mir sehr gut.   

6. Les Sens Boisés

2009er Basis

Der stärkste Champagner von Coessens. Sprintstark, kann aber viel länger laufen, als man bei dem mitreißenden Ersteindruck vermuten würde. Supersaftig, unverholzte Feinheit, weißer Pfeffer, Paprika und auf eine nach Mehr verlangende Weise trocknend; der Champagner verursacht mit jedem Schluck größeres Verlangen, als würde man den Durst mit destilliertem Wasser löschen wollen.  

Terroirs et Talents 2013: Champagne Maxime Blin

Wie jedes Jahr habe ich die Blin-Champagner nach denen von Aspasie probiert, weil das geschmacklich wie räumlich ein Bogen ist, den man auf einer Verkostungstour gut nachvollziehen kann. Jahrgangsmäßig blieb es beim bekannten 2002er, die jahrgangslosen Champagner zeigten sich konsistent. Der Brut Carte Blanche (80PM 20PN) ist stets einfach bis derbe und nicht besonders säurehaltig, dafür aber auch nicht fad. Der Brut Grande Tradition (90CH 10PN) glänzte mit Zitronenmelisse, Verbene und Bergamotte, bei hoher, publikumsnaher Süße. Wenn ich bedenke, dass die Mehrheit der Champagnerkunden mit undosiertem Champagner nicht viel anfangen kann und höhere Dosagewerte gewöhnt ist, kann ich den Grande Tradition guten Gewissens empfehlen, da er vor allem nicht langweilig wirkt. Ausnehmend schön und best buy unter den Champagnern von Maxime Blin ist mal wieder der 2002er aus 100PN gewesen. Schön gereift, mit Honignoten und reichlich Dichte, die sich auf der Zunge entfaltet und Saftigkeit in die Mundhöhle entlässt. Undurchgeistigt, aber nicht plump oder dumm, nur gegen Ende etwas ausgedünnt und wässrig. Zum Schluss gabs die Cuvée Authentique, ein Rosé de Saignée im Gegensatz zum sonst gepflegten Assemblagerosé. Der ausgeblutete Champagner aus 100PN präsentierte sich schnittig, mit wendiger Säure und liebvoll-zartem, ja neckischem Biss. Gesunde Pinotfrucht und ein straffer Leib bereiten hier im Gegensatz zum Assemblagerosé schon solo sehr viel Freude, vor allem sind die Akzente behutsamer gesetzt, was den Wein um Spektren bereichert und ihm dennoch seine Würde belässt.

 

Champagner aus dem Holzfassl

Die Champagne erlebt Trends, wie jede andere Weinbauregion. Manche dauern länger und etablieren sich, andere sind nur kurzlebig. Roséchampagner, Zero-Dosage und Einzellagenchampagner rechnen ebenso dazu wie Altrebsortenexperimente und die vielfach seit den späten Neunzigern angelegten Soleras, bzw. strenggenommen sog. ewigen Reserven (reserve perpetuelle). Ein traditionelles, alle Jahre wiederbelebtes Thema ist der Holzfasseinsatz bei Vinifikation und Ausbau. Sascha Speicher vom Meininger Verlag hat sich auf der ProWein 2013 des Themas angenommen und die folgenden Champagner präsentiert:

1. Bruno Paillard Première Cuvée Brut en Magnum, dég. April 2012

Ca. 25PM 30CH 45PN, 20% Holzfassvinifikation im alten Bordeauxbarrique, mit 8 6/l dosiert.

Hoher Reserveweinanteil, der in der Magnum wirkungsvoll zur Geltung kommt als sahnige und reife Grundierung, die sich wie lemon curd an den Gaumen schmiegt und bei einer Dosage von 6 g/l nicht mastig wirkt (was für alle Paillard-Champagner gilt, die sämtlich zwischen 3 und 6 g/l dosiert sind). Vom Holzfass merkt man hier nicht viel und das ist von Kellermeister Guyot erkennbar beabsichtigt; ihm kommt es darauf an, dass die kräftigen Bordeaux (von den drei Chateaux, mit denen Paillard befreundet ist und die sich als Lieferanten für den Bestand von 400 Fässern gewissermaßen aufdrängen) dem Holz gehörig Gerbstoff abnehmen, bevor die Champagnergrundweine reinkommen, deren Robustheit man freilich nicht unterschätzen darf. 

2. Louis Roederer Brut Premier

Sehr modernen Holzeinsatz pflegt chef de cave Lecaillon von Roederer mit dem verstärkten Einsatz von Holzgärständern, wie sie hierzulande von Fürst verwendet und vor allem in Österreich zB bei Markowitsch, Halbturn, Gernot Heinrich oder Preisinger letzthin vermehrt Zuspruch finden. Holz hat bei Roederer lange Tradition und wird nach einer Phase des Verzichts sehr nutzbringend  eingeschaltet. Der Effekt ist so groß, dass sich Lecaillons Kellermeisterbuddy Dominique Demarvill von Veuve Clicquot nach einer Reihe von Parallelverkostungen ebenfalls davon überzeugen ließ, wieder Holz einzusetzen. Bei Roederer ist ca. 1 Mio Liter Reservewein in Fudern untergebracht, über BSA wird je nach vinifizierter Lage einzeln entschieden, die Liqueurs aus Trauben auf Cristalniveau liegen mit bis zu zehn Jahren besonders lange im Fass. Der immer schon gute Brut Premier von Roederer mit seinen 8-9 g/l profitiert davon. Sein Kräuterzuckeraroma wird von einer athletischen Säure flankiert, die sich den dafür prädestinierten Weinen aus Verzy und Verzenay verdankt.

3. Devaux, "D" de Devaux Brut

Hier stammt die als reserve perpetuelle angelegte Reserve (35-40%) aus Fudern zwischen 7000 und 14000 Litern Fassungsvermögen. Der Champagner ist dementsprechend weich und liefert neben Nuss, Butter und Malzbonbon nicht mehr sehr viel am Gaumen ab. Mir fehlten angesichts der robusten Machart Säure und Agilität.

4. Drappier Millésime d'Exception 2006 Brut, dég. Juni 2012

Der heiße Jahrgang brachte schöne Chardonnays, war bei den sonnengewohnten Aube-Pinots sogar sehr gut und schwächelt nur bei den sonst wegen des eigentlich kühleren Klimas muskulösen Pinots aus der Montagne de Reims. Michel Drappier setzt wie Roederer auf konische Holzgärständer, allerdings erst seit 2012. Beim 2006er ist von deren möglicherweise positiven Einfluss nicts zu spüren. Der Champagner wirkte auf mich wie der Devaux allzu robust, mit zu viel Kräuterzucker, Malzbonbon und einem nur alibihaft wirkenden Jod-Mineralton. Den Aufpreis zur köstlichen Grande Sendrée lohnt es sich deshalb bei Drappier auf jeden Fall zu zahlen.

5. Jacques Lassaigne Les Vignes de Montgueux Blanc de Blancs extra Brut, dég. 10. Juli 2012

Dieser üppige Chardonnay ist ohne Holz (Vinifikation zu 15% im Holzfass, Rest Emaille) fast nicht vorstellbar und würde sicher unvollkommen wirken. So aber wirkt er an allen Fronten druckvoll und überwindet mit seiner weinbetonten Mischung aus Kreideschlamm, Lohe und Toast selbst starke Player wie Jacquessons Nummerncuvée, die übrigens ruhig nochmal geringer, d.h. überhaupt nicht dosiert oder aufgesäuert werden dürfte. Ein weiterer Schritt nach oben ist natürlich die Colline Inspirée von Lassaigne, aber schon der einfache Vigne de Montgueux ist ein deutliches statement.    

6. Jacquesson No. 736 Extra Brut, dég. August 2012

53CH 29PN 18PM, 2008er Basis und 34% Reserveweine, mit 1,5 g/l dosiert.

Von den Chiquetbrüdern mit batonnage im Fuder vinifiziert, hat der jüngste Nummernchampagner von Jacquesson viel sportlichen Impetus, wirkt mit seiner schnittigen Säure flotter und dichter, als der standortbedingt waberndere Lassaigne, aber für eine gerade freigegebene Standardcuvée hätte ich mir schon mehr Aroma gewünscht, wir sprechen ja schließlich hier nicht von einem reinsortigen Mesnilchardonnay, sondern von einem Rebsortenmix, der sofort Spass machen soll. Abgesehen davon wird die Nummerncuvée künftig der einzige klassische Gebietscuvéechampagner von Jacquesson sein, die anderen Champagner werden reine lieu-dits und als solche stellen sie schon jetzt hohe Anforderungen an den Trinker; das muss bei einem Eingangsgetränk nicht sein.

7. Eric Rodez Blanc de Noirs Ambonnay Grand Cru

2/3 Holzfass, kein BSA.

Sehr deutlich tritt hier der (dreifach belegt, Burgunder-)Holzeinfluss hervor. Der Champagner ist selbstbewusst und stark, unter einer leichten Fettschicht zeichnen sich mächtige Muskeln ab und eine Nähe zur Krugstilistik darf man nicht nur wegen Rodez' früherer Kellermeistertätigkeit für das Haus unterstellen. Die Eröffnung hatte mich wegen des flüchtigen Eindrucks von Brühwürfeln in der Nase kurz irritiert, dann war's aber auch schon gut und die spätburgundische Ambonnaynase mit Kirschen, Pfeffer, Morcheln und Gebäck setzt sich klar durch. Säure, die wie ein Schäferhund die Aromaherde beisammenhält, und eine gegenüber früheren Versionen deutlich nach hinten ausgedehnte Länge machten den Champagner zusammen mit Lassaigne zum zweiten großen Gefaller für mich.

8. Billecart-Salmon Brut Sous Bois

Drittelmix, 2006er Basis mit 20% Reserve aus 2005 und 2004

Die nach mehrfacher Belegung von Jadot benutzten Burgunderfässer dienen jeder der drei Rebsorten als Ausbildungsort mit tüchtig batonnage und ganz ohne BSA. Das gibt rennpferdhafte Nervosität und hohe Profilschärfe, für die Kellermeister Domi aber sowieso bekannt ist. Nach dem Rodez wirkt die Cuvée Sous Bois hochgezüchtet und schlank, ohne wärmende Fettpolster. Butter und Öl vermitteln hier eher den Eindruck, als seien sie auf die Haut des Athleten aufgetragen und nicht in seinen körpereigenen Depost abgelagert. Feine Säure, angenehm seifig-gelige Textur, hohe Aromenkomplexität, die mir schon bei meiner ersten Begegnung mit dem Champagner gut gefallen hat; dennoch wirkt der Rodez auf mich im direkten Vergleich sympathischer.

9. Nicolas Feuillatte Cuvée 225 Millésime 2004

Am besten hat mir bis jetzt die 1999er Version der Cuvée 225 gefallen. Der 2004er konnte sich irgendwo zwischen Rodet und Billecart-Salmon einpendeln, wirkte auf der Zunge nur kurz und verschwand dann ziemlich sang- und klanglos. Fehlerhaft war er nicht, zu süß war er auch nicht, gesichtslos wirkte er ebenfalls nicht, so dass ich einfach vermute, er ist zu jung oder befindet sich in einer Übergangsphase, was bei dem jahrgang naheliegt.

10. Krug Grande Cuvée Multivintage, dég. Sommer 2011

2004er Basis mit Reserven bis 1990

Keine Holzfasschampagnerprobe ist vollständig ohne Krug. Um Vollständigkeit geht es auch bei den Grundweinen. Stücker 121 aus zwölf Ortschaften sind es, getrennt nach Traubenlieferanten und Parzellen, und entsprechend der Multivintagevorgabe auch nach Jahrgängen (echten Jahrgängen, nicht einfach nur jährlich wiederkehrenden Ernten), also ein schönes Stück Verkostungsarbeit für Eric Lebel und sein Team. Sehr leicht, sehr jugendlich und ungewöhnlich apfel-/nussarm selbst für einen jungen Krug. Die markante Säure indes ist da, auch Dichte und angeborene Eleganz habe ich nicht vermisst. Aber vielleicht ist ja was dran an der immer wieder zu vernehmenden Klage über die mit dem Etikettenwechsel einhergehende Stiländerung. Ich will mich dazu immer noch nicht festlegen, denn dafür reichen mir die Indizien einfach nicht aus, siehe dazu sogleich beim Bollinger.

11. Bollinger La Grande Année 2004

Die Grande Année 2004 hatte ich schon paarmal probiert und fand sie jedes Mal aufs Neue schön, fand aber auch jedes Mal die Süße zwar noch nicht problematisch, doch behandelnswert. Süßer sollte dieser Champagner nicht werden, hohe Reifegrade hin oder her. Gerade im Kontrast zum Krug machte diese Süße unvorteilhaft auf sich aufmerksam und ließ den Krug wie ein Säurebad dastehen. Bei geballten Aromen von Frankfurter Kranz, Trockenfrucht, Tabak und Waldmeister ist das nicht schwer, gibt aber zu denken. Die Grande Année ist nur deshalb noch nicht akut von Übersüßung gefährdet, weil sie genügend Eleganzreserve hat. Nachdem jetzt Matthieu Kauffmann als Kellermeister überraschend ausgeschieden ist, hoffe ich darauf, dass man bei Bollinger die Süße im Auge behält.     

Soirée Dégustation des Grandes Cuvées 2013

Champagne Mercier, ein Haus der LVMH-Gruppe, das in Deutschland praktisch nicht vertreten ist, war diesjähriger Gastgeber des Verkostungsabends "Soirée des Grandes Cuvées"; organisiert wurde der Abend nun schon zum vierten Mal von den Schülern des Lycée Viticole de la Champagne, die auch den Guide Veron herausbringen. Im Salle du Centenaire des Pavillon Mercier, ziemlich am Ende der Avenue de Champagne in Epernay fand die Vorstellung der für diesen Abend ausgewählten Cuvées durch Vertreter oder Inhaber der verschiedenen Häuser statt.

Zu probieren gab es Prestigecuvées, die teils mehr, teils weniger oder auf Deutschland bezogen sogar überhaupt nicht im Rampenlicht stehen.

1. Veuve Fourny et Fils Clos du Faubourg Notre-Dame 2002, dég. Sep. 2012

100CH, mit rund 4 g/l dosiert.

Charles-Henry und Emmanuel Fourny haben die Trauben dieses Clos bis 1990 immer den Jahrgangsschampagner des Hauses wandern lassen und sich seither erst eine handvoll Male (1993, 1996, 1998, 2000 und ganz aktuell eben 2002) dazu entschließen können, die Ernte gesondert als Clos im (alten) Holz zu vinifizieren und als Extra Brut (bis auf den 2000er, der hat überhaupt keine Dosage erhalten). Was ein starker Auftakt. Mit diesem Champagner im Glas wusste ich, dass die Nachfolger es sehr schwer haben würden und genau so war es, bei hochkarätiger Besetzung. Seidig, zart, aber mit nobler Distanz. Nüsse, weiße Mandeln, reife weiße Früchte, die so verführerisch wirken, wie ein schneeweißer Frauenhals im Film immer auf die zum Biss ansetzenden Vampirgentlemen. Kaum Holznoten, die im Aromenwirbel sowieso keine bedeutende Rolle spielen; viel Spannung bezieht der Champagner aus der selbstbewussten Säure, die zusammen mit Gebäcknoten und dicker, knackiger Amarenakirsche für viel Beschäftigung am Gaumen sorgt, bevor sich zum Schluss ultrafeine Milchkaffeenoten zeigen. 

2. Collet Esprit Couture, dég. Dez. 2012

40CH 50PN 10PM, 2006er Basis, mit 8 g/l dosiert.

Der Auftritt des Kooperativenchampagners war danach kaum mehr mitreißend. Das mag an der höheren Dosage, an der Rebsortenmischung oder an einer Mehrzahl anderer Faktoren liegen; jedenfalls gefiel mir der mollige Charakter des Collet nicht nachhaltig. In der Nase Pfirsichpüree, kalkig-mineralischer Staub und Bergamotte, zuckrig überformt und etwas parfumiert. Im Mund schlaffer als der Fourny, was mit Luft nicht besser wird. Störend wirkte auf mich die gar nicht mal unsaubere, aber ungeschickt an den weichen Mundeindruck anschließende Herbe. Wirklich maßgeschneidert war da nichts.

3. Veuve Clicquot La Grande Dame 2004

PN aus Verzyund Verzenay, CH aus Le Mesnil, Oger und weniger aus Vertus, mit 8 g/l dosiert

Wasser- und Honigmelone, etwas Lychee, Maiglöckchen und Iris, außerdem Bienewachs, Gurkenschale und dezenter Kastanienhonig. Im Mund ein Champagner, der sich bis zur Zungenmitte professionell aufreizend wie eine käufliche Dame entblättert. Ab der Zungenmitte fehlte mir dann Substanz, die ich bei anderen 2004er Grande Dames schon feststellen konnte. Das dürfte normale Schwankungsbreite sein, bringt die Grande Dame aber nicht aus dem Windschatten der Fournywitwe.

4. Gosset Celebris 2002

52CH 48PN, mit 5 g/l dosiert.

Der fünfte Jahrgangscelebris nach 1988, 1990, 1995 und 1998. Offiziell wird er zur diesjährigen Vinexpo vorgestellt, aber für einen Vorabeindruck hat Gosset zur Soirée ein paar Fläschelchen bereitgestellt. Auch hier ein leicht wachsiger Eindruck, wie bei der Grande Dame, aber darüber hinaus auch die reiferen Noten von Veilchen, Muscovadopfeffer, Ananas und die betörende Duftmischung von Apfel und Birne, wie sie in den besten Calvados Domfrontais zu finden ist. Im Mund findet sich nochmal die sehr reife Limonennote, die auch in der Nase gründe Akzente setzte, außerdem Mirabelle und ein Gefühl, wie Jasmintee. Dafür dass Gosset für seine frischen Champagner bekannt ist und für BSA-losen Champagner, der besonders pfiffige Säure enthalten kann, wirkt er dennoch nicht ganz so agil wie der Fourny und muss sich nach Wettstreit auf hohem Niveau geschlagen geben.

5. Mailly Grand Cru Les Echansons 2002

3/4PN 1/4CH zu 100% aus dem Bordeauxbarrique, mit 6 g/l dosiert.

Erdig bis mineralisch, mit Lohe, Fenchelsamen und kräuterigen, aus der Kerbelecke stammenden Noten, außerdem gelbe Pflaume und Piment. Im Mund zeigt sich ein wenig brauner Kandiszucker, der den Champagner aber nicht unnötig beschwert. Im Gegenteil, er hebt förmlich sofort von der Zunge in Richtung Gaumen ab und bleibt dort, mit einem Nachgeschmack von Pflaumenwein. Auf mich wirkt der Champagner wie eine gute Alternative zu den berühmteren Prestigecuvées großer Häuser, denn er bereitet enormen Trinkspaß, ist unanstrengend und ein gutgelaunter Unterhalter.

6. Charles Heidsieck Blanc des Millenaires 1995

Das war der Champagner, der den Fourny in seine Schranken wies. Toast, Reife und Noblesse, im Kupferkessel vor sich hinschmelzende Schokolade, Ghee, Ingwerstäbchen, agrumes, schwarzer Pfeffer; dazu eine schlanke, sexy züngelnde Säure und ein tadelloses Auftreten. Power und Kontrolle, Balance, Alterslosigkeit und Riesenpotential. Äußerst starker Champagner.

7. G.H. Mumm René Lalou 1999

50PN 50CH

Milde Nase mit weißem Nougat und Birnenkompott. Wie Birnenmost aus dem Tonkrug, kühl serviert nach einer langen Fahrradtour. Kaum etwas kann besser schmecken, aber trotzdem: hohes Ansehen hat diese Art der Erfrischung nicht. Ähnlich ist es mit dem 99er Rene Lalou, der bei aller Güte leider nicht, wie vielleicht beabsichtigt udn wie bei guten Dom Pérignons vorbildlich umgesetzt, perfekt balanciert, sondern bloß indifferent wirkt, wobei die Herbe im Abgang natürlcih kaum weiterhilft.

8. Henri Giraud Fut de Chene Multivintage

2005er Basis (60%)

Äpfel, Kräuter und Zitronengras, Heu, eine charmante Holznote, krachledern und lautstimmig, aber nicht lärmig. Menthol, Anis, Picknickstimmung, Vibration und Komplexität. Das ist der dritte Champagner des Abends, der mich hinreißt und wieder ein völlig anderes Kaliber, verglichen mit Fourny und Blanc des Millenaires. Der Champagner zwingt Krustentiere, Schinken und Käse herbei, wirft behende mit Blüten um sich, wirkt trotz seiner ausgeprägten Süße unbeschwert. Über die Champagner von Giraud an anderer Stelle mehr, denn eine Woche nach der Soirée war ich dort auf der Spur des Argonner-Eichenholzes.

  

 

Bruno Paillard: Jahrgangschampagner-Auswahl 1989 – 2002

Bruno Paillard ist eine der feststehenden Größen der Champagne, auch wenn seine Champagner in Deutschland namentlich noch immer nicht so bekannt zu sein scheinen. Dabei leistet er vom crèmigen Standardbrut bis zum bombastischen N.P.U. seit Beginn seiner Erzeugertätigkeit mit der Beständigkeit einer planetarischen Umlaufbahn nicht nur zuverlässige, sondern hochgradig trinkenswerte Arbeit. Eine kleine Leistungsschau exemplarischer Jahrgänge gab es im Rahmen der ProWein:

1. 2002

47CH 42PN 11PM, extra brut dosiert

Anfänglich eine nicht so wahnsinnig schöne, reduzierte Lakritznase, die aber schnell den Schwanz einzieht und einem gut balancierten Champagner mit feiner Säure, mitttlere Frucht und mesomorphem Körper Platz macht. Der Champagner ist noch sehr jung und läßt Jahrgangsqualitäten mehr ahnen, als dass er sie direkt ausspielt.

2. 1999, dég. März 2008

29CH 42PN 19PM

Groszügiger, wenig säurestarker Champagner, der jetzt ein Reifestadium erreicht hat, in dem er sich meiner Meinung nach optimal präsentiert und sich gern so halten darf. Butter, Hefezopf, wenig medizinale Töne, die ins Kräterige hinüberspielen und an Thymian, Rosmarin, Fenchelsamen denken lassen, außerdem eine reizende Akazien- und Kastanienhonignote.

3. 1995, dég. März 2003

Vollreif, deutlich röstig und merklich weiterentwickelt als der 99er, mit vitaler bis kerniger Säure und einer Grandezza, die man dem dauerunterschätzten Jahrgang blind nicht zugetraut hätte. Besonders erfreulich ist für mich die performance auch deshalb, weil nach dem Dégorgement immerhin schon ein Weilchen vergangen ist und die bei verschiedenen Sommeliers oder im Handel liegenden Flaschen sich sehr ähnlich präsentieren dürften. Ein paar noch vor wenigen Monaten mit Sebastian Bordthäuser in Steinheuers Restaurant weggegurgelte Gläschen vom 95er würden das gern bestätigen, wenn sie es noch könnten. 

4. 1989, dég. Oktober 2002

40CH 60PN

Weiter und runder als 1988 und von seiner Art her dem 1999 ziemlich ähnlich, was mich für diesen beste Perspektiven ahnen lässt. Kaffee, Mokka, Schoki, dabei immer noch sehr viel nüchterne Klarheit und geistige Frische.

Terroirs et Talents 2013: Champagne Aspasie

Aspasie entwickelt sich gut, wie die beiden jüngsten Checks ergaben. Die Carte Blanche hatte sich feingemacht, betonte ihre schlanke Linie etwas stärker als früher, was sie angenehm von der einst verfolgten Großhauslinie abbrachte. Der Brut Prestige entfaltete mehr Druck und war ebenfalls auf dieser neueren Linie, wo er mir schon ganz gut positioniert erscheint, nur dass er für das Wörtchen Prestige doch eine Nummer zu schlank ist. Auch der 2007er wirkte positiv, bei der ersten flüchtigen Probe und in der Nachverkostung:

1. Cépages d'Antan

40 Petit Meslier 40 Arbane 20 Pinot Blanc, 2007er Basis, mit 9 g/l dosiert

Der rapsige, unkrautige Beigeschmack, den ich bei Altrebsortencuvées immer dem Weißburgunder zuschreibe, ist einer nur noch gelinde pflanzlich-kratzigen Note gewichen, die ich nicht weiter störend finde, obwohl sie den Champagner natürlich nicht gerade zu einem Vorbild in Sachen Eleganz macht. Was mir gut gefiel, waren die sich dazugesellenden Apfel- und Rhabarberaromen, die dem Champagner trotz der recht hohen Dosage Frische verliehen.

2. Blanc de Blancs

2008er Basis, mit 6 g/l dosiert

Schweflig, rauchig, gegen Ende mit schärfender Säure und mehr Aggro, als noch im letzten Jahr. Dazu kommt eine feine, kräuterige, pflanzliche Herbe, die den Champagner nicht aus dem Gleichgewicht bringt, aber ihm einen eigenen touch gibt.

3. Brut Millesime 2007

Drittelmix.

Weich und wohlgerundet, aber nicht labberig. Gegen Ende scheint ein pflanzlich grünes, nicht unreifes, sondern sukkulent-fleischiges Kostüm durch, das sich mit milchschokoladigen Aromen vereint und den Champagner bei aller Gefälligkeit am Gaumen überzeugen lässt.

4. Millésime 2009 non dosé, Arbeitsname: eterniteque

Drittelmix.

Fester Griff bei vollmundiger Reife, feine Haselnussigkeit, die an Bouzy erinnert; mit einer Dosage um 3 g/l könnte der Champagner sicher noch weiter aufgehen, etwas mehr Zeit auf der Flasche wird ihm aber ebenso guttun.

 

 

Champagne Sapience – Selossekiller, Egly-Schreck, Joly-Sprudel?

Im Anschluss an eine Clos des Goisses Vertikale noch Champagner zu trinken, mag nur dann noch sinnvoll erscheinen, wenn man bei Clos des Goisses bleibt. Das ändert sich selbst dann nicht, wenn man vorher schon den ganzen Tag Vins Clairs von zwanzig anderen erstklassigen Winzern probiert hat und erst recht sollte man wissen, wann es gut ist, wenn man nicht nur Vins Clairs intus hat, sondern auch die aktuellen Dégorgements besagter Winzer unter die Gaumenlupe genommen hat. Entscheidet man sich bei dieser Sachlage trotzdem noch dazu, weiteren Champagner aufzunehmen, dann muss es sich schon um ein besonderes Stöffchen handeln.

Solch eine Entscheidung trifft man ohne Reue, wenn es sich um Champagner von Selosse oder Egly-Ouriet handelt, wenn Champagnerverächter Nicolas Joly einen Champagner machen würde, fiele mir die Entscheidung auch nicht besonders schwer. Nun aber rief Benoit Marguet von Champagne Marguet Père et Fils nach Ambonnay. Das ist, ehrlich gesagt, für sich genommen noch nicht genug, um von einer an sich klugen Entscheidungsformel abzuweichen. Marguet ist in der Champagne nicht ganz unbekannt, Familienbande bestehen seit den 1870er Jahren zu Henriot und Pioniergeist ist der Familie durchaus nicht fremd: Emile Marguet, Schwiegervater von Paul Henriot, hatte schon ganz zu Beginn der Reblauskatastrophe in weiser Voraussicht Reben auf resistente Unterlagen gepfropft. In jüngerer Zeit, d.h. bis 2005 firmierte man als Marguet-Bonnerave, heute als Marguet Père et Fils; der Weinpresse gefällt's.

Benoit Marguet also hat von diesem Pioniergeist mehr mitbekommen, als zB seinen Eltern lieb ist, die nämlich von nachhaltigem, gar biodynamischem Anbau wenig oder lieber noch: nichts wissen wollen. Um diese Herzensangelegenheit vorantreiben zu können, tat er sich 2006 mit Hervé Jestin zusammen, der soeben bei Duval-Leroy – wo er mit seiner Kellermagie zuletzt nicht auf große Gegenliebe stieß – ausgeschieden war.  Als biozertifizierte Traubenlieferanten konnte er, da seine eigenen Weinberge zu dieser Zeit noch nicht selbst zertifiziert waren, namhafte Größen im Geschäft gewinnen: Vincent Laval und David Leclapart waren 2006 die ersten beiden Unterstützer, 2007 kam dann noch Benoit Lahaye hinzu.

Damit waren genug Punkte beisammen, um mich selbst am Ende eines langen Verkostungstages noch zu weiterem Probieren zu animieren. Benoit Marguet empfing zusammen mit Hervé Jestin bei Kerzenschein (weil der Strom ausgefallen war) im kleinen Kreis und öffnete alle vorhandenen Jahrgänge:

Sapience 2010

Die Jahrgänge ab 2007 enthalten durchgängig 50CH 25PN 25PM und sind Brut Nature.

Arg jung, mit den typischen Primärnoten von Kirsche und Banane, hier angereichert mit Ananas und Kokos, smoothiehaft, samtige, feinpürierte Textur mit sehr crèmiger, leicht träger bis schläfriger Mousse. Mit Luft pflanzliche, auch minimal gerbende Komponenten, mehr eingedickter Kirschsaft, schwarzer Pfeffer. Ein Champagner, der aus dem Stadium der Bocksprünge noch nicht raus ist. 

Sapience 2009

Multivitaminsaft mit Mandeln, Marzipan, Rosenblüte und Zimt, außerdem noch Gebäck, Vanillezucker und Pasta di Mandorla. Wirkt deutlich ausgereifter als der 2010er, ist weich wie Zitronengel aus der Molekularküche und daher wohl auch gleichzeitig glatter und seidiger, was ihm schon eine ansprechende Eleganz verleiht.  

Sapience 2008

Der rundeste, ausgewogenste, am schönsten balancierte Champagner bisher, merklich aus gutem Elternhaus, resp. Jahrgangsjahr. Trotz des Eindruck hoher, reifebedingter Süße ein eleganter Champagner mit raffinierten Details.

Sapience 2007

In einem Zwischenstadium habe ich den 2007er angetroffen. Offenbar befindet er sich auf dem Rückzug in sein Inneres. Dabei holt er die Primäraromen ein, wie eine Flagge beim abendlichen Fahnenappell. Das erklärt, warum er anfang im Mund sehr stark wirkt, dann aber limonadig abflacht und erste, vereinzelte jodige Aromen hervortreten lässt, die freilich recht verloren wirken und sich nicht recht zu helfen wissen.

Sapience 2006

1/3PN von Laval 2/3CH von Leclapart, mit 3 g/l dosiert

Amylisch, trotz seines Alters immer noch mit viel Birne und Marille. Wirkt schon sehr reif, trotz seiner geringen Dosage vollmundig und süß, auf mich trotz spürbaren Reifeprozesses mit deutlich verbreitertem Würzespektrum noch sehr jung und entwicklungsfreudig, d.h. noch längst nicht in einem stabilen Zustand, der es ermöglichen würde, mehr als nur einen kleinen Momenteindruck zu gewinnen. 

Fazit:

Mit einem Selosseherausforderer oder gar -killer haben wir es hier nicht zu tun. Dafür ist das Konzept und die Art der Weinbereitung nicht wegweisend neu genug. Biodynamie und Burgundertechnik sind ganz im Gegenteil schon richtiggehend heimisch geworden  in der Champagne. Technisch wandelt die Cuvée Sapience also nur auf den Spuren des Meisters, ohne ihn zu überholen oder anzugreifen. Und Egly, der am anderen Ende von Ambonnay wohnt, wird sich über diesen Champagner auch nicht erschrecken. Dazu steht er viel zu fest auf eigenen Beinen. Ob Nicolas Joly, würde er einen Champagner machen, ihn so machen würde? Vielleicht. Wir wissen es nicht. Und damit die Vergleichezieherei nicht zu sehr ins Kraut schießt, beende ich sie hiermit schnell. Die Sapience-Champagner von 2006 bis 2010 und der folgenden Jahre haben ein gutes Konzept und profitieren von stringenter Umsetzung. Meine ersten Verkostungseindrücke sind positiv, aber für eine tragfähige Einschätzung reichen sie nicht. 

Club Trésors de Champagne: Remy Massin, Paul Bara, Cedric Moussé

Den Club Trésors de Champagne kennt man von seiner einheitlich für die jeweilige Spitzencuvée der Mitgliedbetriebe verwendeten Special Club Flasche. Im Grunde ist der Club eine der ersten Winzervereinigungen der Art, wie die verschiedenen Neugründungen Terres et Vins de Champagne, Terroir et Talents de Champagne oder die Artisans du Champagne. Wer eine Spitzencuvée seines Betriebs in der Special Club Flasche an den Mann bringen will, muss erst beim Grundweintasting die Club-Kollegen überzeugen und drei Jahre nach der Mise en bouteille das Produkt nochmals zur Verkostung anstellen; ein gutes Prinzip, wie ich finde. Nach wie vor findet sich deshalb unter den Mitgleidsbetrieben eine stattliche Anzahl sehr guter bis außergewöhnlicher Winzer, einige davon stelle ich in loser Folge hier vor.

 

1. Remy Massin

Ein Trend mit dem Alexandre Penet von Penet-Chardonnet begonnen hat und der schnell weitere Kreise gezogen hat ist der QR Code auf dem Rückenetikett; dieses Ausstattungsdetail hat auch Remy Massin übernommen, was ich gut finde. Remy Massin ist in Villes sur Arce an der Aube, südöstlich von Troyes zu Hause und eröffnet den Reigen der Club Trésors Winzer.

a) Integrale Extra Brut

80PN 20CH, 09er Basis mit Reserven aus 2008 und 2007, mit 5 g/l dosiert

Viel Noisette in der Nase, wirkt in der Nase und im Mund kurz und monothematisch, mit Gewöhnung und Luft ist der Champagner aber nicht verkehrt.

b) Millésime 2004

60CH 40PN, mit 6 g/l dosiert

Reichlicher Champagner, süffig und vollmundig, freudiger Charakter.

c) Louis-Aristide

100PN aus Solera, bzw. réserve perpetuelle 1995-2006, Flaschenfülllung 2007, mit 7,5 g/l dosiert

Bäckereiaromen, Hefe, Hagelzucker, Vanille

d) Rosé

Dies ist die letzte Version in transparenter Flasche gewesen, künftig wird der Rosé in einer UV-beständigeren Flasche ausgeliefert. Das ist gut, denn der Champagner lohnt die Umstellung und wird es mit Dank quittieren, derart geschont zu werden. Es wäre auch zu schade um die Aromen von Verbene, Limette und Blutorange. Trotz seiner wenig spürbaren Säure und dem nur schwach am Gaumen kitzelnden Prickeln ist der Champagner wohlgeraten und lässt keinerlei Frische vermissen.

 

2. Paul Bara

Die Chardonnays und Pinot Noirs von Paul Bara stammen aus dem schönen Grand Cru Bouzy, eine uraltrenommierte Gegend für guten Pinot Noir in der Champagne und vor allem deshalb besonders interessant nach den Pinot von der Aube zu trinken. Wer Haselnuss mag, wird sich hier bei praktisch allen Winzern gut aufgehoben fühlen. Das ist ein Merkmal und Vorzug des Terroirs dort, aber auch eine Einschränkung, die sich in Form nicht sehr breit gefächerter Aromen in vielen Chamnpagnern aus Bouzy bemerkbar macht. Bei Paul Bara weiß man das und kann damit umgehen; so stammen beispielsweise die Chardonnays überwiegend vom Fuss des Weinbergs, da ist es kühler und der Wein fettet den Champagner nicht noch unnötig auf. Was von Bara ins Glas kommt, lässt sich deshalb und wegen weiterer Feinheiten gut trinken, wobei sogar die Stillweine eine gewisse Beachtung verdienen.

a) Brut Réserve

80PN 20CH

Noisette, Toffee, bouzytypisch wenig merkliche Säure. Eleganter Champagner, der den Ort gut repräsentiert.  

b) Grand Rosé

Brut Réserve und ein 12% Anteil Bouzy Rouge

Brioche, Bäckerei, fluffig, rotfruchtig, kirschlastig, aber leicht und fein in der Nase; schöne Säure, die ich auf den Rotweinanteil zurückführen will, da ich sie im Brut Réserve, der als Basis dient, nicht wahrgenommen habe. Sehr guter Rosé, der anders, vor allem druckvoller angelegt ist als zB der von Remy Massin.

c) Special Club 2004

2/3PN 1/3 CH

Lockerer, launiger, aber stets eleganter Bouzy-Champagner, der dem manchmal etwas ernst und getragen wirkenden Charakter einiger Special Club Cuvées nicht entspricht und gerade aus der Magnum Freude auf sehr viel mehr macht. Ausgewogen mit fein über den Gaumen rieselnder Säure und dem 

d) Special Club Rosé 2006,

1/3 CH, 2/3 PN und 8% Rotweinzugabe

Üppige Nase, massiv im Mund. Sauce Griottine, Erdbeerpurée, schwarzer und grüner Pfeffer, Blutorange, Lebkuchen. Starker, kraftvoller und sehr fordernder Rosé, der aber, das zieht sich wie ein roter Faden durch die Weine aus Bouizy und zeigt sich speziell bei den auf elegante Reife abzielenden Champagnern von Bara, für meinen Geschmack wieder mehr Säure haben könnte.

 

3. Cedric Moussé

Aus Cuisles in der Vallée de la Marne, eingebettet zwischen den Tälern der drei verschiedenen Chatillons und räumlich hinter dem Denkmal für Kreuzzugspapst Urban II., stammt der Champagner von Moussé und richtig: Vallée de la Marne heißt vor allem Pinot Meunier. Der Special Club von Moussé ist deshalb ein 100% Pinot Meunier. Das ist noch nicht alles, ganz interessant ist hier nämlich auch der Boden, der über einen Schieferanteil verfügt, was in etwa so ungewöhnlich ist wie der Onyx, der sich im Sézannais findet. Champagne Moussé ist mit seinen ca. 5,5 ha der jüngste Neuzugang im Club Trésors und noch immer werden die Champagner vom jungen Cedric als Tip gehandelt, obwohl er, als Winzer der vierten Generation, seit zehn Jahren im Geschäft ist. Den Kollegen vom Club Trésors fiel er allerdings schon früh auf, denn bereits 2005 kam von dort das Angebot an Moussé, Mitglied zu werden. Cedric hat nicht gezögert und wird, so steht zu erwarten, noch ein Weilchen an der Clubgeschichte mitwirken. Moussé beschließt diesen Teil der Vorstellung verschiedener Trésors-Winzer.   

a) Blanc de Noirs Or Tradition

80PM 20PN

Frisch, recht fruchtig mit Quitte, Aprikose, Pfirsich und Maracuja, die man sich als Aufstriche für ein frisch gebackenes Roggenvollkornbrot vorstellen muss. Nicht der Gipfel an Komplexität und auch nicht ungeschlagen in Sachen Eleganz, aber ein schöner und den ersten großen Champagnerdurst gut abmildernder Happen für Freunde des Marnetals. Nix für den ganzen Abend, es sei denn man schmeißt noch den Grill an (und boudin blanc drauf) oder braucht es nicht besonders feingliedrig.

b) Special Club 2006

100% PM 

Weich, mit feiner Säure, Birnen, Feigen und Weinbergspfirsichen. Der Champagner ist mittelgewichtig, für einen Meunier ausgesprochen elegant, nicht so arg schwer, erdig, oder auf burgundisch getrimmt, sondern seiner Rebsortentypizität treu. Ob er getreu ebendieser – der Rebe vielleicht teilweise etwas übelwollend angedichteten – Typizität nicht riesig alt werden wird, lässt sich jetzt nicht abschätzen, würde ich aber nicht wundern. Momentan stehen solide Fruchtaromen im Vordergrund, das Exotikspektakel, das von manchen Meunierpuristen angestrebt wird, hat Moussé ausgelassen, was für eine solide Konstruktion spricht; nur die Feingliedrigkeit des Champagners könnte ihm beim Reifeprozess im Wege stehen. 

Champagne Tarlant

Familie Tarlant ist eine feste Größe, die seit dem 17. Jahrhundert in der Champagne verwurzelt ist und sich schon früh, d.h. zu einer Zeit, als die meisten Erzeuger noch bloße Zulieferbetriebe waren, im Winzerchampagnergeschäft etabliert hat. Umtriebig, herkunftsorientiert, experimentierfreudig, undogmatisch aber prinzipientreu ist die jüngste Generation des Hauses und weil das in Form ihrer Champagner nachschmeckbar ist, haben Benoit und Melanie Tarlant seit den späten 90er und beginnenden 2000er Jahren selbst im schaumweinfreudigen, aber champagnerskeptischen Deutschland eine unübersehbare feste Gefolgschaft, die nach wie vor wächst.

Benoit Tarlant, seit 1999 als Önomastermind am Ruder des Mehrgenerationenbetriebs aus Oeuilly, begann als einer der ersten, die alten Rebsorten der Champagne, die sein Großvater noch mit Fleiß herausgerissen und durch die heute klassischen Reben ersetzt hatte, wieder in den Blick zu nehmen. Arbane und Weißburgunderreben, die an der Aube heimischer sind als im Marnetal, gehören dazu, und natürlich die säurefreudigere Petit Meslier, die hier vom Schwarzriesling (Pinot Meunier) verdrängt wurde. Dennoch gibt es zB in Arty-Venteuil noch 2 ha ausschließlich mit Meslier bestockter Rebfläche, woraus Trauben für den reinsortigen Meslier aus Duval-Leroys Authentis-Serie gewonnen werden.

Weil meine Wege mich im Frühjahr häufiger in die Champagne führen und Champagner dabei regelmäßig den Weg in mein Glas findet, hatte ich in den letzten Wochen gleich mehrmals die Gelegenheit, die jüngsten Champagnerkreationen und aktuellsten Dégorgements zu probieren. Gekümmert habe ich mich dabei um die Basisqualitäten wie um die Spezialitäten des Hauses. Das dabei besonders erwähnenswerte Altrebsortenprojekt heißt bei Tarlant BAM und steht für die Rebsortennamen: Pinot Blanc, Arbane, Petit Meslier. Dieses Baby kenne ich, seit es als Fassprobe seine ersten vielversprechenden Kapriolen schlug. Zusammen mit der Komplettierung der "Vigne …"-Serie durch das 'Mocque Tonneau', für das zunächst der Name Vigne Rouge vorgesehen war, aus Wettbewerbsgründen aber in "Vigne Royale" geändert werden musste, ist das die für mich wichtigste Neuentwicklung bei Tarlant.

Der Brut Tradition gefiel mir dieses Jahr sehr gut, was nicht immer der Fall ist, manchmal wirkt er schon ausgelatscht und tranig oder allzu gewöhnlich. Das ist an sich kein Makel, denn die meisten Einstiegsbruts müssen gar nicht mehr leisten, als mainstreamigen Allerweltsgeschmack ins Glas zu bringen. Doch von Tarlant erwarte ich mehr und dieses Jahr kam mehr, vor allem freche Frucht und Säure, die das Rebsortengemisch gehörig aufpeppten.

Haken dahinter, denn der Brut Zéro ist sowieso viel eher meine Kragenweite. Durch seine verhältnismäßig lange Flaschenverweildauer rundet er sich sanft ab und braucht den abrundenden Effekt des Dposagezuckers nicht mehr. Autolytische Aromen, Crèmigkeit und Schmelz in einem Brut Zéro zur Geltung zu bringen, ist nicht leicht, viele dieser Projekte scheitern daran, dass die Weine auf unschöne Weise ungehobelt und eckig wirken. Nicht so der mit Könnerschaft und ungewöhnlich langer Erfahrung hergestellte Brut Zéro von Tarlant.

Der Brut Rosé Zéro mit Reserveweinen bis 2002 ist überaus frisch, kommt ohne störende Reduktionsnoten aus, die speziell den Roségenuss oft vermiesen und erscheint mir noch einen Ticken fruchtiger als sonst, ohne an Seriosität zu verlieren.

Das Rebsortenprojekt BAM!, dég. März 2013, besteht aus 2008er und 2007er Träubchen und macht seinem Namen alle Ehre. Im Mund gibt es tatsächlich eine kleine Explosion, die man sich natürlich lautlos vorstellen muss, wie wenn ein imperialer Star-Wars Jäger einen X-Wing Fighter abknallt. Ich denke, das macht die gute Säure vom Meslier, der mir unter den Altrebsorten sowieso die sympathischste ist.

Der Vigne d'Or Blanc de Meuniers 2003 schien mir bei 2 g/l Dosage etwas kahmig und moosig, trotz der redlich um Frische bemühten (zugesetzten?) Säure, klarte dann aber hintenrum auf und blieb mit seiner dicklich-saftigen, schmelzigen Art dem Jahrgang treuer, als seinem Vorgänger.

Der Vigne Royale 2003 ist mit unter 1 g/l dosiert, also eigentlich gar nicht. Säurearm, weich, geschmeidig und eingängig, mit samtigem Mundgefühl wie von Pfirsich Melba, wirkt reichlich reif und entwickelt, das Reifepotential schätze ich jahrgangsbedingt etwas dünn ein, aber versteifen will ich mich bei solchen Geschichten lieber nicht.

Vielen bekannt ist die Cuvée Louis, die es hin und wieder als Jahrgang gibt (riesig: der 90er aus Magnums) und in einigen Jahren als 1996, 2002, 2008, 2012er nicht nur mich glücklich machen wird. Die "Louis" mit Jahrgang sind sehr selten, aber traumhaft gut und trotz erkennbarer Verwandtschaft von gänzlich anderer Art – wie bei den Grand Siècles von Laurent-Perrier. Der aktuelle Louis ist jahrgangslos, die Basis bildet mit 85% der 1999er Jahrgang, 15% sind dem Vorgänger-Louis entnommen, so dass es sich um einen Nichtjahrgang oder einen Multi Vintage oder einen Solera im weiteren Sinne, namentlich durch eine Art Mini réserve perpetuelle handelt. Typisch für solche Champagner ist die von ihnen ausgehende Ruhe, die auch der jetzige Louis ausstrahlt; durch den Anteil reifer Weine besonders weich und rund, erinnert er längst nicht an Chantré, könnte aber ruhig mehr Biss haben. 

Abschließend ein paar Worte zum Saga Tarlant 1976, den Benoit zu seinem Geburtstag geöffnet hatte und der so nicht im Handel erhältlich ist, was ihn zwar interessant, aber für die meisten leider nur zu einem Lesevergnügen macht, wenn überhaupt. Zunächst wirkte der Wein im Mund sehr schwungvoll, dann fehlte nach meinem Eindruck entweder der Zucker oder die Luft oder was auch immer, jedenfalls fiel er in eine Art Dieselloch, wirkte dabei sehr trocken und etwas kopflos, im zweiten Glas präsentierte er sich ohne das Frischeloch, mit feinem Mousseux und nobler Crèmigkeit, bis am Ende förmlich der Jägersaucetopf explodierte, was mir sehr gut gefiel, weil ich diese Aromen beim reifen Champagner liebe.

 

 

 

Philipponnat Clos des Goisses 1994 – 2004

Jahrgangschampagner aus dem nur mäßig prominenten Champagnerjahr 1994? Da würde ich normalerweise abwinken. Bei Philipponnat nicht. Nicht, nachdem ich mit dem als ähnlich düster bekannten Jahrgang 1991 aus demselben Haus so gute Erfahrungen gemacht habe und Philipponnat sich nach einigen weiteren Proben sogar als regelrechter Spezialist für derartige Schwachjahre (2000, 2001, 2003) in meinem Verkostungshirn verankert hatte. Eine kleine Vertikale drängte sich also förmlich auf und wenn man schonmal in der Champagne ist, sollte man sich einen Besuch in Mareuil-sur-Ay sowieso nicht entgehen lassen. Die Champagner aus dem Clos des Goisses werden mit Anteilen zwischen 30% und 60% im kleinen Fass vergoren und durchlaufen keinen BSA, egal ob im Fass oder im Stahltank vergoren. Ein Chardonnayanteil von meistens zwischen 30% und 40% dient als Frischespielbein, während der dominierende Pinot Festigkeit, Struktur und Würze liefert. Das Geheimnis seiner outperformance in den bekanntermaßen schwachen Jahren ist damit aber noch längst nicht gelüftet. Muss auch nicht, mir reicht es völlig, wenn ich weiß, auf wen ich mich dann verlassen kann.

 

1. Clos des Goisses 2004, dég. Februar 2013

Eine ganze Wiener Feingebäckstube in der Nase, sehr viel Hagelzucker, einige Zimtblätter, Fenchelsamen und Lindenblütenduft. Der Champagner wirkte noch unentschlossen, war reichlich zu jung und wie mitten in der Pubertät erwischt, der uneinheitliche Mundeindruck rührt außerdem vom kürzlich erfolgten Dégorgement her, denke ich. Ein noch unzusammengefügtes Meisterstück, dessen künftige Balance, eingängig-crèmige Art und superbe Balance greifbar im Raum steht und wahrscheinlich durch nichts mehr verhindert werden kann, außer eben durch unglücklich gewählte Dégorgierzeitpunkte.

 

2. Clos des Goisses 2003, dég. August 2012

Hitzige Nase mit Dill, frischen Kräutern und Anis. Im Mund eine kaktusfeigenartige Stacheligkeit, mit hinterlistigen Säurefäden, die fast schon mehr stören, als helfen. Hilfe nämlich braucht man beim Verdauen dieses dicken Champagners, dem in seinen ersten Glasminuten mittlere und hohe Töne völlig abgehen, wie bei einer defekten Lautsprecherbox. Mit Luft entsteht ein etwas teeriger Duft, der mich an den geschätzten, aber schwierigen Duft Palais Jamais von Etro erinnert.

 

3. Clos des Goisses 2002, dég. Februar 2012

Algen, Apfel, Feigenschale, Melone, ein Nasengefühl wie bei einer sehr noblen Seife. Im Mund geheimnisvoll, mit dunkleren Aromatönungen, als die Nase ankündigt, wirkt zähfließend, was aber täuscht, wobei ich nicht unterschlagen will, dass ich eine höhere Säurepräsenz wünschenswert gefunden hätte. Wie der eng verwandte 2004er wirkt auch der 2002er noch unfertig und weitere drei Jahre Flaschenruhe seien ihm herzlich gegönnt.

 

4. Clos des Goisses 2001, dég. Juni 2011

Mein Favorit. Aus einen frostigen Jahr mit später Lese, Richard Juhlin empfiehlt sogar, den Jahrgang gleich komplett zu ignorieren, aber so kann man eben danebenliegen. Wie im Land der Raketenwürmer schießen Säurefontänen durch den Champagner, eine gewaltige und unbändige Kraft will sich hier aus der Flasche und dem Glas befreien, wenn der Champagner nicht so gut wäre, würde ich Alpträume von der Vorstellung bekommen, sowas in den Eingeweiden sitzen zu haben.

 

5. Clos des Goisses 2000, dég. Juni 2011

und dég. Oktober 2009 getrunken März 2011; deg juni 11, getr juni 11

Ein alter Bekannter ist mittlerweile der 2000er Clos des Goisses und einer von der Sorte, mit denen der Abend gar nicht schiefgehen kann. Komplex und in jeder Sekunde Neues aus den Tiefen seiner Perlage hervorholend, wie ein in Rausch geratener Verkäufer einer Edelboutique. Das ist nicht immer von Anfang an so, diese Flasche hier fand ich zum Beispiel erst etwas arg reduktiv, als sei sie mit einer dicken Kruste Austernschalen verschlossen, die sich aber schnell als brüchig entpuppte und das Panorama exquisit reifer Röstaromen in Nase und Mund entließ. Natürlich wirkte dieser Champagner nach dem brutaleren 2001er süßer, aber eben nicht unterlegen. Die meisten würden ihn dem 2001er wahrscheinlich deutlich vorziehen.

 

6. Clos des Goisses 1995, dég. Juni 2011 (Long Vieillissement)

Von diesem Champagner mussten drei Flaschen von ihrer Daseinsnot befreit und aus dem irdischen Jammertal entlassen werden; die erste hatte deutlichen Kork, die zweite wurde von heftiger Reduktion gebremst und erst die letzte Flasche dankte für die Erlösung mit körpeweise reifen Äpfeln, Kaffee, Pilzen, crèmiger, rahmiger Textur, Veilchennoten, obszön glitschiger Säure und einem ebensolchen Drang in Richtung Rachen.

 

7. Clos des Goisses 1994, dég. September 2004

Der Scheidebecher in mehrfacher Hinsicht. Für die Verkostung der letzte Champagner und für die meisten Champagnertrinker das Reifestadium, ab dem sie aussteigen. Dabei wirkte der 94er Clos des Goisses nicht überreif, maderisiert, allzu sherryhaft oder gar angeschossen, sondern hat derzeit so viel Reife und Konzentration in sich vereinigt, dass ich ihm gut und gerne noch ein beachtliches Leben in der Flasche prophezeie; was die meisten Trinker hingegen stören dürfte, ist die mit der allgemeinen Konzentration einhergehende Ballung herber, dunkler, kräftig-würziger Aromen, die dem Champagner etwas an Tempo zu nehmen scheinen. Für mich bedeutet das Erreichen dieses Reifestadiums nicht anderes als den Aufstieg in eine andere Klasse, weiter nichts.

 

Fazit:

Paradox, dass der Clos des Goisses, eine der heißesten Weinbergslagen der Champagne überhaupt, in so gegensätzlichen Jahren wie 2001 und 2003 so hochzuschätzende Champagner bringt. Toll, dass der Clos des Goisses so eigene, eigenwillige und reifebereite Weine liefert.