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Tag Archives: nv

Sachsensekt

I. Schloss Proschwitz, Prinz zur Lippe, Edition Meissen, "Cuvée Alexandra", Sekt b. A., brut NV

Riesling, Weißburgunder, Müller-Thurgau, 14,8 g/l Dosagezucker bei 7,6 g/l Säure; DIAM

Schon in der Nase ausgewogen, angenehm fruchtig mit kalkigen Einsprengseln und ohne die für Sekt oft so typische angebrannt-stechend-gezehrte Art. Im Mund von mittlerem Gewicht, fruchtig, floral, mit etwas Eisbonbon und leicht ölig, trotz der hohen Dosage noch spürbares Säuregegengewicht.

 

II. Schloss Wackerbarth, Cuvée "August der Starke", Sekt b. A., trocken NV

Riesling, Kerner, Weißburgunder, 23,4 g/l Dosagezucker bei 7,7 g/l Säure

Zurückhaltendere Nase, ebenfalls fruchtig, kalkig, reife Babybananen; im Mund eine Frische wie von Acerola, dazu Apfel-Bananenmus, gut fokussiert. Milde Säure, die gegenüber der hohen Dosage nur vereinzelt Akzente setzen kann.

 

III. Sächsische Winzergenossenschaft Meißen, St. Benno Scheurebe Sekt b. A., trocken NV

29,6 g/l Dosagezucker bei 5,3 g/l Säure,

In der Nase ein ganzer Asiamarkt voll Litschi und Drachenfrucht, auch rote Beeren, leicht floral, wohlgerundet, kein pipi de chat. Im Mund genauso bissfest, wie eine in Zuckerwasser eingelegte Litschi und genauso süss. Kostet Überwindung, nachher ist es aber gar nicht so schlimm, der Sekt schmeckt sogar richtig gut und nicht annähernd so pampig, wie der Zuckergehalt vermuten ließe, von Säure indes keine Spur.

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flying buffet und passende Champagner

Vorspeisen

 

I.1 Brioche mit Foie Gras, dazu Ralf Peter Schauf Rieslingsekt (ecovin) trocken 2007

Die daumenkuppengrossen Hamburger hatten einen Tupfer zartschmelzender Foie Gras als Belag. Fast schon banal, aber wenn Burgerbrötchen und Foie Gras im richtigen Verhältnis (der Foie Gras Klacks muss ca 2/3 der größe des Miniburgers haben) zueinander stehen, ein willkommener Snack.

Dazu passt sehr gut der mit 7,50 EUR gar nicht teure Winzersekt aus Ernst an der Mosel. Gerade weil er trocken dosiert ist, paaren sich die Süße von der Foie Gras und die durch den Dosagezucker herausgehobene Rieslingfrucht optimal.

 

I.2 Rinder-Carpacchio mit Rucola, dazu Jean Moreau Brut Tradition Grand Cru NV

Etwas faseriges Rucola und extrem dünn geschnittenes Carpacchio, das bevorzugt am Teller kleben blieb oder sich nur durch Zusammenmatschen auf ein Essgerät bringen ließ. Dazu Schnipsel von irgendeinem viel zu jungen Hartkäse. Schmeckte zwar, machte aber keine Freude. Freude machte dagegen der hälftig aus Chardonnay und Pinot vinifizierte Champagner von Moreau aus Ambonnay. Für einen Brut denkbar hoch dosiert und für mich schon extra dry, aber wegen seiner gediegenen, zwischen sportlicher Chardonnayfrische und gemütlicher Pinot-Ruhe angesiedelten Art mit einem Schwenker über Butterscotchtoffee sehr sympathisch. Gut zu Rucola, zu großzügiger geschnittenem Carpacchio sicher auch.

 

I.3 Steinpilz-Tiramisu, dazu Rene James Lallier Brut Zéro Grand Cru NV

Intensives Steinpilzaroma und angenehm feste, nicht zu fluffige Konsistenz. Mir aber selbst als kleine Portion zu viel und zu einseitig. Nicht ganz glücklich dazu der "einfache" Grand Cru von Lallier aus 70% Pinot (Ambonnay) und 30% Chardonnay (Avize) als Zéro-Dosage, jedenfalls dann nicht, wenn das Dégorgement noch nicht so weit zurückliegt. Das Hauptproblem beim Zéro ist, dass er kurz nach dem Dégorgement zu frisch ist und dann nicht so konstant und zuverlässig reift, wie der leicht dosierte Champagner. Gerade die reifen Lalliers bestechen aber durch pilzige Noten und Unterholz, Kaffee- und röstige Komponenten.

 

Hauptspeisen

 

II.1 Maispoularden-Variation am Lollystick, dazu Taittinger Brut Prestige Rosé NV

Zartes, warmes Fleisch am Stiel, eine gute Sache. Mal mit Spinat, mal mit Pumpernickel, teilweise mit einer Karottencrème, jede Variante war gut zu essen. Wieder 70PN/30CH, hier in einer ganz leichten, fruchtigen Mischung, die nach Art der großen Häuser auf Massengeschmack getrimmt ist – das aber so gut, dass es schwer fällt, zu widerstehen. Etwas schwierig mit gemüsigen Speisen, aber sehr schön zur Maispoularde und zum Pumpernickel. Indifferent zu Karotte.

 

II.2 Seeteufelmedaillons auf Pestonudeln mit Lauch-Tomaten-Gemüse, dazu Duval-Leroy Femme de Champagne 1996

Gegen Seeteufel kann man ja nicht viel haben. Die Pestonudeln waren leider etwas hart, das Lauchgemüse nervte und hätte viel dezenter und in kleinerer Menge serviert werden sollen. Entschieden gut und ein großartiger partner zum Fisch die Femme de Champagne. Reife, kräftige Säure und ein zupackender Stil, eine Cuvée aus ca. 25% Pinot und ca. 75% Chardonnay, die eins zu eins dem emanzipierten Führungsstil von Carol Duval entspricht. Nichts für Schleckermäuler und mit Sicherheit kein Champagner fürs Schäferstündchen, sondern ernste Unterhaltung.

 

II.3 Hummerpraline im Kanakiteig auf Mango-Limonen-Ragout, dazu Baron Fuenté Blanc de Meuniers NV

Schöne Kombination aus zurückhaltendem, sehr dünnem Teig, gut wahrnehmbarem Hummer und auflockernder Frucht. Die originelle Flasche birgt einen nicht minder originellen Inhalt, 100% Pinot Meunier, weiß gekeltert. Eigentlich eine sehr naheliegende Cuvée für ein Haus aus Charly sur Marne, denn es handelt sich um die beherrschende Traube im Marnetal. Richtig ausgebaut kann man mit diesem underdog überraschende Ergebnisse erzielen und manche Meuniers bringen es gar zu Kultstatus. Das ist hier gar nicht gewollt, dieser Champagner ist mehr eine Hommage an das Fruchtfleisch auf den mineralischen Rippen vieler "normaler" Cuvées, denn das eine ohne das andere kann nicht sein und nur allzuoft wird mehr Wert auf das Skelett gelegt, als auf die Figur. Fortgeschrittene Reifetöne versprechen eine zum Hummer passende dekadente Üppigkeit, die sich im Mund als konzentrierte, rosinige, auch schon überreife Fruchtdominanz äußert. Säurearm und von Honigtönen umspielt, passt dieser Champagner gut zu den Säurespitzen vom Mango-Limonen-Ragout. Solo geht er mir dagegen zu schnell aus dem Leim.

 

II.4 Vanillierte rote Linsensuppe mit St. Jacques, dazu Deutz Cuvée Brut Classic NV

Sämige, gut gelungene Komposition und bissiges Muschelfleisch, da kann man nicht meckern.

Passend dazu die renovierte Bilderbuchcuvée von Deutz. Drittelmix aus gleichen Teilen Chardonnay, Pinot-Noir und Pinot Meunier, keine zu hohe Dosage und eine von dezent animierender Säure getragene Mineralität, dazu pürierte Früchte und krosser, leicht gebuterter Toast.

 

II.5 Canneloni mit Garnelenfüllung auf Zitrusspinat und Pinienkernen, dazu Franck Bonville Les Belles Voyes Blanc de Blancs Grand Cru (2004)

Bissfeste Canneloni mit etwas müder Garnele, dafür ein aromatischer, grossblättriger, gleichzeitig zartfester Spinat, die Pininekerne dazu sanft angeröstet und aromatisch aber nicht zwingend nötig.

Kein offizielle deklarierter Jahrgangschampagner, aber fakisch ein 2004er aus dem Herzne von Oger, wo die Chardonnays so tiefgründig mineralisch und von strenger Säure sind, wie im benachbarten Le-Mesnil. Die Einzellage Belles Voyes ist mit steinaltem Chardonnay – um die 80 bis 90 Jahre – bepflanzt; Franck Bonville zwingt die Reben zum Glück und lässt sie fast wie im Märchen vom tapferen Schneiderlein die letzten Tropfen aus dem Gestein pressen. Dementsprechend sagenhaft schmeckt der im alten Holzfass gereifte Wein. Großartig und wie verwandt mit Pinienkernen, gut zu den Cannelloni, auch zu den Garnelen, etwas schwierig mit dem Spinat und am besten eigentlich solo.

 

Nachspeisen

 

III.1 Kakaowürfel mit flüssigem Mangokern, dazu Pol-Roger Rich (demi-sec) NV

Ziemlich mastiger kleiner Kakaoklotz, der an Eiskonfekt erinnert, die Mangofüllung hätte mehr Biss und Säure benötigt. Nicht völlig unproblematisch aber mit etwas gutem Willen dazu der Demi-Sec von Pol-Roger. Der ins Zitrusfruchtige neigende Champagner ist gar nicht so arg süss und daher ein heikler Partner für Desserts. Mit dieser eher bitterschokoladigen und ziemlich buttrigen Kreation kommt er, wenn man nicht partout in den Diabetikerhimmel will, gerade noch zurecht.

 

III.2 Quittenmousse mit Lakritzreduktion, dazu Charles Heidsieck Blanc de Millenaires 1995

Feine, sehr saubere Quittenaromen, angenehm samtige Textur, dezente Süßholzaromen, die auch nicht stärker hätten sein dürfen. Diesen Blanc de Blancs muss man allein deshalb zur Quittenmousse trinken, weil er die Quittenaromen so völlig auf Augenhöhe wiedergibt. Da die Quittenmousse nicht zu süss ist, wirken die Aromen prachtvoll und holzschnittartig vergröbert, aber immer noch sehr kunstvoll.

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Pfalzimpressionen

i. weingut zur schwane, volkach/franken, spätburgunder fervor oloris 2006. wie schwere naturseide gleitet der wein ins glas und gibt sich gut zugänglich, die kapriziöse diva ahnt man lediglich im hintergrund, die tanninkrallen bleiben eingefahren. reichhaltige, beerenfruchtige aromatik und nur eine andeutung von schokolade schwebt aus dem glas heraus.

ii. weingut nägelsförst, ortenau/baden

1. blanc de noirs, crémant brut nv, herber, leider nicht sehr harmonischer, etwas zu saurer schäumer ohne die fleischige pinot-art des champagners, leider aber auch ohne sonstige eigenständige, positiv markante eigenschaften

2. cuvée aus 50% spätburgunder, 50% tempranillo, fassprobe. weinüberraschung des abends, den spätburgunder merkt man sofort, die tempranillo hätte ich nie identifiziert. sehr gelungener mix aus frucht und frucht, harmonisch, mit einem mediterranen schwung, der dem wein eine völlig unerwartete richtung gibt. macht spass, dran rumzurätseln, wenn man ihn blind im glas hat, schmeckt aber auch, wenn man weiss, was es ist.

iii. weingut dr. pauly-bergweiler,

1. graacher domprobst feinste auslese 1959. am erstaunlichsten war die jugendliche frische dieses weins. die fünfzig jahre nimmt man diesem charmeur, der fast ganz ohne firne und petrol daherkommt, kaum ab, dafür lässt man sich nur zu gerne von saftigst-reifer aprikose, pfirsich, nektarine, mandarine mitreissen, warme, geschwenkte butter und eine animierende, immer noch leicht pricklige säure tun ihr übriges. ob lagencharakter ja oder nein, lasse ich mal dahingestellt sein, der wein war jedenfalls hochgradig elegant und zeitlos.

2. bernkasteler badstube hochfeine auslese 1969. auch dieser kollege wirkt wesentlich jünger, als er ist. von midlife-crisis keine spur, sondern pralles leben im glas. könnte genauso gut aus den späten achtzigern oder vom anfang der neunziger stammen, etwas dichter, würziger, als der domprobst, erinnerte stärker an honig und püriertes fruchtfleisch und brachte hintenrum eine leichte herbe mit, war also nicht ganz so ätherisch, sondern bodenständiger.

im deidesheimer hof gab es nicht nur den langsamsten und in dieser klasse bislang schlechtesten service, den ich je erlebt habe, sondern auch strohiges sauerkraut zum sonst ganz guten saumagen.

als begleitwein gab es hingegen

iv. müller-catoirs haardter bürgergarten spätlese trocken 2008, d.i. eine liebeserklärung an den pfalzriesling. würzige, exotisch-fruchtige nase, orangenblüten und tropifrutti . der erste schluck dann saftig, kraftvoll, mit berstender frucht und einer länge, die von raffiniert eingebauter und gleichzeitig absolut seriöser süsse bis in den magen reicht.

v. von jul. ferd. kimich in deideheim dannn die deidesheimer grainhübel auslese 2007. feiner, schwungvoll auftretender riesling mit entertainerqualitäten. machte sich gut zu den getrockneten orangenspalten in bitterschokolade.

außerdem für die weiterfahrt

vi. knipsers rosé cabernet & co. 2008 gestürzt. da geht jedesmal die sonne im glas auf. no brainer.

vii. regina menger-krug und mann in der villa im paradies aufgesucht und bei gutem wetter noch folgende buddeln geöffnet:

1. motzenbäcker mondeiche riesling spätlese 2007. da liegt der riesling wie in plüsch eingebettet und strahlt wie ein vergnügtes baby, nur ohne den babyspeck. glasklar, dabei eher fruchtig als mineralisch, mit einer über stunden changierenden, amylischen fruchtaromatik, bei feinster säure und beeindruckender länge. wenn man wolken trinken könnte…

2. motzenbäcker mondeiche chardonnnay spätlese 2007. auch hier die mondaromatik, bzw. so etwas eingebettet-plüschiges, das dem bsa-freien chardonnay einen eleganten rahmen gibt, ohne kitschig zu wirken. chardonnay der marke kokosmakronen mit zitrusschalenabrieb, für mich etwas schwächer als der mondriesling.

3. menger-krug riesling méthode rurale 2007. eine novität mit ca. sieben bar flaschendruck, sehr feiner perlage, aufregendem mousseux. für sein alter ziemlich dunkler, gereift wirkender riesling, der mit apfelaromatik und einer sektuntypischen dreidimensionalität nach einem grossen glas ruft. produktionsbedingt sehr leicht im alc. (die zweite alkoholische gärung fällt ja weg). gefällt mir besser, als zb der rurale von allendorf im rheingau.

4. menger-krug chardonnay méthode rurale 2007. wie beim mondwein gefällt mir auch hier der riesling etwas besser als der chardonnay, der aber ebenfalls von der ungewöhnlichen methode profitiert. ganz und gar ohne dosage – was bei sekt oft zu einer gezehrten aromatik führt -, hier allerdings bleibt die saftige, primärfruchtige art davon völlig unbeeindruckt.

5. motzenbäcker ruppertsberger reiterpfad, flug des falken, auslese, 2007. leichte, etwas ölige auslese, herbe, unverspielte, zupackende art. am besten direkt nach dem espresso.

6. krugscher hof blanc de noirs eiswein 2007 (herrgottspfad?*). im grunde sehr säurearm, in der nase allerdings etwas flüchtige säure, vermischt mit einem hauch schokolade, am gaumen gegen ende dann wieder ein leichter säureschwenker, der dem dichtgewirkten wein zu mehr lebhaftigkeit verhilft.

7. krugscher hof beerenauslese 2007 (römerberg?*). leichterer vertreter, nahtlos, glatt, geschmeidig, mit viel botrytis, aber zum glück noch nicht so süss, dass er schon wieder scharf wirkt. aprikose, aber auch nektarine, sehr viel saft und nicht so viel fleisch.

8. krugscher hof gau-köngernheimer vogelsang tba 2007. sämig, mit leicht flintiger note, apfel, cranberry, viel fruchtfleisch und erfreulich viel säure, harmonisch, balanciert, in bewegung. kein wein, der einen nach zwei schluck satt macht.

9. krugscher hof gau köngernheimer vogelsang tba 80% riesling, 20% gewürztraminer 1967. dunkles, gleichwohl edel rötlich glänzendes gold, eine spur sherry, aber auch sehr viel gewürz, piment, muskat, nelke, omas apfelkuchen. im mund frischer, als die farbe nahelegt. entwickelt sich prächtig mit luft und spielt eine karte nach der anderen aus: säure, lebhaftigkeit, reife, würze, komplexität, entwicklungsfähigkeit, ein wein zum festhalten

* notizen unleserlich

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Fünfte Bubenhäuser Weinrunde

I. Weingut Laquai/Langehof

1. Riesling Kabinett
2007er Rauenthaler Rothenberg

Bierhefe und Gäraromen. Nicht mein Fall.

2. Riesling Kabinett
2007er Rauenthaler Wülfen

Auch hefig, aber mit durchbrechender blumiger Art, sauberfruchtiger Süße bei spritzigem Naturell. Mittellang

II. Weingut Ernst Rußler

1. Rieslingsekt – brut

2007er Rauenthaler Steinmächer

Trocken, mineralisch, sektig, vielleicht als extra trocken die bessere Version. Am Ende leichter bitterer Schlenker. Trotzdem ordentlich.

III. Hess. Staatsweingüter Kloster Eberbach

1. Riesling trocken

2008 Rauenthaler Baiken

glatt, sauber, mineralisch, Andeutung von gelbem Obst

2. Riesling Spätlese

2007 Rauenthaler Baiken

wässrig und dünn, allenfalls etwas zu der allgemeinen Spritzigkeit passendes, aber nicht besonders originelles Brausearoma, aus der Lage und dem Jahr hätte bei dem Prädikat und Preis mehr kommen müssen

3. Riesling feinherb

2007 Rauenthaler Wülfen

saftig, leicht buttrig, attraktive Säure, besser gemacht als der Baiken, insgesamt aber auch nur Mittelmaß

IV. Weingut Karl Johannes Wagner, Johanneshof

1. Riesling „Alte Reben“ Spätlese, feinherb

2007 Rauenthaler Wülfen

mostig, auch hefig, gleichzeitig schon mineralische, steinige Art und ein irritierender Rest an Kohlensäure, insofern aromatisch etwas wacklig, aber noch entfernt davon, die Balance zu verlieren, kann wirklich was werden

2. Riesling Spätlese

2007 Rauenthaler Gehrn

schöner Lagenvertreter, gegenüber dem Wülfen balancierter, cremiger und buttriger, hat eine sanfte, fast balsamische, aber nicht so fette Art. Manche Mittelmoselrieslinge entwickeln das auch (zuletzt die 03er Wehlener Sonnenuhr Spätlese von S. A. Prüm), vielleicht kein Langläufer, aber man weiß ja nie.

V. Weingut H. J. Wagner/Weinhaus Engel

1. Spätburgunder Weißherbst

2004 Rauenthaler Steinmächer

Kraftvoll und weinig, herber, apfelmostiger Charakter, wie mit untergemischten unreifen Goji-Beeren oder Cranberries mit Frostbrand. Kaum Spätburgundercharakter, aber ein redliches Vergnügen zur Wildbratwurst vom Grill.

2. Riesling Spätlese

2007er Rauenthaler Gehrn

kalkig, pudrig, mineralisch, etwas mostig, Kräuterwürze ja, aber alles noch nicht so weit, dass man von Komplexität sprechen könnte. Dezenter, ruhiger, guter, aber fast etwas langweiliger Wein.

3. Riesling Auslese

2003 Rauenthaler Wülfen

Honig. Röstaromen, noch heisser Kaffeesatz, geklärte heiße Butter, erinnert mich an reifen Piper-Heidsieck Rare. Sättigendes Vergnügen.

VI. Weingut Sturm & Sohn

1. Riesling Spätlese feinherb

Rauenthaler Baiken

gut gelungener Baiken. Milde Kräuterwürze, gleichzeitig mineralisch und fruchtig, wilder Pfirsich, am Ende etwas herb, aber noch im Rahmen des Gesunden.

2. Auxerrois Spätlese trocken

2007

superdicker und säurearmer Wein, Duft von Tannennadeln und Butter, im Mund balsamisch, mit Eukalyptus, vegetabilen Aromen, Zitronenmelisse, lang und wie ein samtiger Belag am Gaumen haftend. Probeflasche für ruhiges Nachverkosten erforderlich gewesen.

VII. Schloss Vollrads

1. Riesling Sekt Brut

2006

ansprechend, vollmundig, sehr präsent, mit haarscharf unter der Süßegrenze liegender Brutdosage. Sehr saubere Frucht, gelbes Obst, Weinbergpfirsich, beerig, recht lang, gut. Für 12,70 EUR /Fl. (gegenüber unrealistischen 28,50 für den Extra Brut) gleich was mitgenommen.

2. Riesling Sekt Extra Brut

2003

dünne Nase mit füchtiger Säure (wegen der Eisweindosage?). Mineralisch und kalkig, im Mund anfangs eher wässrig und dünn, wirkt aromatisch eng und ohne großen Spielraum. Wäre ohne Eisweindosage und als Brut vielleicht ausdrucksvoller.

3. Spätlese trocken

2007 Schloss Vollrads

pudrig, minerlaisch, etwas verwässert. straffe Säure, aber insgesamt nur so naja.

4. Spätlese

2007 Schloss Vollrads

Himbeermarmelade mit Kernen drin, das ganze dann auf frisch getoastetes und mit guter Butter bestrichenes Brot, fertig ist die Spätlesenase hier. Gefällt mir. Im Mund auch wieder leicht buttrig, geht einwandfrei runter, die Säure hält sich im Hintergrund, aber nicht bedeckt. Für 14,60 EUR gleich paar Buddeln gekauft.

VIII. Weingut G. H. von Mumm

1. Riesling Spätlese

2007 Johannisberger Mittelhölle

für 11 EUR ein billiges Vergnügen runder, gelungener Wein

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Kleine Bordeauxsause

Lilian Ladouys 1993

Traut man den Bordeauxauguren, spricht manches dagegen, diesen Wein heute ernsthaft mit Genusserwartung einzuschenken (Wine Spectator: zurückhaltende 82 Punkte bei noch zurückhaltenderer Zukunftsprognose). Wer’s trotzdem wagt, wird belohnt, denn dieser St. Estèphe zeigt reife Cassisaromen, sanftes, noch nicht völlig verschwundenes, sondern jetzt genau richtiges Tannin und etwas Graphit, entwickelt sich mit etwas Luft zu einem vorzüglich harmonischem Speisenbegleiter und das zum Schmunzelpreis (wenn man denn seinerzeit so klug war, mehr als nur für den Alltagsbedarf davon einzukaufen und hinzulegen)

Réserve du Velours 2001
Der zweite Überrascher ist nicht klassifiziert, schmückt sich nicht mit Terroir, Familie, Punkten, oder einem potenten Investor, sondern glänzt einfach nur verlockend rubinrot im Glas und lädt mit einer von Erdboden und ledrigen Aromen geprägten, sonst aber durchweg fruchtigen, nicht unseriösen Nase zum Genuss ein. Genuss ohne Reue, wie sich dann schnell herausstellt, diese Reserve du Velours bringt einen Spass, den man sonst frühestens in der Klasse der guten Cru Bourgeois zu erwarten gewöhnt ist


Pichon Longueville Comtesse de Lalande 1993

Damenhafter Wein von rehhafter Schönheit und Agilität. Getragen von Kirschnoten in tiefdunkelroter Robe und mit schelmisch durchblitzender, sozusagen mädchenhafter Säure. Für viele einer der besten Weinie des Abends.


Grand Puy Lacoste 1993

Herber, ruppiger, vielleicht auch noch nicht ganz ausentwickelt dagegen der GPL – aber Jungs sagt man ja oft nach, dass sie in der Entwicklung ein bisschen langsamer sind als Mädchen. Für mich an diesem Abend eine Nuance über der in puncto Eleganz klar überlegenen Comtesse, aber wegen des meiner Meinung nach größeren immer noch vorhandenen Potentials und der für mich besseren Kombination zum Lammkotelett in diesem flight hauchfeiner Sieger


Canon 1993
Rüber nach St. Émilion und gleich ins volle Leben! Würzig, mit Pfefferkuchen, Nuss, Pflaumenmus und einer immer noch lebhaften, kerngesunden Säure. Reichlich lang am Gaumen und ohne begleitende Speisen für mich besser als mit

Beauregard 1993
Auf der rechten Spur auch Beauregard aus Pomerol. Tannin, Süssholz, reife Kirsche, nicht so komplex wie der Canon, kein Rechtsüberholer, eher einer, der sich mit seiner ruhigen, konzentrierten, aber nicht schwermütigen Art für den Sonntagsausflug eingerichtet hat. Daher gern zum Truthahnsandwich mit Remoulade, Kalbskopfsülze, Stücken von roh geräucherter Lende oder Roastbeefscheiben


Montrose 1989
Wundervoll ist noch zu wenig für diesen dunklen, fast geheimnisvoll anmutenden Wein. In konzentrischen Kreisen finden sich außen softes Tannin mit crèmigem, nur noch Spuren von Vanille verratendem Übergang in einen Ring steiniger Mineralität und schließlich eine vibrierende Säure, die den saftigen Kern aus reifen schwarzen Beeren, Kompott und umgibt.


Angélus 1989

Bordeauxtrinken wird einem selten so gemacht wie bei diesem himmlischen Wein. Der 89er Angélus hat eine so unmittelbare, ganz selbstverständliche Präsenz, dass man sich gar nicht unterhalten mag, sondern nur den Duft aus dem Glas saugen will. Da findet sich Minze neben Pflaume, Kirsche und Cassis, Leder, Zedernholz und Tabak, ja die ganze Latte der Bordeauxaromenclichés auf einmal, aber in einer Anordnung und in einem ganz und gar unclichéhaften Varianten- und Entwicklungsreichtum. Eine bessere Heimat für den – mit um die 40% hohen – Anteil an Cabernet Franc kann man sich nicht wünschen.

Ich habe dann noch mit einem Chateau Negly, 100% Syrah, La Porte du Ciel 2003 gekontert, der Wein war nicht in Konkurrenz zu den Bordeaux zu sehen, eher als ein aliud. Warm, reichhaltig, konzentriert, trotz seiner 14,5% alc. nicht spritig oder hitzig, ähnlich wie die Bordeaux mit kraftvollen roten Fruchtaromen ausgestattet, komplex, auch mit etwas Bitterschokolade, später vermehrt erdige und würzige Noten, die an frische geschnittene Champignons erinnern.

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Châteauneuf-du-Pape: 1978

Peter jakob kühn quarzit 2007 – nice starter with fresh acidity and this typical stinky pjk nose

1st flight

1.1 granville cuvee royale negoce – malt, soil, iodine, rather thin, not very harmonious, not much fun to drink, more or less over the hill

1.2 chateau de vaudieu – same malty and earthy flavours with slightly metallic undertones which disappeared with some air. well-rounded sweetness and some eau de vie de kirsch, slightly too much alcohol on the palate, apparently some splendour left, but the wine has been declining for years already

1.3 domaine de st. prefert – watery, metallic, some malt, under these layers some hints of fruit, light-weighed, weakest wine of the flight

2nd flight

2.1 Vignobles lucien barrot – attractive nose, sweet, malty, develops medicinal flavours and dried herbs, reminded me of ramazotti or averna. clear on the palate, almost youthful, some alcoholic sharpness and still tannins mixed with grounded pepper, declining

2.2 domaine de la serriere – bacon, smoke, sulfites and ironoxydes, nose reminded me strongly of anchovies; later some dark berries showed up. loads of tannins on the palate, some sharpness, but the rest of the wine is still able to integrate the alcohol, drinks well

2.3 La charbonniere, caves mövenpick, en magnum – iron oxyde, but dominated by fruit here, then liquorice and dried herbs. creamy palate, quite easy drinking without sharpness or tannins, but at the same time with quite a masculine attitude. some ripe and juicy, crunchy bell pepper as well. harmonious wine, fun to drink

3rd flight

3.1 jean barrot, cuvee de hurlevent – pottage/gazpacho nose, lovage, later some toffee, rather thin nose although.still a wine with power, medium acidity, not very complex, but stays for a while on the palate

3.2 cuvee du boisdauphin – roasty, smoky nose, perfectly smelled like pimientos del piquillo. juicy, fresh and youthful palate with dark, concentrated berries and mild acidity.

3.3 domaine du pere caboche – strawberry-toffee and coke! almost no acidity, tasted like freshly squeezed strawberry juice, nice to drink

4th flight

4.1 domaine de cabrieres – clean, youthful, some sharpness, drink and forget.

4.2 chateau de la gardine – whipped cream and some malt again here. oxidyzed on the palate.

4.3 clos du mont olivet – ripe, juicy, expressive and youthful fruit, rolling merrily over tongue and palate but disappears too fast

5th flight

5.1 chateau maucoil – detergent with a citrussy flavour, elegantly mixed with madeira, nuts, figs and date, vibrant nose, but at first sip sharp, with a one-dimensional palate; develops with air and gathers some weight, especially the figs and dates are a great counterpart for the bitty acidity

5.2 chante-cigale – malt, iron, acidity were the dominant flavours i did not want to taste in this wine, disappointing.

5.3 elie armenier (domaine marcoux) – warm, with cranberries, blueberries and acidity on the nose; palate still on a high level with grip, tannins, clean and demanding, ambitious acidity

6th flight

6.1 domaine de mont redon – warm liquorice, lovage, graphite, floral notes and ripe fruit here, at least the nose was very promising. eye to eye the palate, well-integrated tannins, fruit and fun to drink for about half an hour, then declining

6.2 domaine de mont redon, en magnum – at least one level above than the mont redon from 1/1 bottle, far more elegant, dancing, with higher complexity and much more finesse, really began to show its superiority after ca. one hour and still developped on and on

6.3 domaine de mont redon “les brusquieres”, en magnum – camphor, metal, fresh blood on the nose for about half an hour, then the first signs of a huge wine: tingling herbal and floral scouts, then more and more earthy and spicy falvours, some metal still mixed up but more and more displaced by fresh mushrooms, graphite, kirsch, plums, cranberries, blackberries. fine structure, harmonious, needs lots of air to breathe, great wine, my secret wine of the night

7th flight

7.1 chateau de beaucastel – silex + slight brett, then razorblade sharp fruit, highly focussed, and leaving a creamy texture on the tongue and palate, tough wine!

7.2 chateau fortia tete de cru – cream and toffee here, very fruity with loads of strawberry and raspberry. not quite so on the palate, there’s more austerity, more tannin, more alcohol – could have some more flesh for me. looks like the wine begins to dry out, but ist still fun drinking, though

7.3 clos des papes – enormous nose, pure purple, flowers, cream, herbs, woodland strwaberries, blackberries, red fruit jelly with finest rum, this wine somehow was the quintessence of all the wines before, truly a monarch, or, a pope.

then we had some

– corked cabrieres 1980 – really a pity

– didinger, bopparder hamm beerenauslese 2007 – just wonderfully balanced, great stuff!

– dveri-pax, radbona, furmint auslese 2004 – not my cup of tea, odd, not harmonious, somewhat resinous

– didinger, bopparder hamm mandelberg * 2006 – apricot, peaches, mushrooms, white nougat, oily mouthfeeling

– leoville poyferre 1990 – musculuous and smooth, tobacco, plums, graphite, well-rounded, almost mellow mouthfeeling, a wine to fall in love with

– pichon baron 2002 – warm wine with vegetables, bell pepper and a smell of vitamin pillbox; harsh acidity at first sip, followed from a more concealing tannic structure and boasting cassis. very youthful, fun to drink for some, for me it’s too young

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Spitzenrieslinge

Preise sind ca.-angaben und können je nach händler variieren

Fritz haag

2007er riesling trocken: melone, getrocknete, kandierte früchte, poolfeeling – 8,50 eur

1998er brauneberger juffer sonnenuhr auslese goldkapsel: kein petrol in der nase, dafür im mund die volle ladung. Wirkt etwas zergliedert, machst noch spass, sollte aber jetzt getrunken werden – k.a.

josef rosch

2007er trittenheimer apotheke spätl: etwas medizinal, dichtgewirkte aromatik, wirkt wie der winzer selbst, knorrig, eigenwillig, geradlinig – 12,50 eur

2007er trittenheimer apotheke auslese ***: aufregende nase voller südfrüchte, orange, khaki, grapefruit, vermischt mit trockenkräutern; voller, bemerkenswerter wein – 27 eur 0,5l

van volxem

2007er kanzemer altenberg erstes gewächs alte reben: zienlich eleganter wein, bei ausgesprochen stattlicher positur – 29 eur

2007er kanzemer altenberg erstes gewächs auslese: dick, buttrig, musig, fast pampig, fordernder wein zum kauen 22 eur 0,375l

2005er scharzhofberger: grosser riesling mit etwas – nicht unappetitlicher – flüchtiger säure/klebstoffnase – k.a.

egon müller

1995er wiltinger braune kupp spätlese: vorbildlicher, jugendfrischer riesling mit zarter firne – k.a.

forstmeister geltz-zilliken

2005er saarburger rausch auslese lange goldkapsel: orangenconfit, agrumes, puffreis, perfekte balance von süsse und säure, ausgesprochen langer, nachfedernder abgang – 64 eur 0,375l

schloss lieser

2007er brauneberger juffer sonnenuhr auslese goldkapsel: vom ersten tropfen sofort die volle präsenz, vollmundig, lang und bei üppiger sauberer und kerngesunder säure ein sehr eleganter riesling – 28 eur

2007er lieser niederberger helden auslese lange goldkapsel: nahezu perfekt. Ein bisschen wie die symphonie nr. 8 von franz schubert, kündigt sich leise aber mit dem sonoren klang der tiefen streicher getragen, mit feinstem pizzicato an und schwappt sich dann hoch zum melodiösen triumph, variiert das thema und hat den namen unvollendet eigentlich nicht verdient. Fast schon dramatisch günstig! – 32 eur

1997er lieser niederbereger heldenauslese lange goldkapsel: elegant und finessereich, von spritzigen zitrusaromen getragene Firne, der kann noch! – k.a.

Heymann-löwenstein

2007er uhlen roth lay erstes gewächs auslese goldkapsel: tipptopper wein, von traumhafter ausgewogenheit, mit viel druck am gaumen, echtes goldstück – 39 eur 0,375l

2000er schieferterrassen trockenbeerenauslese: kolossaler wein, wie buttergetränktes, leich angebackenes weissbrot mit ganz eigenwilliger mineralität und prunkender zwischen jugendlicher frucht und beginnender reife noch etwas unentschiedener aromatik – k.a.

clemens busch

2007er pündericher marienburg erstes gewächs spätlese goldkapsel: allerfeinstes gewebe, schwebend leicht und gleichzeitig vollwertig lecker mit rassigem, dynamischm vorwärtsdrang, in den schlund nämlich – 23 eur

2007er pündericher marienburg erstes gewächs auslese goldkapsel: leichte klebstoffnote, schlank, florettfechten wie zu besten olympiazeiten – 28 eur 0,375l

1999er pündericher marienburg auslese ***: ohne alterstöne, zarte klebstoffnase, klare frucht, drahtig, agil, schön – k.a.

2007er pündericher marienburg beerenauslese goldkapsel: klebstoffig, vollmundig, mollig, ultraklarer blütenhonig – k.a.

schäfer-fröhlich

2001er bockenauer felseneck spätlese: ganz leicht käsige nase, im übrigen ein beeindruckender wein, der wie gemeisselt im glas steht und rasiermesserscharf ist – k.a.

joh. Bapt. Schäfer

2007er dorsheimer pittermännchen spätlese: leichter süssholzton, elegant, klar, sauber schlank und für das geld mit einer der besten rieslinge, die ich kenne – 13,90 eur

peter-jakob kühn

2007er st. nikolaus drei trauben: verspielt anmutende, dropsige aber nicht infantile art, komplexe zitrusfruchtkomposition und saftgummibärchen – 24,60 eur

raumland

jahrgänge in klammern stehen so nicht auf dem etikett

(2007er) riesling brut: schöner sekt ohne bsa, als frühes degorgement (12/2008!) noch mit 12g dosiert und damit ziemlich gut getroffen, frucht schön herausgearbeitet aber nicht zugepampt, später sicher noch wesentlich interessanter und dann auch mit nur noch 8-9g dosiert – 11 eur

(2004er) marie-louise blanc de noirs (pinot-noir), für seine 7g dosage sehr charmanter, süffiger, saftiger wein, eine sehr ansprechende, griffige junge frau – 12 eur

(2006er) katharina blanc de noirs (pinot-noir, pinot meunier), 8g dosage mit huxelrebe beerenauslese aus dem barrique, leider etwas säureschwach, dafür reichlich frucht – 12 eur

2004er weissburgunder prestige brut, mit 8g dosiert, sonst einer meiner favoriten, wirkte leider wässrig – 16 eur

2004 iv. Triumvirat brut, 4-5g dosage, cuvée aus pinot-noir, chardonnay und pinot meunier in geringer werdenden anteilen, brotig, jung, feine säure, komplexe aromatik mit potential. Die dosage wirkt momentan gut gelungen, mal sehen, wie das mit zunehmender reife aussieht – 29,90 eur

ökonomierat rebholz

2004er pi-no brut gold: von den 20% chardonnay merkt man nix, amylischer aber nicht einseitiger, junger sekt, der eine beachtliche zukunft haben wird und schon jetzt gut schmeckt – 22 eur

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Champagner in der Revue du Vin de France

Die neuen Champagnerbewertungen der RVF sind da. Überraschungen: (K)eine.

Die Überraschung gleich zu Beginn: Sieger ist

Platz 1: Veuve Clicquot-Ponsardin Rosé Vintage 1989 mit 20/20

Vielleicht liegt’s an der Stabübergabe von chef de caves Jacques Peters an Dominique Demarville, vielleicht auch nicht. Dicht gefolgt wird die Witwe jedenfalls von einem, der’s verdient hat und den VCP Vintage Rosé 2002 allemal um Längen schlägt:

Platz 2: Bollinger La Grande Année Rosé 2002 bekommt 19,5/20

Den dritten Platz teilen sich zwei von den üblichen Verdächtigen mit zwei Altweinen von der Witwe, die ich eher außer Konkurrenz sehe – wie übrigens eigentlich auch den 1989er Rosé.

Platz 3: Louis Roederer Cristal 2002, Jacques Selosse Blanc de Blancs Extra Brut und Veuve Clicquot-Ponsardin Vintage 1980, bzw. Rosé Vintage 1978, alle mit 19/20

Sehr erfreulich abgeschnitten hat auch

Francis Boulards Extra-Brut Les Rachais bekommt satt 18,5/20

Und was macht Meister Diebolt? Nun, der rangelt mit Erick de Sousa,

Diebolt-Vallois’ Fleur de Passion 2004 bekommt 17,5/20 und de Sousas Cuvée des Caudalies 2002 erhält 17/20

Mehr: http://www.larvf.com/,sommaire-rvf-537-decembre-09-janvier-10,12548,1110614.asp

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Menu vom Grand Chapitre 2009

A. Champagne-Apéritif

I. Moet et Chandon Grand Vintage 2000 en magnum, 50 CH, 34 PN, 16 PM

Kein Moet-bashing an dieser Stelle. Der Grand Vintage 2000 ist ein sehr gut gelungener Jahrgangsvertreter mit Akazienduft, Lychee, Mandelgebäck und Dosenobstmischung “Tropical”. Im Mund unaufdringliche, aber sehr lange und elegante Säure, der ideale gehobene crowd pleaser.

II. Laurent-Perrier Brut en magnum, 45 CH, 40 PN, 15 PM, [Premier Cru], ca. 15% Reserveweine, 12 g/l dosiert

Frischer, leichter, etwas kühler Standardbrut, mit 12 g Dosage am obersten Ende der Brutskala und im Übergangsbereich zum Extra Dry. Im Mund sauber, mit kreidiger Textur und sanfter, seriöser Säure.

III. Nicolas Feuillatte Palmes d’Or 1996, 50 CH, 50 PN

Vollreife Ananas, Orangen, Pomelos, Hibiskusblüten, Akazienhonig, Nüsse und Äpfel, nelkengespickte Orangen, flüssige Weihnachtsstimmung. Im Mund eine ungewöhnliche, fast bodenlose Tiefe, Säure, die wie eine Nadelrad die Kehle runtergeht, ohne Wunden zu reissen, gleichzeitig heilende, balsamische, medizinale Noten, die aber nicht an bittere Pillen, sondern an Fruchtgelee erinnern. Unverschämt guter Champagner.

B. Menu

I. Millefeuille von Jakobsmuschel, Thunfisch und bretonischem Algensalat mit Gillardeaux-Auster und gebratener Garnele, dazu: Taittinger, Comtes de Champagne Blanc de Blancs 1999 en magnum

Einer von den schlanken, beinahe hageren Comtes, die so gar nicht zu Pierre-Emmanuel Taittinger passen. Kaffeedurft, mineralische Noten und geröstetes Brot, im Mund schlanke, frische Säure, die sehr gut zu den leicht salzigen Algen, zur Jakobsmuschel und zum Thun passte. Auch die gebratene Garnele war ein dankbarer Partner für diesen Comtes, die Auster hätte allein besser geschmeckt.

II. Warm geräucherter Ruhraal mit Bohnen, Speck und Birne, dazu: Lanson Noble Cuvée 1995 en magnum, 70 CH, 30 PN, aus Avize, Oger, Cramant, Bouzy, Verzenay

Einer der beeindruckendsten Vertreter aus dem Haus Lanson, jedenfalls was die letzten zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre betrifft. Reiche Apfelernte, Birne, Weinbergpfirsich, ein Sack voll grüner Kaffeebohnen und Kastanien, auch Kräuterduft und eine warme, erdige Art. Grossartige Entwicklung über Stunden hinweg, wurde immer besser, komplexer und schöner, zusammen mit dem 97 R.D. mein Favorit des Abends. Der Rujraal war zum Glück überhaupt nicht fett und gab zusammen mit der Birne eine traumhafte Kombination zum Champagner ab.

III. Moorhuhn auf Pastinakenpurée im Sellerieblatt, mit Champagnersauce, gebratenen Pfifferlingen und Rosmaringlacé, dazu: Bollinger Grande Année 1997 RD, dég. 28. Sep. 2008, en magnum, 65 PN, 35 CH, extra brut dosiert

Schier unfassbar, wie der völlig unspektakuläre, will sagen: auf gehobenem Niveau gut trinkbare, wirklich nicht unleckere, aber auch nicht als Champagner für die Ewigkeit gemachte Grande Année in der R.D.-Fassung aufgeht. Dunkle Vinosität, klare Pinotnatur, Fleisch, Saft, ein druckvoll und vulkanartig aus dem Glas strömendes autolytisches, von Honig, Zitrus, Ingwer und Ginseng geprägtes Aroma. Im Mund ein ebenso explosives Gefühl und eine absolut adäquate Säure. Die Pastinaken dazu waren etwas zu laff, das Moorhuhn hingegen genau das richtige, von mir aus hätte es auch rohes Wildschweinfleisch sein können, dieser Champagner hätte das in der derzeitigen Hochform locker verkraftet.

IV. Chaource, dazu: Duval-Leroy Rosé Brut

Schöner, etwas zu junger Chaource, der Duval-Leroy Rosé mit seiner sehr massenkompatiblen, fruchtigen Art machte das wieder wett.

V. Tarte Tatin mit Marc de Champagne-Granité und Sauerrahmeis, dazu: Veuve Clicquot Rich Reserve Vintage 2002

Schöne warme Tarte, deren Granité schon ziemlich alkoholisch schmeckte und eine ziemliche Herausforderung für den Veuve Clicquot Rich Reserve war. Warum Veuve dieses Granatenschöne Jahr als demi-sec vinifiziert hat, wird wahrscheinlich ein Geheimnis bleiben, jedenfalls geht die besondere Eleganz und ultraelegante Feinheit dieses Jahrgangs unter dem Dosagezucker völlig verloren. Schlechter wird der Rich in seiner Eigenschaft als demi-sec dadurch indes nicht.

VI. Feingebäck und Pralinen, dazu: Cognac Hennessy Fine de Cognac, Cognac Davidoff Classic und Porto Rozès

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Besuch bei Laherte, Lunch im Château de Boursault und Abendessen bei Jacky Charpentier

Laherte Frères

Laherte verwendet seit 2004/2005 Mytikkorken und weist auf die dadurch verlangsamte, reduktive Reifung hin. Beim Fassausbau geht es ihm um Oxigenisierung, nicht Oxidation, d.h. ungesteuerten, minimalen Sauerstoffeintritt durch die Poren im Fass, nicht aber Vernichtung der Aromatik durch ungezügelten Sauerstoffkontakt. Fassweine machen bei ihm im Gegensatz zu den tankausgebauten Weinen keine Malo mit.

Vins Clairs

I. Chardonnay aus der Lage Les Crayons, 2009

Harte Säure und Mineralität. Wie das Stahlbetongerippe eines Bankentowers.

II. Chardonnay vom Lehmboden, 2009

Jodig, salzig, im Mund anfangs leichtgewichtig, dann eine ziemlich dicht gewirkte Struktur.

III. Chardonnay aus der Lage Les Guichettes, 2009, ausgebaut in einem Fass von der Tonnellerie Francois Frères, Burgund

Burgundische, montrachetähnliche Nase, mildes Holz, hier sitzt das fett an den richtigen Stellen, gute Struktur, mittlere Säure

IV. Chardonnay aus der Lage Les Guichettes, 2009, ausgebaut in einem Fass von der Tonnellerie de Champagne

Röstig, Kaffeenoten, Feuerstein, im Vergleich mit dem identischen Wein aus dem Burgunderholz entwickelt sich hier eher eine Cahblisstilistik. Sehr lehrreiche Sache!

V. Pinot-Noir vom argilo-silex, 2009

Damenhafter, pudriger Duft, mostig und mit einem Aroma von angetrockneten Gojibeeren, sehr langer Nachhall.

VI. Pinot Meunier vom Lehmboden, 2009

Reife, etwas mollige, fruchtige und warme, auch parfumiert wirkende Art, im Mund anfangs schlank, später mit einer kräftigen Vitamin-C-Säure.

VII. Pinot Meunier vom Kreideboden, alte reben, gepflanzt 1047 bis 1964, 2009

Der Meunier stammt von einem klassischen Chardonnayboden und wurde dort nur gepflanzt, weil er mit den dort oft auftretenden Spätfrösten gut klarkommt. Weniger parfumiert, als VI, klar hervortetende Banane, Birne und Klebstoffnoten, erst sehr spät taucht etwas verhaltene Säure auf.

VIII. Alle sieben Champagner-Rebsorten aus einer gemischten Parzelle, 2009,

Frucht, Klebstoff, milde Säure und eine pappiger, klebriger Belag am Gaumen. Kein schönes Weinerlebnis.

IX. Alle sieben Champagner-Rebsorten aus einer gemischten Parzelle, Soleraverfahren mit den Jahrgängen 2008 – 2005

Pures Bananenmus, viel Burgunderaromatik, heisse Butter und schlanke Säure. Könnte man so schon trinken.

X. Pinot-Noir + Pinot Meunier mit leichter Malo, 2008

Apfel, herber Viez, auch sehr viel Birne, Nashibirne, später Banane, Butter und Toffee, bei mittelschwerer Säure.

XI. Chardonnay, 2008, ohne Malo

Zurückhaltend und leicht muffige Spontinote; sonst nur noch kräftige Säure.

XII. 80 PM + 20 PN, 2009 rot vinifiziert

In der Nase Roter Apfel und Graphit, am Gaumen Pektin und Bleistift, erdig, gekräutert, leicht säuerlich. Wie ein noch junger, einfacher, ehrlicher Bourgogne Pinot-Noir.

XIII. 75 PM, 25 PN, rot vinifizierter Stillwein, 2009

Fruchtig, mit Graphit und leichten Tanninen am Gaumen, etwas mehlig. Wirkt sehr “deutsch”.

XIV. Rosé Saignée de Meuniers, 2008, als Stillwein, 12-stündige Mazeration, ohne Malo

Kräftiges, sehr rotes Rosé. Etwas holziger Geschmack mit Spontinoten und viel Säure. Am Gaumen hervorstechendes Tannin und eine leichte alkoholische Schärfe.

Die Champagner:

XV. Rosé Saignée des Meuniers, 2008, schäumend (Tirage: April 2008, noch nicht im Handel), ohne Malo, gerade erst à la volée dégorgiert

Derselbe Wein, wie XIV. im Babystadium der Flaschengärung. Daher schon etwas eleganter, abgerundeter, aber immer noch etwas schwerfällig und von sehr dichter, schwer aufzudröselnder Aromatik.

XVI. Rosé Saignée de Meuniers, Jg. 2007, non dosé, wird ohne Jahrgangsangabe verkauft, ohne Malo

Kräftiges Rot, viel Mineralität, dichtgepackte Frucht mit Wildkirsche, Kirschwasser und Eau de Vie de Quetsch. Im Mund noch sehr sparsame Aromatik und eher hitzig-alkoholisch.

XVII. Rosé Saignée de Meuniers, Jg. 2006, non dosé, dég. Feb. 2009, wird ohne Jahrgangsangabe verkauft, kommt ab Feb. 2010 in den Handel

Auch sehr kräftiges rotes Rosé, das sich in Richtung Kupfer entwickelt. Leichtfruchtige Nase mit Reispapier, Weichselkirsche und Quittenmus, im Mund ebenfalls schon mehr Frucht und weniger alkoholische Wirkung. Mein Liebling unter den Rosés von Laherte.

XVIII. Rosé Saignée de Meuniers, Jg. 2005, Einzellage Les Beaudiers, alte Reben, dosiert mit 5 g/l, wird ohne Jahrgangsangabe verkauft, ohne Malo

Helles Kupfer, schon eine sehr entwickelte, sanfte Fruchtnase mit blumigen Anklängen. Im Mund schon weich und etwas müde. Für mich eine Frage des Rebenalters.

XIX. Rosé Tradition, Jahrgangsbasis mit 60% 2006, 40% 2005, hoher Anteil PM, geringer Anteil PN, 10 % Chardonnay; 12% roter Stillwein aus Pinot Meunier, dosiert mit 5 g/l

Einfacher Winzerrosé, der mehr Mineralität und wenig Frucht mit sich bringt. Passt zu Laherte, da kein Massengeschmackchampagner, aber leider auch kein unbeschwertes Trinkvergnügen.

XX. Blanc de Blancs Brut Nature, 60% 2006, 40% 2005

Alkoholische Nase, Feigenschale, Reispapier, Haselnussspuren, im Mund mineralisch und hart aber fair, mit feinen Pilzaromen.

XXI. Blanc de Blancs, 60% 2006, 40% 2005, aber mit 5 g/l dosiert

Ähnliche Anlagen wie der XX., aber von gediegener, freundlicher Art, die zeigt, dass Brut Nature nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Wirkt am Ende leider etwas simpler, al XX.

XXII. Cuvée Les Clos Extra Brut, Cuvée aus allen sieben Champagner-Rebsorten (10% Fromenteau = Pinot Gris, 18% PM, 18% CH, 15% Petit Meslier, 8% Arbane, 15% Pionot-Noir, 17% Blanc Fumé = Pinot Blanc), Barriqueausbau als Solera, Batonnage, keine Malo, Basisjahrgang 2006, Reserve 2005, dég. 23. Dez. 2008

Komplexe, champagneruntypische Noten. Reif und fett, ziemlich kräftig, nussig, etwas Kokos; die leichte Räuchernote kommt wohl vom weißen Burgunder, der nicht umsonst auch als Blanc Fumé in der Champagne bekannt war; im Mund würzig und burgundig, kernige Säure mit einem Hauch von weissem, gemahlenem Pfeffer, aber auch Nektarine, Mandarine. Schmeckt am ehesten wie sehr guter Sekt.

XXIII. Vigne d’Autre Fois Mill. 2005, 100 PM, dég. 23. Dez. 2008, alte Reben (auf chardonnaygeeignetem, aber frostgefährdetem Kreideboden gepflanzt 1947 – 1964), mit 4 g/l dosiert, entspricht dem Stillwein VII

Dunkles Gelbgold, Papp- und Klebstoffnase, Geissblatt, Weissdorn, erfrischende Säure.

Empfang und Mittagessen auf Château de Boursault mit Daniel Lorson und Schlossherr Harald Fringhian

Das Château, das die Veuve Clicquot einst für ihre Enkelin errichten liess, wird von einem 40ha grossen Grundstück umfasst, davon sind ca. 22ha mit Rebstöcken bepflanzt, die auf dem Château vinifiziert werden.

XXIV. Variation von Bougères, dazu Pierre Moncuit Blanc de Blancs Grand Cru

Dichter, mineralischer Apéro-Champagner mit etwas in Butter gebratenem Granny Smith.

XXV. Blätterteigkekse mit Innereienfüllung, dazu Château de Boursault Cuvée Prestige, 54 PN, 6 PM, 40 CH, dégorgiert am 24. Juni 2009

Milchschokoladennase, im Mund weich, dicht, schmeichelnd, von grosszügiger Art. Glatt, mittellang, sauber. Hat Potential

XXVI. Wachtelbrust und -flügel mit Lauchgemüse, Speck-Sahnesauce und Fleur de Sel Flocken, dazu Piper-Heidsieck Brut Vintage 2000

Typischer, rauchiger, von Kaffeenoten beeinflusster Stil, hier auch schon mit reifenoten, die mir allerdings etwas verfrüht vorkommen, indes nicht jahrgangsuntypisch sind. Ausgewogener Großes-Haus-Champagner, der sich gerade während eines längeren Essens schön entwickelt.

XXVII. Warme Feigenscheiben in halboffener Marzipan-Teigtasche mit Physalis, Himbeereis und gerösteten Mandelsplittern, dazu Mercier Rosé demi-sec

Rosé demi-sec ist sehr sehr selten. manche sagen auch: völlig überflüssig. Dennoch ist es nicht uninteressant diesen Champagner zu vinifizieren und auch zu probieren. Das bestgeeignete haus dafür ist wahrscheinlich Mercier, deren Programm dadurch schlüssig abgerundet wird und die ja auch ein Rosé-Champagner-Eis mit Mövenpick herstellen. Buttrig, Himbeere und Erdbeer-Sahnebonbon, ein Hauch Mineralität, Räuchernoten und Brotrinde. Mit den Feigen etwas überfordert, dafür gut zum Marzipanteig und zu den Früchten.

Jacky Charpentier, Villers-sous-Chatillon, praktisch direkt neben der Monumentalstatue von Kreuzzugspapst Urban II. (der, der auch auf den Etiketten von Emmerich Knoll steht)

Reserveweinprobe mit Jean-Marc Charpentier

XXVIII. Pinot Meunier 2008, 6 Monate Fuder

Fruchtige, alkoholschwache Nase, pudrig und wie mit Steinstaub angereichert. Im Mund lebhaft prickelnde, frische Säure, leicht, trotzdem mittellang.

XXIX. Pinot Noir 2008, 6 Monate Fuder

Kräftig, dicht, aromatischer und runder als der PM, weniger Steinstaub, dafür mehr Kreide. Feine Säure, elegant und weinig.

XXX. Chardonnay 2008, 6 Monate Fuder

Erinnerte an Rheinhessen-Riesling vom Rotliegenden, dabei sehr trocken und staubig, auch etwas metallisch, nur leicht kalkig. Im Mund dann wieder angenehm, rund und sehr säurearm, was ich ganz erstaunlich fand. Ein bisschen wie die helleren, weissen, grünlichen und gelben Gummibärchen. Konnte man schon trinken.

XXXI. 80 PM 20 PN, davon 70% 2008 und 30% 2006 und 2005, Ausbau im Fuder

Etwas Banane und Holz, im Mund sehr mild mit gut eingebundener Säure.

Champagnerprobe

XXXII. Brut Tradition, 50 PN, 50 PM, Basisjahrgang 2005, Reservewein aus 2004, dosiert mit 3 g/l

Machte den Eindruck eines Blanc de Blancs. Zitrusfruchtnase, Kräuter, Orangenricola (spätestens dann weiss man aber, dass man es mit einem Pinot aus der Vallée de la Marne zu tun hat), Geschmack wie Fertigtortenboden mit Dosenmandarinen und Sahne, Baiser, aber auch Toffee, mittellang.

XXXIII. Vintage 2002, 45 CH, 35 PN, 20 PM, dosiert mit 3 g/l

Kaum klassische Chardonnaytypizität und eine schon etwas fortgeschrittene Nase. Auch im Mund noch elegant, aber schon einige weiche, mürbe und mehlige Noten.

XXXIV. Blanc de Blancs, 30 – 35% Barrique

Stumpfe, etwas eckige Mineralität, wirkt herb. im Mund gibt es auch Steine statt Brot, Granit, Steinmehl, Zementstaub, wenig Säure, leichter, aber xerotischer Champagner.

Dinner bei und mit Jacky Charpentier

XXXV. Presswurst Krakauer Art im Blätterteig mit Specksauce auf einer Coteaux-Champenois-Basis, dazu Comte de Chevinot, Drittelmix, Basisjahrgang 2005

Pudrige, etwas holzige Winzerinterpretation des klassischen Drittelmixes, angenehme, saftige, von exotischem Früchtemix geprägte Art mit mittlerer Säure, die mit der kräftigen, salzigen Sauce schön harmoniert und auch gut zu der Wurstscheibe passte.

XXXVI. Spießchen mit Lachs, Jakobsmuscheln und Schweinebauch in grüner Sahnesauce, dazu Cuvée Prestige, 60 PN, 20 PM, 20 CH, Reservewein aus dem Barrique

Flache Nase, aber eine forsche Säure im Mund, die den Fisch fast etwas verblassen liess und mit ihrer eigenen Kräuteraromatik mit Apfel und Acerola grossartig zu der dicken, fetten Sauce passte.

XXXVII. Scheibchen vom Lämmchen, bleu, aussen warm – innen roh, in sauce nature mit verscheidenen Bohnen und überbackener Tomate, dazu Brut aus 80 PM, 20 PN

Kräuter, Weissdorn. Im Mund milde Säure und ein wenig Apfel. Guter Winzerstandard, der problemlos zum Lämmchen ging und sich auch mit der Tomate vertrug.

XXXVIII. Käse: reifer Maroille mit Salatbouquet und Salzvinaigrette, dazu Pinot Meunier Coteaux Champenois 2004

Erstaunlicher Stillwein, kühle Graphitnase mit Pflaumen, Brombeeren und Holunderbeeren, der auch gut aus dem Maconnais hätte stammen können. Sehr gelungene Kombination zu dem traditionellen Käse, der von aussen wie ein Langres aussah und wie eine Mischung aus reifem Brie, Munster und Handkäs schmeckte.

XXXIX. Kokos-Vanilleeis im Biscuitmantel mit osa Biscuit de Reims, Vanille-Sahnesauce und Kaffee-Toffee-Dominostein, dazu Rosé Prestige

Zurückhaltender, mineralischer Rosé, dem Traditionsrosé von Laherte nicht unähnlich. Wenig Dosage, etwas eng, zum Dessert schwierig, würde aber eine Nachverkostung lohnen.

XL. Cuvée Pierre-Henri, 100 PM aus dem Barrique von alten Reben (gepflanzt 1953), ohne Malo, ohne Filtration, Schönung, usw.

Röstig, Kaffeenoten, weinig, lebhafte Säure, erinnerte mich an eine sehr leichte, gereifte Cuvée des Enchanteleurs von Henriot oder an jungen Piper-Heidsieck Rare NV, nach dem Dessert aber etwas schwierig.

XLI. Brut 1990, Pinot Meunier, kleine Anteile Pinot-Noir und Chardonnay aus dem Fuder, dég. 1995,

Rund und reif, typischer Jahrgangsvertreter der gelungenen Art, hat sich blenden gut gehalten. Ganz milde Süssholznoten künden vom relativ hohen Flaschenalter, aber sonst immer noch ein Wein, der durch Ausgewogenheit, raffiniertes Spiel von Kräuteraromen, Zitrusfrüchten und warmen Croissants besticht. Lehrreich für alle, die der Vallée de la Marne und speziell der Meunier keine Reifemöglichkeiten zutrauen.

XLII. Brut 1995, ca. 50 Pinot Meunier, ca. 27 PN, ca. 23 CH, dég. 1998

Nase von Calvados, Cognac und Sheridan’s Coffee-Cream Liqueur. Crème brûlée. Im Mund auch leichtes Süssholz, aber vor allem griffige, sehr charmant gewordene Äpfelsäure und ein leicht trocknendes Tannin.

XLIII Brut 1996, ca. 50 PM, ca. 27 CH, ca. 23 PN, dég. April 2001

Verschlossenen, praktisch zugenagelte Nase. Sehr hoh, technisch wohl auch reife, aber noch viel zu junge Säure. Langläufer, toll in 20 Jahren und später.

XLIV. Brut 1997, ca. 50 PM, ca. 27 CH, ca. 23 PN, dég. Januar 2000

Im besten Sinne typischer 97er, Riesentrinkspass, Mokkanoten, sonst noch fast keine Reifenoten, im Mund genau richtig zwischen frisch und reif, etwas balsamisch, erinnert an Grafschafter Goldsaft oder Ahornsirup, Apfelscheiben mit tröpchenweise uraltem Aceto Balsamico Tradizionale di Modena, mit Milchschokolade und milbuttrigen Aromen.

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