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Club Trésors de Champagne: Remy Massin, Paul Bara, Cedric Moussé

Den Club Trésors de Champagne kennt man von seiner einheitlich für die jeweilige Spitzencuvée der Mitgliedbetriebe verwendeten Special Club Flasche. Im Grunde ist der Club eine der ersten Winzervereinigungen der Art, wie die verschiedenen Neugründungen Terres et Vins de Champagne, Terroir et Talents de Champagne oder die Artisans du Champagne. Wer eine Spitzencuvée seines Betriebs in der Special Club Flasche an den Mann bringen will, muss erst beim Grundweintasting die Club-Kollegen überzeugen und drei Jahre nach der Mise en bouteille das Produkt nochmals zur Verkostung anstellen; ein gutes Prinzip, wie ich finde. Nach wie vor findet sich deshalb unter den Mitgleidsbetrieben eine stattliche Anzahl sehr guter bis außergewöhnlicher Winzer, einige davon stelle ich in loser Folge hier vor.

 

1. Remy Massin

Ein Trend mit dem Alexandre Penet von Penet-Chardonnet begonnen hat und der schnell weitere Kreise gezogen hat ist der QR Code auf dem Rückenetikett; dieses Ausstattungsdetail hat auch Remy Massin übernommen, was ich gut finde. Remy Massin ist in Villes sur Arce an der Aube, südöstlich von Troyes zu Hause und eröffnet den Reigen der Club Trésors Winzer.

a) Integrale Extra Brut

80PN 20CH, 09er Basis mit Reserven aus 2008 und 2007, mit 5 g/l dosiert

Viel Noisette in der Nase, wirkt in der Nase und im Mund kurz und monothematisch, mit Gewöhnung und Luft ist der Champagner aber nicht verkehrt.

b) Millésime 2004

60CH 40PN, mit 6 g/l dosiert

Reichlicher Champagner, süffig und vollmundig, freudiger Charakter.

c) Louis-Aristide

100PN aus Solera, bzw. réserve perpetuelle 1995-2006, Flaschenfülllung 2007, mit 7,5 g/l dosiert

Bäckereiaromen, Hefe, Hagelzucker, Vanille

d) Rosé

Dies ist die letzte Version in transparenter Flasche gewesen, künftig wird der Rosé in einer UV-beständigeren Flasche ausgeliefert. Das ist gut, denn der Champagner lohnt die Umstellung und wird es mit Dank quittieren, derart geschont zu werden. Es wäre auch zu schade um die Aromen von Verbene, Limette und Blutorange. Trotz seiner wenig spürbaren Säure und dem nur schwach am Gaumen kitzelnden Prickeln ist der Champagner wohlgeraten und lässt keinerlei Frische vermissen.

 

2. Paul Bara

Die Chardonnays und Pinot Noirs von Paul Bara stammen aus dem schönen Grand Cru Bouzy, eine uraltrenommierte Gegend für guten Pinot Noir in der Champagne und vor allem deshalb besonders interessant nach den Pinot von der Aube zu trinken. Wer Haselnuss mag, wird sich hier bei praktisch allen Winzern gut aufgehoben fühlen. Das ist ein Merkmal und Vorzug des Terroirs dort, aber auch eine Einschränkung, die sich in Form nicht sehr breit gefächerter Aromen in vielen Chamnpagnern aus Bouzy bemerkbar macht. Bei Paul Bara weiß man das und kann damit umgehen; so stammen beispielsweise die Chardonnays überwiegend vom Fuss des Weinbergs, da ist es kühler und der Wein fettet den Champagner nicht noch unnötig auf. Was von Bara ins Glas kommt, lässt sich deshalb und wegen weiterer Feinheiten gut trinken, wobei sogar die Stillweine eine gewisse Beachtung verdienen.

a) Brut Réserve

80PN 20CH

Noisette, Toffee, bouzytypisch wenig merkliche Säure. Eleganter Champagner, der den Ort gut repräsentiert.  

b) Grand Rosé

Brut Réserve und ein 12% Anteil Bouzy Rouge

Brioche, Bäckerei, fluffig, rotfruchtig, kirschlastig, aber leicht und fein in der Nase; schöne Säure, die ich auf den Rotweinanteil zurückführen will, da ich sie im Brut Réserve, der als Basis dient, nicht wahrgenommen habe. Sehr guter Rosé, der anders, vor allem druckvoller angelegt ist als zB der von Remy Massin.

c) Special Club 2004

2/3PN 1/3 CH

Lockerer, launiger, aber stets eleganter Bouzy-Champagner, der dem manchmal etwas ernst und getragen wirkenden Charakter einiger Special Club Cuvées nicht entspricht und gerade aus der Magnum Freude auf sehr viel mehr macht. Ausgewogen mit fein über den Gaumen rieselnder Säure und dem 

d) Special Club Rosé 2006,

1/3 CH, 2/3 PN und 8% Rotweinzugabe

Üppige Nase, massiv im Mund. Sauce Griottine, Erdbeerpurée, schwarzer und grüner Pfeffer, Blutorange, Lebkuchen. Starker, kraftvoller und sehr fordernder Rosé, der aber, das zieht sich wie ein roter Faden durch die Weine aus Bouizy und zeigt sich speziell bei den auf elegante Reife abzielenden Champagnern von Bara, für meinen Geschmack wieder mehr Säure haben könnte.

 

3. Cedric Moussé

Aus Cuisles in der Vallée de la Marne, eingebettet zwischen den Tälern der drei verschiedenen Chatillons und räumlich hinter dem Denkmal für Kreuzzugspapst Urban II., stammt der Champagner von Moussé und richtig: Vallée de la Marne heißt vor allem Pinot Meunier. Der Special Club von Moussé ist deshalb ein 100% Pinot Meunier. Das ist noch nicht alles, ganz interessant ist hier nämlich auch der Boden, der über einen Schieferanteil verfügt, was in etwa so ungewöhnlich ist wie der Onyx, der sich im Sézannais findet. Champagne Moussé ist mit seinen ca. 5,5 ha der jüngste Neuzugang im Club Trésors und noch immer werden die Champagner vom jungen Cedric als Tip gehandelt, obwohl er, als Winzer der vierten Generation, seit zehn Jahren im Geschäft ist. Den Kollegen vom Club Trésors fiel er allerdings schon früh auf, denn bereits 2005 kam von dort das Angebot an Moussé, Mitglied zu werden. Cedric hat nicht gezögert und wird, so steht zu erwarten, noch ein Weilchen an der Clubgeschichte mitwirken. Moussé beschließt diesen Teil der Vorstellung verschiedener Trésors-Winzer.   

a) Blanc de Noirs Or Tradition

80PM 20PN

Frisch, recht fruchtig mit Quitte, Aprikose, Pfirsich und Maracuja, die man sich als Aufstriche für ein frisch gebackenes Roggenvollkornbrot vorstellen muss. Nicht der Gipfel an Komplexität und auch nicht ungeschlagen in Sachen Eleganz, aber ein schöner und den ersten großen Champagnerdurst gut abmildernder Happen für Freunde des Marnetals. Nix für den ganzen Abend, es sei denn man schmeißt noch den Grill an (und boudin blanc drauf) oder braucht es nicht besonders feingliedrig.

b) Special Club 2006

100% PM 

Weich, mit feiner Säure, Birnen, Feigen und Weinbergspfirsichen. Der Champagner ist mittelgewichtig, für einen Meunier ausgesprochen elegant, nicht so arg schwer, erdig, oder auf burgundisch getrimmt, sondern seiner Rebsortentypizität treu. Ob er getreu ebendieser – der Rebe vielleicht teilweise etwas übelwollend angedichteten – Typizität nicht riesig alt werden wird, lässt sich jetzt nicht abschätzen, würde ich aber nicht wundern. Momentan stehen solide Fruchtaromen im Vordergrund, das Exotikspektakel, das von manchen Meunierpuristen angestrebt wird, hat Moussé ausgelassen, was für eine solide Konstruktion spricht; nur die Feingliedrigkeit des Champagners könnte ihm beim Reifeprozess im Wege stehen. 

Wein-Glossar



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