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In it to win it

Angenommen, ich sollte einige Champagner für einen größeren Champagnerwettbewerb nominieren – welche würde ich wohl nehmen? So einen verrückten Complantationschampagner, am besten noch mit paar Altrebsorten drin, ohne störende Dosage (von Benoit Lahaye zum Beispiel oder von Agrapart oder von Geoffroy oder von Laherte (IWC (nicht aus Schaffhausen) resp. Stephen Tanzer schätzt ja seinen Les 7 sehr))? Oder lieber was von der Aube, so eine richtig unverschämte Pinotbombe (von Dominique Moreau oder Ruppert-Leroy)? Oder Amphorenchampagner (von Tarlant oder Vouette & Sorbée)? Wohl kaum. Das ist, salopp gesagt, Perlage vor die Säue, bzw. in etwa so sinnvoll, wie ein minutiös gefertigtes Manufakturkaliber aus Schaffhausen (wo man gerade erst 75 Jahre Portugieser abgefeiert hat) zur Information der Fahrgäste im Bahnhof aufzuhängen. Bahnhofsuhr, deren Wirkmächtigkeit man nicht unterschätzen sollte, deshalb da, wo Bahnhofsuhr gefragt ist und acting like big daddy da, wo man etwas damit anfangen kann oder nachdrücklich wünscht. Würde ich nun Champagner empfehlen müssen, die sich einer breiten Leser- und Trinkerschaft gefällig zu zeigen haben, ich nähme diese hier.

Pi, Pa, Po: Piper-Hiedsieck Rare 2002, Bruno Paillard N.P.U. 2003 und 2 x Pommery Louise 2004

Eigentlich ist es ein Unding, diese drei Erzeuger mit ihren jeweiligen Champagnern in einem Atemzug oder Beitrag zu nennen. Jeder davon wäre einen eigenen Beitrag und eine eigene Würdigung wert. Könnte man meinen. Nur wenn man die Dinge so sieht, darf man überhaupt nie über mehrere tolle Sachen zugleich berichten, solch eine Sicht wäre also grundlegend falsch. Weil ich zu denen gehöre, die nur im Sinne der Straßenverkehrsordnung gern mal was falsch machen, hier eine kurze Einschätzung von mir sehr geschätzter Champagner.

Im Champagnerleistungszentrum: Vintage 1996 revisited @ Berens am Kai, Düsseldorf

Es gibt in der Weinwelt so erratische Jahrgänge, die sind faszinierend und abschreckend zugleich. Wenn man sich vorstellt, was aus dem Material mancher dieser Ernten alles werden könnte, ist man schon auf Jahre im voraus wie betäubt. Wenn man dann sieht, was in den ersten Jährchen nach der Ernte tatsächlich draus wird, wie schnell manches abstirbt oder verhunzt, hinter den Möglichkeiten zurückbleibt oder (vermutlich) aus Liquiditätsgründen vorzeitig auf den Markt geschleudert wird, ist die Enttäuschung, ja das Entsetzen groß. Wie soll da eine vernünftige Einschätzung möglich sein? Nur durch beständiges Nachprobieren und Imaugebehalten. Eine Mühsal sondergleichen, aber anders geht es nicht. Wenn sich nach Jahren dann einige Kandidaten als Spitzenperformer herauskristallisieren, dann ist es an der Zeit, diese um sich zu scharen und in passender Runde dem großen Interview zu unterziehen. Einer, der sich auf die Zusammenstellung solcher Runden versteht, ist der liebe Alper Alpaslan. Sein Thema: der Jahrgang 1996. Dessen DNS lässt ja alles zu, hyperaktives Wunderkind ebenso wie gescheiterte Künstlerexistenz, mover & shaker, finaler Endboss oder Master of the Universe. Dem musste also auf den Grund gegangen werden. Im Düsseldorfer Beritt kamen zu diesem Zweck einmal mehr illustre Herrschaften zusammen, darunter Richard Juhlin und Rytis Jurkenas und selbst der Weinterminator war sich nicht zu schade, obwohl er Champagner eigentlich am liebsten trinkt, wenn der seinen Champagnercharakter weitestgehend eingebüßt hat oder von vornherein nur für Rotweintrinker gemacht wurde.

Es lächelt der Rheinturm, er ladet zum Trunk: Champagnerstelldichein in Düsseldorf

Proweinsonntagabends im Rheinturm treffen sich dank einer Initiative der unermüdlichen Nicola Neumann jetzt schon im dritten Jahr die Grand Crus der Champagner-Winzerszene und der deutschen Weinpublizistik. Damit ist der Rheinturm heimlicher Hotspot des Proweinsonntags, wie der See zu Beginn von Schillers Wilhelm Tell lächelt er und ladet zum Trunk.

Leclapart Artiste (2007), ich dachte ja allen Ernstes, ich hätte mehr oder weniger alle Leclaparts seit 2004 bereits ein- oder mehrfach getrunken. Vermessen genug. Den 2007er Artiste habe ich dann auch wirklich in keiner meiner Notizen entdecken können und war überaus happy, ihn nun von Alexander Steinmüller direkt eingeschenkt zu bekommen. Mächtiger Champagner, kann ich nur sagen. Und ein erfülltes Reifeversprechen, das sehr viel Skepsis ausgelöscht und weggespült hat.

Grande Vallée de la Marne mit Sascha Speicher

Kaum mit der einen Prowein-Veranstaltung fertig (meiner eigenen), hieß es hurtig weiter, zur traditionellen Meiningerprobe von Sascha Speicher. Der hatte sich das Marnetal vorgeknöpft.

Deutz Rosé (Assemblage) Brut, 90PN 10CH, Rotwein aus Mareuil-sur-Ay (Beinahe-Grand Cru mit 99% auch der échelle des crus), wo Deutz über 15 ha Rebfläche verfügt. Wohl nicht ganz zu Unrecht habe ich den Deutz Rosé letzthin gleich mehrfach Sommeliers ans Herz gelegt, die noch auf der Suche nach einem passenden Champagner für ihre Karte oder das Mitarbeiterdeputat waren. Der geringe aber wirkmächtige Anteil an Rotwein ist der Schlüssel zu diesem Champagner. Die Kunst des Assemblagerosé ist es ja, einen massgeschneiderten Stillwein anzufertigen, in den die Cuvée hineinschlüpft und der sich wie ein Marvel-Superheldenanzug dem Körper angleicht. Das klappt hier vorzüglich, wobei der Körper eher etwas von Catwoman hat, als von She-Hulk.

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