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Nachverkostet: Cognac Pierre Ferrand und Cognac Landy

I. Ferrand

Cognac Ferrands Château de Bonbonnet hatte ich letztes Jahr besucht und war von der dort geübten Gastfreundlichkeit mehr als angetan. Die Cognacs taten ein Übriges. Die Nachverkostung bestätigte meine gute Meinung von Cognac Ferrand.

1. Pierre Ferrand Sélection des Anges

Die Sélection des Anges hatte Monsieur Gabriel letztes Jahr im Rahmen eines Cognacdîners eingebaut, wo er seine Speisenkompatibilität unter Beweis stellen musste. Das tat er nach anfänglichen Schwierigkeiten mit Bravour. Solo entfallen die Anpassungsprobleme und man kann sich die Entwicklung vom ersten einschenken bis zur Vollentfaltung ansehen. Anfänglich ist der Cognac alkoholisch, hibbelig, ziemlich durcheinander. Dann kommen die Butteraromen hervor und bilden stabile Führungsschienen, an denen sich Trockenblumen- und Kräuter, Spekulatius, Unterholz und Früchtebrot entlangranken.

2. Pierre Ferrand Abel 

Abel ist einer der legendären Kellermeister der Region gewesen und daher zu Recht Namenspate dieses Cognacs, der als Hommage dem Stil dieses Mannes nahekommt. Die Eaux de Vie hierin sind mindestens 45 Jahre alt. Gepolstert, weich, komfortabel, mit viel von dem, was ich helles Rancio nennen will, also nicht die dunklen Röstaromen, Datteln, Rosinen und Schokolade, sondern getrocknete Nashibirne, kandierte Sternfrucht und Ananas, Currypulver, Safran, Milchkaffee, Panna Cotta sind die leitenden Aromen.Besonders pikant und außergewöhnlich ist die Mischung aus Curry und kandierten Aromen, dabei ist der Cognac mild, unverbrannt und von meditativer Ruhe. Mit ca. 200,00 € nicht mehr ganz billig.

3. Pierre Ferrand Ancestrale

Um eine Flasche von diesem Cognac zu gewinnen, musste der Inhalt von weiteren neun Flaschen derselben Essenz – in diesem hier spielt der 1933er Jahrgang die tragende Rolle – erst an die Engel abgegeben werden. Das ist der Verlust, der in über siebzig Jahren Fasslagerung eintrat, bevor dieser Cognac einzeln von Hand in jede einzelne der jährlich nur 300 Flaschen abgefüllt werden konnte. Zuvor wird übrigens jede dieser Flaschen mit Ancestrale ausgespült. Ganz schön luxuriös. Der Geschmack hält mit. Ausgeprägt oxidative Aromen, Safran, Honig, Butter, Kaffee, heiße Schokolade, ein reich gedeckter Frühstückstisch. Dazu gesellen sich die ultrafeinen Noten von Honigmelone, Himbeergeist, Walderdbeere, entfernt auch Maiglöckchen und Iris. Frappant ist daran, dass man die zarten Fruchtnoten in einem so alten Cognac gar nicht erwartet. Dass sie trotzdem drin sind, macht ihn so vollständig. Für ca. 380,00 € nicht überteuert.

 

II. Cognac Landy

Landy gehört einerseits zu Cognac Ferrand und andererseits zu den Häusern, bei denen neben der dominanten Ugni Blanc eine der heute nur noch wenig verwendeten Rbsorten Berücksichtigung findet: Colombard. Die langsam kaltvergorenen Weine kommen nach dem Brennen in neue Fässer, wo sie sich schön mit Holzaroma vollsaugen können – eines der prägenden Elemente vor allem der jungen Landy-Cognacs. Erst nach knapp einem dreivirtel Jahr werden die Jungbrände in alte Fässer umgefüllt, wo sie in nassen Kellern langsam weiterreifen können.

1. VSOP

Die Brände für den VSOP sind ca. zwölf Jahre alt. Der Cognac ist mild, fein vanillig, ohne störende Brandigkeit.

2. XO Excellence

Man merkt die Vertiefung des Charakters gegenüber dem VSOP, die Holzaromatik bleibt nach wie vor ein Thema, doch treten Pflaumenmus, Trockenblumen, Kräuter, Wachs und exotische Früchte hinzu.

3. XO No.1

Die Nummer Eins des Hauses ist zugleich der emblematischste Cognac von Landy. Der als Symboltier dienende Windhund ist unter den Hunden Sinnbild von Eleganz, als Hund natürlich gleichbedeutend mit unverbrüchlicher Treue und als Wettkämpfer mit dem Ehrgeiz ausgestattet, die Nummer Eins werden zu wollen. Die X.O. Nummer Eins von Landy transportiert diesen Anspruch recht gut, obwohl ich meine Schwierigkeiten damit hätte, ihn als die Nummer Eins unter den Cognacs schlechthin zu sehen. Es ist aber, und darauf kommt es viel mehr an, ein Cognac, der im Hausportfolio alle Duft- und Aromaeigenschaften, die sich bei den anderen Cognacs mal mehr, mal weniger überzeugend finden, am besten vereint. Das Holz ist nicht mehr so markant und bildet bei diesem Cognac quasi nur noch die zuverlässige Struktur für den Cognac. Bei dem sind die Übergänge zwischen den einzelnen Aromen kunstvoll verwischt. Das wiederum darf man sich genau nicht so vorstellen, wie in der Grundschule, als man (ich zumindest) stumpf Wasserfarben aus dem Pelikan-Malkasten miteinander vermischt hat und am Ende nur ein undefinierbarer Braunton stand, sondern wie ein chaotisch wirkendes, Verästelungen, Abgrenzungen und Übergangszonen bildendes Ineinderschwimmen von Farben. Sehr schön und mit ca. 60,00 € ein günstiger Einstieg in die farbenfrohe Welt der XOs.

Wein-Glossar



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