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grande champagne

Cognac – Einsatz in Düsseldorf (Teil I)

Die ProWein beherbergt jährlich nicht nur Weingutsbetriebe und deren Vermarkter, sondern auch ein veritable Anzahl Spirituosenhersteller. Die anwesenden Cognacproduzenten besuche ich dort nach Kräften, weil die Autofahrt nach Cognac eben am Ende doch beschwerlicher ist, als die in die Champagne und die Fliegerei nach Cognac zwar aller Mühen wert ist, aber wegen der schlechten Zulademöglichkeiten nur zweite Wahl. 

I. Camus

Norwegalicious: Cognac Bache-Gabrielsen

 

Jean-Philippe Bergier, Maître de Chai und Vorstandsmitglied bei Bache-Garbielsen/Dupuy, nahm sich einige Zeit für die gemeinsame Verkostung, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Denn das norwegischstämmige, bis heute familiengeführte Haus Bache-Gabrielsen gehört zu den Erzeugern, mit denen ich einige meiner besten Cognacerinnerungen verbinde.

I. Bache-Gabrielsen, X.O. Fine Champagne

70GC 30PC, Brände zwischen 10 und 30 Jahre alt.

La Vieille Maison: Cognac Prunier

 

Der Chef von Cognac Prunier ist Stéphane Burnez, ein Mann, der perlend gutes Deutsch spricht, unter anderem, weil er Deutschland so sehr mag, obwohl der hiesige Cognac-Markt schwierig ist und bei weitem nicht die Margen abwerfen dürfte, die ein einziger chinesischer Milliardär bescheren kann, wenn er eine Hochzeit adäquat mit Luxusspirituosen auszustatten wünscht. Prunier wurde 1700 gegründet und ist damit eines der ältesten Häuser der Region. Deshalb nennt sich Prunier folgerichtig "La Vieille Maison". Eigene Weinberge gibt es nicht, daher wird überwiegend aus den Fins Bois, der Petite Champagne und der Grande Champagne Eau-de-vie gekauft. Die Lagerung erfolgt in alter Limousin-Eiche. Für die Reduktion der Brände bedient sich das Haus einer speziellen Methode: die frisch destillierten Brände werden mit einem Schluck Wasser von ca. 72% auf 65% herabgesetzt und können dann in Ruhe altern. Die Herabsetzung zur endgültigen Trinkstärke erfolgt dann wiederum sehr individuell in einem Zeitraum von einem halben bis zu einem ganzen Jahr.

Was hat eigentlich Robert Parker mit Cognac (von Tesseron) zu tun?

 

Was hat eigentlich Robert Parker mit Cognac zu tun? Ja man weiß es nicht so recht. Er weiß es selbst nicht so recht, scheint's. Klar ist: Cognac ist nicht weit von Bordeaux und mit Bordeaux hat Robert Parker viel zu tun. Klar ist auch: die Familie Tesseron verfügt in Bordeaux über zwei Châteaux, Pontet-Canet 5ème GCC in Pauillac und Lafon-Rochet 4ème GCC in St. Estèphe. Der Parkerbob hat die Cognacs der Familie Tesseron jedenfalls bei einem Ambassador's Dinner im Jahr 2005 kennengelernt. Und sich zu Bewertungen hinreißen lassen, die bei den beiden Châteaux der Familie die Preise längst durch die Decke hätten gehen lassen. Lot No.29 bekam volle 100 PP. Zuvor hatte es übrigens Bollingers Special Cuvée (89 PP), Haut-Brion Blanc 2001 (94 PP), Lafite Rothschild 1996 (100 PP), Cheval Blanc 1990 (98 PP), Haut-Brion 1989 (100 PP) und d'Yquem 2001 (100 PP) gegeben. Zwei Jahre später berichtet Parker dann in der Hedonist's Gazette von einem weiteren hochkarätigen Tasting Chez Josephine. Moet et Chandon Dom Pérignon 1976 bekam dort 95 PP, Latour 1990 en Magnum säckelte 99 PP ein, Pétrus 1990 en Magnum schoß 100 PP ab und der Tesseron-Cognac Lot. No. 53 bekam 98 PP.

Was hat eigentlich Champagne Bollinger mit Cognac Delamain zu tun?

Champagne Bollinger hält ein Drittel der Anteile an Delamain, was mal wieder ein schönes Beispiel für die zahlreichen Verbindungen zwischen diesen beiden entgegengesetzten Gegenden, bzw. Getränken ist. Cognac Delamain ist ein altes Haus, das ausschließlich Eaux-de-vie aus der Grande Champagne kauft. Eigene Weinberge werden nicht bewirtschaftet, auch bestehen keine festen Lieferverträge. Die Brenner kommen vielmehr täglich ins Haus und bieten ihre Grande Champagne Brände zur Verkostung an. Dann wird probiert und verhandelt. Neues Eichenholz findet bei der Reifung dann keine Verwendung, die 350-Liter-Fässchen aus französischer Eiche sind im Gegenteil möglichst alt und tanninarm. Auch der feuchte Keller nächst der Charente sorgt für harmonische Reifung. Bei der Cognacvermählung werden Brände aus der gleichen Altersstufe miteinander verbunden, da ein großer Altersunterschied als abträglich betrachtet wird. Die Reduktion der Brände auf Trinkstärke erfolgt nicht schlagartig mit destilliertem Wasser, sondern behutsam über zwei Jahre mit faibles, also mit schwachalkohlischem Cognacwasser aus Solera. Ähnlich der Ruhezeit von frisch degorgiertem Champagner bleiben bei Delamain die fertig vermählten Cognacs nach dem blending für zwei Jahre liegen, um sich in Ruhe integrieren zu können, bevor dann endlich die Vermarktung beginnt. Zuckercouleur wird nicht verwendet, die Farbe ist ganz natürlich, was keine Selbstverständlichkeit ist, denn viele Cognachäuser verwenden Karamell oder Zuckercouleur als Farbgeber für einen einheitlichen oder optisch besonders gewollten Auftritt ihrer Cognacs.

Wein-Glossar



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