Aspasie entwickelt sich gut, wie die beiden jüngsten Checks ergaben. Die Carte Blanche hatte sich feingemacht, betonte ihre schlanke Linie etwas stärker als früher, was sie angenehm von der einst verfolgten Großhauslinie abbrachte. Der entfaltete mehr Druck und war ebenfalls auf dieser neueren Linie, wo er mir schon ganz gut positioniert erscheint, nur dass er für das Wörtchen Prestige doch eine Nummer zu schlank ist. Auch der 2007er wirkte positiv, bei der ersten flüchtigen Probe und in der Nachverkostung:

1. Cépages d'Antan

40 40 20 Blanc, 2007er Basis, mit 9 g/l dosiert

Der rapsige, unkrautige Beigeschmack, den ich bei Altrebsortencuvées immer dem Weißburgunder zuschreibe, ist einer nur noch gelinde pflanzlich-kratzigen Note gewichen, die ich nicht weiter störend finde, obwohl sie den natürlich nicht gerade zu einem Vorbild in Sachen Eleganz macht. Was mir gut gefiel, waren die sich dazugesellenden Apfel- und Rhabarberaromen, die dem Champagner trotz der recht hohen Dosage Frische verliehen.

2. de Blancs

2008er Basis, mit 6 g/l dosiert

Schweflig, rauchig, gegen Ende mit schärfender Säure und mehr Aggro, als noch im letzten Jahr. Dazu kommt eine feine, kräuterige, pflanzliche Herbe, die den nicht aus dem Gleichgewicht bringt, aber ihm einen eigenen touch gibt.

3. Brut 2007

Drittelmix.

Weich und wohlgerundet, aber nicht labberig. Gegen Ende scheint ein pflanzlich grünes, nicht unreifes, sondern sukkulent-fleischiges Kostüm durch, das sich mit milchschokoladigen Aromen vereint und den bei aller Gefälligkeit am Gaumen überzeugen lässt.

4. Millésime 2009 non dosé, Arbeitsname: eterniteque

Drittelmix.

Fester Griff bei vollmundiger Reife, feine Haselnussigkeit, die an erinnert; mit einer Dosage um 3 g/l könnte der sicher noch weiter aufgehen, etwas mehr Zeit auf der Flasche wird ihm aber ebenso guttun.