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Zu Mantua in Banden . . . Südtiroltasting in der Essener Philharmonie

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Schreckbichl "Weisshaus" 2009

Holzloser, fruchtbetonter, gut gelungener Weißburgunder mit Druck, etwas Butter und leichter Bauart. Mehr Säure hätte ihm zu mehr Länge und Struktur verholfen, das Fruchtfleisch dafür hat er jedenfalls (85).

Castell Sallegg 2009

Bonbonig, mit Äpfeln, Blüten und einer sommerlich-frischen, zitronig-sauberen Anmutung. Könnte mehr Säure haben (83).

Kellerei Kaltern "Vial" 2009

Verschlossener, in der Nase wenig interessanter Wein. der auch am Gaumen von allem etwas zu wenig bietet. Etwas Frucht, etwas Frische, wenig Säure, nicht sehr erhebend (79)

Weingut Niklas "Klaser" 2007

Mein Favorit unter den Weißburgundern dieses tastings. Lagerfeuer- und Speckduft, dazu Waldhonig, reife Zitrusfrüchte, angenehme Intensität und ein lebendiger Auftritt am Gaumen, der am Ende mildbuttrig ausgleitet (88).

Elena Walch "Kastelaz" 2009

Nicht ganz auf dieser Höhe spielt Frau Walch mit, auch hier etwas Holz, aber alles femininer, zierlicher, niedlicher, als beim Klaser (86).


Sauvignon-Blancs:

Gumphof "Praesulis" 2008

Mein Favorit unter den Sauvignon-Blancs dieses tastings. Europäische Bauart, zunächst verhalten mineralisch, dann anwachsende Zitrusnoten, die sich zu den typisch grünen Tönen von reifer Paprika, Gras und Stachelbeere verdichten. Herb, reif, gut (88).

Tiefenbrunner "Kirchleiten" 2009

Jodiger, steiniger, bergiger Wein mit trainierten, strammen Waderln. Kommt sofort mit Almwiesenduft und krachend-grüner Paprika zur Sache, am Ende auch etwas kühlend (85).

H. Lun 2009

Gegenüber dem Tiefenbrunner eine Spur mehr Exotik und Komplexität, gleichbleibend hoher mineralischer Druck, merkliche, aber noch am unteren Rand angesiedelte und von reifen, süssen Beerenaromen abgedämpfte Säure (86).

Erste und Neue Kellerei "Stern" 2008

Paprika, Butteröl, Stachelbeere und Kiwi, mäßige, etwas wässrige Säure. Frucht und Säure, Volumen und Struktur sind da und wirken wie ein frisch zubereiteter Salat: alles gut durchgemischt nur noch nicht recht harmonisch (84).


Gewürztraminer:

Loacker Schwarhof "Atagis" 2008

Süß, anstrengend, seltsam. Drachenfrucht und Litschi, sonst stark floral, am Gaumen belagbildend und klebrig, etwas acetonig, mit dennoch gesunder Fruchtsäure; für mich nicht fehlerhaft, bloss komisch (79).

Tiefenbrunner "Castel Turmhof" 2009

Konzentrierter, etwas scharfer Duft. Aprikosenmus, bröckeliger Honig, andeutungsweise nussig, Rosenblüten und Gewürznelken, ohne dass ich den Eindruck habe, der Wein sei schon oxidiert. Am Gaumen sehr frisch, sehr intensiv, floral, druckvoll und lang (87+).

Kellerei Tramin "Nussbaumer" 2008

Zusammen mit dem Gumphof "Praesulis" mein Favorit unter den Gewürztraminern dieses tastings. Mango-Maracuja und eine an fruchtige Relishes erinnernde Würznase, sehr vielschichtig, sehr entwicklungsfreudig und auch am Gaumen zieht er voll mit. Etwas schlankere, dafür focussiertere Säure wäre angesichts der orientalisch und auf die dauer sättigenden Aromenvielfalt nicht schlecht gewesen (89).

Josef Weger "Maso delle Rose" 2009

Mango, Banane und ein etwas holziger Eindruck. Kommt am Gaumen leicht ins schwimmen und fängt sich bis zum Abgang nicht mehr so recht. Vielleicht noch zu jung (84).

Peter Zemmer "Reserve" 2008

Rosenblüten, Mango-Lassi oder sehr stückiger, mit Anis, Minze und Basilikum verfeinerter Fruchtjoghurt. Konzentriert bis leicht hitzig, noch mit freude trinkbar aber kein Kandidat für lange Reife (86)

Gumphof "Praesulis" 2008

Keiner von den ganz barocken, überladenen, mit allzuvielen Soeckröllchen versehenen Weine. Man merkt die Freude am Dekor und an der verschwenderischen Ausstattung und sieht hleichzeitig den Sinn für's Praktische und Lebensnahe. das gibt dem Wein positiven Anschub. Komplex, mit einer Wanne herabregnender Rosenblätter, Honig, Pfirsich und getrockneten Kräutern, dazu kandierte Orangenschalen, eine milde, doch stützende Säure und ein sauberes, glasklares finish (89+).

Josef Brigl "Windegg" 2009

Von gewichtiger Statur, doch geschmacklich gut händelbar. Saftig, gehört zu den körperreichen, aber noch nicht schwergewichtigen Weinen, der mit einer Blütenaromatik am Gaumen kleben bleibt (84).

Eisacktaler Kellerei "Aristos" 2008

Im Gegensatz zum lebenslustigen Windegg wirkt der Aristos wie der Name schon anzudeuten scheint eher wie ein hagerer Aristokrat. Noble, würzige Herkunft, die mir etwas farblos gezeichnet vorkommt. Alle Aromen sind da, verblassen aber schnell (83).

Klaus Lentsch "Fuchslahn" 2008

Kork.

Martin Pohl, Köfelgut 2008

Alles dominierende Bierhefe machte es unmöflich, den Wein zu genießen.


Spätburgunder:

Peter Zemmer "Peter Zemmer" 2007

Frischer, eher einfacher Spätburgunder. Kühle Machart mit Sauerkirsche, einer Handvoll Erde und mittlerer Länge (80)

Elena Walch 2008

Kaum anders Frau Walch. Kirsche, Waldboden, etwas totes Holz. Auch nicht besonders lang und ebenfalls einer der einfacheren Spätburgunder (80).

Erste und Neue Kellerei "Mezzan" 2008

Hier kam erste behutsame Spielfreude auf, neben den obligatorischen roten Früchten mit ihrer frischen, mich auch etwas nervenden Säure scheint der Wein durch Holzeinsatz gewonnen zu haben. Stimmiger Abgang, bei dem Frucht, Säure und Alkohol sich in einem Punkt treffen und gemeinsam verschwinden (82).

Kellerei St. Michael-Eppan "Riserva" 2007

Guter Standardspätburgunder, der mich auch noch nicht begeisterte. Sowas gibt's an jeder kühlen Ecke und wird, wie die drei zuvor, dem Potential der Traube nicht gerecht (85).

H. Lun "Sandbichler" 2007

Ebenfalls ordentlich aber weit davon entfernt, zu beeindrucken war Luns Sandbichler. Guter Standard, der die Anlagen der Rebsorte durchblitzen lässt, aber nicht mehr (85).

Johannes Pfeifer, Pfannenstielhof 2007

Kork.

Weingut Stroblhof "Pigeno" 2007

Mein Favorit unter den Spätburgundern dieses tastings und eindeutig mindestens eine Klasse über den anderen Spätbrugundern anzusiedeln. Hier merkte man, dass Leidenschaft im Spiel war, Verführung, Dichte, Verschleierung und Entschleierung, es galt, ineinandergewobene Aromen zu verfolgen und erstmals hatte ich den Eindruck, in den Wein eintauchen zu können. Eine minimale alkoholische Hitze tat dem keinen Abbruch, sie wurde überwogen von einem Wechselspiel aus rotfruchtiger Spannung, erdiger, mineralischer Gelassenheit, einer mürben, betäubenden Reife und einem alles gediegen einrahmenden, sehr feinkörnigen Tannin (90).

Martin Pohl, Köfelgut "Fleck" 2006

Schwieriger, sehr unruhiger Wein, der irgendwo zwischen Schwefelböckser und extrem reduktivem Stil steht (75).


Lagrein:

Loacker Schwarhof "Gran Lareyn" 2007

Samtig, weich, etwas glänzend, wie ein Poliertuch für Schuhe, das schon reichlich viel Schucrème aufgenommen hat. Merkliches Holz tut ein Übriges, versaut aber nicht den geschmeidigen Eindruck am Gaumen (87).

Stiftskellerei Neustift "Praepositus" 2006

Herb, konzentriert, mir etwas zu eindimensional und dadurch anstrengend (83).

Kellerei Tramin "Urban" 2007

Zusammen mit dem Morus von Lentsch mein Favorit unter den Lagreinern dieses tastings. Sauber ausgeprägtes Holz, das dennoch nicht nach Laubsägearbeit aussieht, dazu eine angemessene menge tiefschwarzer, triefend-saftiger Beeren, Veilchenblüten und ein Unterton von schwarzem Leder; kühlende Minze und merkliche Kraftreserven. Man spürt den unterschwellig drängenden Alkohol und die Frage ist, wie lange Früchte, Holz und Tannine ihn im Zaum halten können. Mit etwas Glück ein Kandidat für die Reifung, mit etwas Pech klappt er bald auseinander. Ich vermute, er hält sich noch eine ganze Weile (90).

Kellerei Bozen, St. Magdalena-Gries "Riserva Prestige" 2007

Schokoladenkuchen mit versenkten Schattenmorellen, noch warm und mit Puderzucker überstreut, im Kern saftig, aussen kross. Außerdem Noten von Jasmintee (88+).

Schmidt-Oberrautner "Villa Schmid" 2007

Nussig, fruchtig, erinnert an einen schwächeren Tawny-Port (82).

H. Lentsch "Morus" 2005

Brombeere, Kirsche, Veilchen, Leder, grüne Kaffeebohnen, Walnüsse, etwas Holz. Weicher, gut gelungener Lagrein mit milder Säure und ungelenkem Tannin. Hat noch Potential nach oben (89+).

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