auf einer Verkostung zu treffen und ihm einfach nur zuzuhören, ist lehrreich wie eine Stunde Bildungsfernsehen. Genau deshalb habe ich mit jeden Schluck Vilmart Champagner das Gefühl, schlauer zu werden.

1. Grand Cellier

70PN 30CH, vier Jahre Hefelager.

Feiner Holzeinsatz, pikante Säure, eleganter Auftritt, einer der besten Premier Crus seiner Klasse.

2. Grand Cellier d'Or 2006, dég. Februar 2011

80CH 20PN.

Holz. Masse. Beweglichkeit. Ausgelassenes Vergnügen. Ich neige in meiner unabbremsbaren Champagnertrinkfreude dazu, die knapp unter den eigentlichen Spitzencuvées der verschiedenen Häuser angesiedelten Champagner zu favorisieren. Das liegt einfach daran, dass die immer dann, wenn meine knappe Geduld erschöpft ist, schon trinkreif sind und nicht noch ewige Jahre lagern müssen, bevor ich wieder mit Genuss ran darf. So auch bei Vilmart, wo ich den Grand Cellier d'Or mit ein bis zwei Jahren Flaschenreife fast immer besser finde, als die Coeur de Cuvée.

3. Coeur de Cuvée 2003, dég. Juni 2011

80CH 20PN, 50 Jahre alte Reben, 10 Monate Barrique, mit 5 g/l dosiert.

Sehr reif, rahmig, pilzig, aber auch mit Limettengranité, Grand Marnier und Kumqat; trotz der relativ niedrigen Dosage und des bis ins Letzte rausgekitzelten Zitrusfrucht gehörig süß.