Als ich zuletzt bei Besserat de Bellefon war, kannte ich die Cuvée B de B schon ein Weilchen und hatte u.a. damit beispielsweise den letzten Jahreswechsel begossen. Dieser Champagner bietet viel Kuchenteig, bei milder Holznote, gewohnt und gekonnt sahnigem Mousseux, Brombeere, Heidelbeere und Holunderblüte. Nicht der ganz große Aufschlag, eher ein Lustschlösschen, als Versailles. Wenn man aus mönchischem Gefilde kommt, ist das völlig ok. Die eigentliche Domäne von Besserat de Bellefon bleibt deshalb auch dort zu suchen, bzw. verorten.    

 

Die aktuelle Cuvée des Moines begeistert mit sahnigem Mundgefühl und erfrischender Minze mit einer weniger scharfen, als vielmehr duftigen Schwerpunktsetzung die gut zur üppigen Säure passt. Briocheduft rundet alles köstlich und wenig mönchisch, sondern ziemlich weltlich ab. Mal wieder sehr gut gelungen, muss ich sagen, und ein erdbebensicheres Fundament für alle übrigen Cuvées des Hauses. Darauf kann man von Lustschlösschen bis zum Wolkenkratzer alles errichten, wobei die Cuvée des Moines Rosé (30CH, 30PN, 40PM) zu den weniger eleganten Bauwerken gehört. Da wird zu meinem Leidwesen ein für mich etwas zu weiniger Stil gepflegt, mit einer Früchtekonzentration, die sich nicht mehr ganz mit dem leichten, sahnigen Mönchsstil verträgt..

 

Vom 1942er Besserat de Bellefon habe ich ja schon erzählt, so dass ich hier bedenkenlos zu den Vinothekversionen einiger Jahrgänge hinüberschwenken kann, die alle so um die 4 g/l dosiert sind.

 

1995 50CH/50PN, habe ich blind glatt für einen 98er gehalten, das Geheimnis seiner jugendlichen Frische war der Verzicht auf BSA was ihn noch einmal frischer wirken ließ. 

 

2000 100CH, hier kam der typische Charakter des 2000ers durch, ein gut entwickletes Röstaroma, Reife, Saftigkeit und eine nicht zu dicke Aromenschminke, vor allem aber eine freche Säure, die entfernt an Comtes de Champagne 2000 erinnerte. Für die Ewigkeit ist das vielleicht nicht geeignet, wird aber noch eine ganze Zeit Freude bereiten.

 

2002 50CH/50PN, war perfekt balanciert,  bemerkenswert die Vanillearomatik und das Bäckereidüftchen, die ohne Holzeinsatz in den Champagner gekommen sind, bzw. dort heraus. Mindestens ebenso schön wirkte auf mich die sich nobelstens entfaltende Reife, der Champagner wirkt dadurch wesentlich süsser als er tatsächlich dosiert ist. Als ich den vor ca. drei Jahren das erste Mal probiert habe, gefiel er mir schon sehr gut und hat sich bestens entwickelt. Klar dem 2000er überlegen.