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Cognac – Einsatz in Düsseldorf (Teil III und Schluss)

 

Abschließend stelle ich noch zwei gegensätzliche Häuser vor: Traditionserzeuger und Raritätenauktionsplatzhirsch Croizet und den umtriebigen Neuling mit dem Gespür für Trends Francis Abécassis. 

VIII. Croizet

Für die Champagne und für den war Napoleon ein Segen. Zahlreiche Häuser in beiden Regionen verdanken ihm eine Fülle von Anekdoten und einige verdanken ihm alles. Croizet würde wahrscheinlich ohne ihn nicht existieren. Das Haus wurde von Léon Croizet gergündet, der Sommelier in Napoleons Generalstab war. Heute verfügt es über 60 ha in Grande Champagne Lagen. Destilliert werden die selbst angebauten Weine zusammen mit der Hefe, danach folgt das obligatorische lange Fasslager. Besonders stolz ist man bei Croizet auf die Flaschen aus der Léonie-Collection. Dabei handelt es sich um einen blend aus Eaux de Vie, die Léonie Croizet zu ihrer Hochzeiot am 21. November 1891 von ihrem Vater erhielt. Zu der Zeit war die Reblauskatastrophe gerade erst überstanden. Eine Mitgift aus Prä-Phylloxera Bränden der Jahrgänge 1858, 1868, 1872 und 1875 hatte also besonderen Wert. Im Laufe der Jahre wurden einige Cognacs unter Mitwirkung dieser Uraltbrände kreiert, aber die Lots 1 – 7 blieben stets unter Verschluss. Eine der Hochzeitsflaschen wurde jüngst im Swatch Art Peace Hotel Schanghai für 1 Mio. Yuan, also locker über 100.000,00 € an Maggie Vong aus Hong Kong verkauft. Damit ist der bisherige Rekord für die teuerste Cognacflasche (25.000,00 € im Jahr 2009) mühelos eingestellt. Der Erlös ging übrigens einem wohltätigen Zweck zu. Die glückliche Gewinnerin der Auktion gab an, die Flasche in einem besonderen Moment tatsächlich öffnen zu wollen. Recht so.

1. VS

GC

Drei Jahre gereift. Etwas hitziger Eindruck von Cognacpraline, mit mildem Blumenbouquet, etwas Holz und reifem gelbem Obst, ein wenig Kirsche.

2. VSOP

GC

Fünf Jahre gereift. Leichter und erfrischender als der VS. Der etwas schwerfällige Pralineneindruck wird hier von einer mildseifigen Noisette verdrängt, der sich unter großzügiger Blumendekoration und karamellisierten Tönen eine Kirschprozession anschließt.

3. XO

GC

Fünfzehn Jahre gereift. Unmittelbar präsenter Cognac, mit lebhafter Kirschnote, ausdrucksvollem Blumenbouquet, mittelkräftiger Gewürznote, Nelken, Wacholder, etwas Liebstöckel, hinzu kommen Röstaroma, Schokolade und Rumtopf. Langer, etwas unruhiger aber süßer Ausklang.

4. GC Extra

GC

Fünfundzwanzig Jahre gereift. Gegenüber dem regulären XO softer, mit einem gedämpfteren, eleganteren Gaumeneindruck. Wirkt am leichtesten von allen Cognacs und zeigt überhaupt keine Unruhe, Hitze oder Angestrengtheit.

5. Vintage 1970

Ein beispielhaft schöner, den Hausstil wunderbar verkörpernder Cognac. Leicht wie Zitruscrème, mit Honig, Kokos und Mandeltorrone; weißer Nougat, gelbe Johannisbeere, einige exotische Noten, vegetabile, minimal gerbende Anklänge, dabei luftikssenbootartig über die Zunge hovernd.

 

IX. Francis Abécassis

Mit der Reisproduktion im Süden Frankreichs ist Francis Abécassis groß geworden, mehr als 1300 ha bewirtschaftete er zuletzt. Dann zog es ihn in die Cognacproduktion. Drei Marken sind dort mittlerweile unter dem Namen des Firmengründers mit der angedeuteten Löwenmähne vereint, das lautmalerische ABK6, und die beiden traditionelleren Häuser Leyrat und Le Reviseur. Jede Marke agiert als Single Estate Erzeuger und hält den gesamten Produktionsprozess in eigenen Händen.

1. ABK6

Im Jahr 2005 gegründet und einer der Shootingstars der Cognacszene. Ca. 250 ha eigene Reben. Chefin ist die junge Élodie Abécassis, im Keller agiert der Neuseeländer Simon Palmer.

a) Cognac ICE

Sehr moderner Trend-Cognac. Weiße und helle Aromen, von Baiser über weiße Blüten bis Nashi-Birne, Litschi und Pitahaya bestimmen den Eindruck des trotz der Namensgebung leicht gebräunten Cognacs. Bestimmungsgemäß ist er geschmacklich nicht sehr lang und braucht stets einen Kompagnon; am besten auf Eis oder gemixt.

b) XO Family Reserve

FB

Lagerte zehn bis fünfzehn Jahre im Fass und bildet das andere Ende des Produktportfolios von ABK6. Die Family Reserve zeigt Holzaromen, etwas Süßholz auch, rote Beeren, Gebäck. Leichter, eingängiger Stil mit viel Vanilleschote und lang anhaltender, eleganter Mundwirkung.

2. Leyrat XO Vieille Reserve

Zu Hause im Fins Bois Gebiet, umgeben von 90 ha Rebfläche, ist die Domaine de Chez Maillard der Stammsitz von Cognac Leyrat. Die Vieille Reserve reifte 25 Jahre. Entsprechend seiner Herkunft ist der Cognac von leichter Machart, eher fruchtig als blumig und wirkt für das Alter seiner Eaux de Vies noch erstaunlich jugendlich. Zu Spritzgebäck und Mehlspeisen sicher ein sehr guter und sportlicher Begleiter.

3. Le Reviseur XO

PC

Holzige Nase, im Mund viel Dörrobst und ein leicht hitziges Naturell. Pflaumenmus, allerdings ohne angebrannte Noten, süße Kräuter, ein ziemlich kraftvoller Cognac, der gegenüber dem Leyrat sein Terroir ausspielt.

Wein-Glossar



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