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Chill Bill: Drei Spitzencuvées von Billecart-Salmon

Der Haustrunk in der Traube Tonbach. Berühmt für seine Rosé-Maîtrise, geschätzt für den Blanc de Blancs, früher Vogel beim heimlichen Trend Clos-Champagner und bislang fast unbemerkt mit einer Holzfasscuvée an den Markt gegangen, deren Etikett altgedienten lumberjacks wie David Powell von Torbreck das Herz schneller schlagen lässt. Andere mögen sich an der schlichten Draufsicht auf die Altersringe einer Baumscheibe stören, mich wiederum interessiert in diesem Fall nur der von Francois Domi verantwortete Inhalt.

1. Cuvée Sous Bois, dég. 2010

Drittelmix, 2006er Basis (80%) mit Reserve aus 2005 und 2004, fassvergoren in sechs- bis achtfach belegten Burgunderfässern von Jadot, danach Fassausbau.

In der Nase wenig überraschend, Karamell, Honig, Mandelmilch und Kaffee. Überraschend dagegen, dass die Melange überhaupt nicht ermüdend wirkt, also trotz des allumfassenden und unverzögert spürbaren Holzeinsatzes kein Holzoverkill. Noch lange bevor ich mich auch nur annähernd sattgerochen habe, kommen Apfel, Quitte, Hagebutte dazu und bringen eine frische, leicht gerbstoffgetönte Säure mit.

2. Nicolas-Francois Billecart 1998

60PN 40CH

Grand Crus aus der Montagne de Reims und der Côte des Blancs, teils im Holz vinifiziert.

Manche meinen, die Arbeit von Francois Domi sei zu smooth, zu klinisch bis steril und meinen damit vor allem seine scharfe Mostvorklärung und strenge Filtration. Das, so die Kritik, lasse vom Charakter des Weins nicht viel übrig. Das, so meine ich, ist Unsinn, wie bereits die Grundweine von zeigen und was dieser Champagner aus einem an sich gar nicht mal überragenden Jahr verdeutlicht. In der Nase zeigen sich Mandel, Kokos und Milchkaffee. Dazu kommen Verbene und Vetyver, etwas Bergamotte, Acerola und eine seidenglatte Textur. An diesem Champagner ist alles so sauber und klar, bis ins Detail ausgearbeitet, wie bei den chinesischen Korkminiaturschnitzereien. Das darf man nicht mit Sterilität verwechseln, sondern als die lupenreine Arbeit würdigen, um die es sich handelt. Schließlich käme keiner auf die Idee, einen flawless top wesselton Diamanten wegen derselben Eigenschaften zu bekritteln.

3. Clos St- Hilaire 1998, Flasche #494/6750

Das kleine Weingärtlein direkt neben den Produktionsstätten des Hauses in Mareuil hatte ich zuletzt im Herbst 2009 unter die Lupe genommen. Der Clos St. Hilaire war lange Zeit das Rückgrat der jahrgangslosen Rosés und die Entscheidung, diesen Wein als Solisten zu vinifizieren, ist sicher nicht leicht gewesen. Denn es bestand immerhin die Gefahr, dass der Champagner, mit dem Billecart-Salmon am Markt seine größten Erfolge hat, qualitativ eine merkliche Einbuße erleidet. Davon konnte ich bei meinen letzten Verkostungen aber nichts feststellen und ich nehme an, dass die Umstellung der Cuvée sehr umsichtig vorbereitet wurde. Für die Weinwelt ist der Clos St. Hilaire jedenfalls ein Gewinn: purer Pinot, ohne BSA, Mini-Dosage. Eine hochentwickelte Rennmaschine, der Aston Martin Vantage Zagato unter den Champagnern. Würde ich nur zu gern mal im Trio mit Bollingers Vieilles Vignes Francaises und Krugs Clos d'Ambonnay trinken.   

Wein-Glossar



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