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Soho-House, Berlin. Ohne Madonna und ohne Heinz Horrmann.

Ich bin nicht Madonna. Ich sehe Madonna noch nicht einmal frappierend ähnlich; selbst von weitem nicht. Mein Kontostand auch nicht. Wie verhängnisvoll das ist, musste ich am vergangenen Wochenende erfahren. Da war ich nämlich in Berlin. Dort gibt es Fünfsternehotels, wie andernorts Fischbuden und die Preise sind gemeinhin mehr als erträglich. Deshalb buche ich mal hier, mal dort. Diesmal eben im Soho-House. Doch anders als Madonna habe ich nicht gleich sämtliche Zimmer gemietet, sondern nur eins.

Denn das ehemalige Kaufhaus Jonass, dass schon der Hitlerjugend als Reichszentrale diente und hernach in skurriler Diktaturkontinuität Sitz des Zentralkomitees der SED war, liegt ganz praktisch. Die Saphirebar in der Bötzowstraße ist nicht weit, die gern frequentierte Cordobar, der Brotladen Zeit für Brot, Spreegold, das YamYam, einen "Schwarzer Reiter" genannten Luxury Erotic Lifestyle Laden direkt nebenan und allerlei andere Lädchen kann man leicht zu Fuss erreichen, wenn man sich nicht anstellt. Umgekehrt zahlt man sich auch nicht kaputt, wenn man den Heimweg nicht mehr zu Fuss antreten kann oder will und auf ein Taxi angewiesen ist.

Ich jedenfalls habe mein Gepäck im Soho House mittags abgeworfen, weil der check-in erst ab 15 Uhr möglich ist. Das war der erste Fehler. Denn am Abend fand sich das Gepäck nicht mehr. Bzw. später dann doch. Wegen der vielen "arrivals" hatte die Rezeption sich das Gepäck mit dem Club "geshared" wie mir unter vielfach zwanghaft eingeflochtenem Duzen erklärt wurde. Wahrscheinlich war meine kleine keepall einfach unter den Louis Vuitton Reisemöbeln der anderen Gäste verschwunden. Mir egal, das kostenlos bei jeder Gelegenheit unter der Theke hervorgeholte Mineralwasser im praktischen Reiseformat hatte mein wallendes Gemüt schon längst wieder besänftigt. 

Doch welaga nu, waltant got, wewurt skihit! Das zur Miete überlassene Zimmer verfügte über eine rauschende Klimaanlage, was ich immerhin bereit bin, klaglos hinzunehmen, wenn sie denn tüchtig funktioniert. Tat sie ja auch. Aber: das Bad! Da, wo alle immer als erstes reingucken, wenn sie auf Reisen sind. Zwar ist an alles gedacht, vom Rasierer über Zahnbürsten, Zahncrème, Listerine, eine Armada an Waschutensilien, ja selbst ein Kamm und Kondome werden feilgehalten; doch war ein Teil der Marketenderware schadhaft. Ausgerechnet der Lipbalm war zumindest schon auf- und wieder zugedreht worden – so gern ich Madonna (aus der Ferne; und ggf. und je nach Umstand) auch Heinz Horrmann habe: deren mglw. Herpes brauche ich nicht. Dass in dem beheizbaren Badspiegel kein Vergrößerungsspiegel eingelassen war: geschenkt. Aber wenn im Badezimmermülleimer keine Tüte drin ist und auf dem Badezimmerboden ein aufgerissenes Zellophantütchen liegt, in dem mal vom Ohrenstäbchen bis zum Sezierbesteck alles drin gewesen sein kann, reut mich die Zimmerbuchung. Dass mir der Spalt zwischen den beiden Glassegmenten, die den Duschbereich vom Rest des Bads abtrennen sollten erstaunlich bis ungehörig groß vorkam, war da keine falsche Anwandlung, sondern zeigte sich bei Inbetriebnahme als völlig berechtigte Befürchtung. Intensivduscher wie ich sind mit einem solchen mehr als fingerdicken Spalt mühelos in der Lage, das ganze Bad unter Wasser zu setzen. Habe ich natürlich nicht gemacht. Meine Aufmerksamkeit gehört ja erstmal der Dusche im Trockenzustand. Da war die Armatur (von Lefroy Brooks) kaputt, aber noch funktionabel: der Drehhebel für heißes Wasser war nicht befestigt und kam mir beim bedienen sofort bereitwillig in der Hand gefallen, der Porzellanumstellhebel für die Regenwasserdusche war zerscherbelt und die Halterung für den Duschkopf kam mir aus der Wand entgegen. Vorsichtig einhängen ließ sich das Duschdings darin noch, was ich schleunigst tat, obwohl das "bollocks" getaufte hoteleigene Duschzeugs Kindsköpfe wie mich besonders herzlich dazu einlädt, die Klöten damit zu waschen. Die abgewetzte und stellenweise fleckige Tapete tat ein Übriges, um mir den Auszug später nicht schwer werden zu lassen.    

Fazit:

Wenn Angehörige der Kreativbranche, Künstler, Regisseure, Musiker und Medienmenschen da übernachten,kann ich über meine Berufswahl nur froh sein. Auch die Bar hat es mir, so viel zum Abschluss, nicht angetan. Das Champagnerangebot schien mir doch sehr überschaubar, mit zB Bollinger und Collet (den man aber tatsächlich nicht sehr oft in der Gastronomie und überhaupt in Deutschland sieht) standen da nicht gerade die angesagtesten Neuentdeckungen in der Karte.    

Wein-Glossar



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