Vins Clairs 2011:

Je zwei Chardonnays und Meuniers aus dem Stahltank und aus dem Fass, sowie einen fassvinifizierten stellte Cyril Jeauneaux vor. Alle Grundweine gefielen mir sehr gut, waren aufgeladen und voller Tatendrang, nicht übersauer, mal frech, mal warm und weich, mal feurig und röstig, teilweise dunkel und kühl.

Champagner (alle Zéro Dosage):

1. Sélection

60PM 30PN 10CH, 2009er Basis mit aus 2008.

Sehr fordernd, druckvoll, bergquellklar, geradezu chardonnayig. Ein Beispiel dafür, wie man sich vertun kann, wenn man einen guten Meunierchampagner blind ins Glas bekommt. Könnte meiner Meinung nach ohne Dosage bleiben oder allenfalls ganz gering dosiert werden, mit vielleicht 3 g/l, um seinen schlanken Körper nicht zu verfetten.

2.

80CH 20PN, 2008er Basis mit aus 2007.

Gegenüber der Sélection der längere Champagner, mit mehr Potential, mehr Verästelung und mehr Substanz, mit seiner knackig-rassigen, engmaschigen Art in diesem Zustand weniger spaßig. Sobald Dosage dazukommt, wird sich das ändern, aus dem drahtigen und momentan hager-asketischen Typ wird dann ein drahtiger und muskulöser Champagner.

3. Les Grands Nots

Drittelmix aus dem Barrique.

Merkliches Holz, das sich mit Noisette, Mandelkrokant und roten Früchten gut verträgt. Espressonote, Wurzelholzvertäfelung; mein Lieblingschampagner von Cyril, kostet allerdings gute 50,00 €.

4. Les Grands Nots

Drittelmix aus dem Barrique.

Ungewohnt rebellisch und wütend tritt der 2003er auf. Wieder sind Nuss und Kaffee bedeutende Komponenten, dazu kommt noch eine nicht sehr prominent vorschmeckende, aber stahlharte Säure und eine zum mildjodig bis salzigen Ende hin daraus gefräste, völlig überraschende reife Frucht, die Noten von Pomelo, Blutorange und enthält. Verblüffend, wenn man den gar nicht kennt und höchst erfreulich, wenn man ihn kurz nach dem ersten Dégorgement schon als einen der besten performer des Jahrgangs in seiner Gewichtsklasse kennengelernt hat.