Vins Clairs 2011:

de Noirs; Le Jardin de la Grosse Pierre (ein gemischter Satz mit allen Rebsorten der Champagne); Rosé de macération des Juliennes. Die Vins Clairs von gehören heuer zu denen, über die man sich freut, weil sie einen schwierigen Spagat meistern. Die maßgeblichen Eigenschaften von Vins Clairs sind oft überbetont, ihr Geschmacksbild daher oft skizzenhaft, einseitig und karikaturenhaft. Umso mehr freut man sich, wenn so ein Grundwein, der zum Sologenuss überhaupt nicht hergestellt wurde, sondern nur auf seiner Reise in das zweite Gärungs- und oftmals Cuvéeabenteuer anhalten musste, um sich einer Visitation zu unterziehen, mit geschmacklicher Raffinesse aufwarten kann und sich wie von selbst die Kehle hinunterschmuggelt.

Champagner:

1. de Noirs Nature

2008er Basis mit aus 2007. Kein BSA.

Dass nicht zu den ruhigen Winzern mit bäuerlich-beschaulichen Pinots von mehr oder weniger immer derselben Frucht und geglätteten leichten Haselnussigkeit gehört, macht der de Noirs Nature klar. Der hat das, was man bei Autos den bösen Blick nennt, ohne aber prollig damit zu wirken.

2. de Noirs Extra Brut

wie vor, mit 5 g/l dosiert.

Den bösen Blick hat der Extra abgelegt. Melone, Nektarine, Orange, Marzipan schmeicheln wie obstgewordene Katzen um und in die Nase, schleichen auf Samtpfoten über die Zunge und springen leicht federnd in den Rachen hinein, alles schön ohne Krallen.

3. Le Jardin de la grosse Pierre 2009

Marktreif 2013/2014.

Sehr hoch verdichteter könnte so schmecken. Guavenschnaps, Quittenmus, Marzipan, nicht ganz einfach in der Kombination, nicht ganz mein Geschmack, aber eine Herausforderung unter für die kleine Sparte der Champagner, die aus alten Rebsorten entstanden sind. Der Jardin de la grosse Pierre gehört da zu einem der stringentesten, komplexesten und gelungensten Exemplare.

4. Rosé des Juliennes Extra

In dieser Form mein Lieblingschampagner von Benoit Lahaye. Die Substanz in Form der Grundweine gefällt mir Jahr für Jahr sehr gut, nur der fertige Champagner überzeugt nicht immer. Dieses Jahr stimmt alles. Blutdruck und Puls wie nach einem Ausdauerlauf, ad ruboren, non ad sudorem, wie Galen zeitlos und zum Rosé so unvergleichlich passend empfiehlt.