Vins Clairs 2011:

Rachais Chardonnay sur sables cuisiens du Massif de Saint-Thierry, Vieilles Vignes Chardonnay du Murtet und 1ers vins de réserve perpétuelle, also der künfitge, biozertifizierte Petraea. Nachdem ich die Vins Clairs und Champagner von Francis Boulard letztes Jahr in einer schwachen Phase probiert hatte, war diesmal wieder alles in bester Form. Die VVF (Vieilles Vignes Francigena) waren so verspielt wie Katzenbabies und von einer für Vins Clairs ungewohnten Süffigkeit. Sehr lebhaft war auch der Rachaisgrundwein, nur schwer zu ergründen war dagegen der Petraea, was am Solerasystem liegen mag, dem ich aber mit einer meiner nächsten Proben sowieso auf den Grund gehen wollte, worin mich dieser Wein letztlich noch bestärkt hat.

Champagner:

1. Vieilles Vignes Xtra Chardonnay 2009, dég. 20. Oktober 2011

Vinifiziert und ausgebaut im Holzfassl, mit 5 g/l dosiert.

Kein unanstrengender Champagner, dickwandig holzbebohlt, mit viel Konzentration und einem bei aller Beplankung doch noch eleganten Naturell; da gibt es sicher lustigere Genossen, dieser Champagner ist für Parties nicht geeignet, stimmt eher leicht melancholisch, auch weil ihm jede Aggressivität fehlt.

2. Rachais Brut Nature 2006, dég. 18. November 2011

Kaffee, Mokka, Brotrinde, Malz, Butter; Säure steht hier nicht im Vordergrund. Rahmig und lang, Gaumenschmeichler. Ein starkes Stück Champagner.

3. Petraea XCVII-MMVII dernière réserve perpétuelle

"Dernière" Réserve perpetuelle heisst hier: das ist die wirklich letzte Ausgabe dieses Champagners. Nach der Bio-Umstellung hat Francis keinen weiteren Petraea mehr aufgelegt. Um den eingefleischten Fans dieses Solerachampagners den Übergang und den verzicht etwas zu erleichtern, hat er ihn ziemlich langlebig angelegt. Im Moment ist der letzte Petraea herb, zugeknöpft und ohne jeden Anknüpfungspunkt. Erst mit viel Luft oder Flaschenreife wird sich da das eine oder andere Löchlein in der Rüstung zeigen. Bis dahin wird Francis sicher noch viele schöne andere Champagner aufgelegt haben.