Entspannt wirkt der von Serge Mathieu, ohne besondere Faxen, ganz traditionell, auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick erst sieht man die Bioneigung, das Degorgierdatum, freut sich über den geringen Schwefelzusatz und darüber, dass der Erzeuger seine Experimentierfreudigkeit auslebt, ohne seine Kundschaft mit Unfertigem zu behelligen. 

1. Cuvée Extra Brut (war mal der  Tradition)

100PN aus 2010, aus 2009 und 2008, mit 5 g/l dosiert

Easygoing, freundlich bis quirlig, mit Nektarine, Blutorange und Kirsche. Eine charakteristische Mischung, die bei Serge Mathieu häufiger auftaucht.  

2.  Cuvée

70PN 30CH, 2008er Basis mit aus 2007 und 2005, mit 8,6 g/l dosiert

Mehr Behäbigkeit und Ruhe strahlte die Cuvée aus, was ganz ihrer Stellung im Portfolio entspricht. Beim letzten Mal fand ich den Mix nicht fett genug, jetzt ist der genau richtig. Rund, poliert, aber nicht aufgebrezelt, komplexer als der extra Brut, mit einer angemessenen Mischung aus Knackigkeit und hefiger, weiniger Würze. 

3. Cuvée Rosé

75PN 25CH, Assemblage, 2009er Basis mit 2008 und 2007, mit 9,5 g/l dosiert

Fruchtig, frech, aber nicht vorlaut. Wirkt trotz des hohen Rotweinanteils von ca. 15% nicht schlapp, gerbend oder sonstwie in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Dank hoher Säure ist es sogar so, dass die grenzwertige Dosage erträglich erscheint, so dass ich dem auch die Begleitung kräftiger Speisen, insbesondere von Wildgerichten zutraue.

4. Millésime 2006

Interessant war es, den Jahrgang, der auf den bei Serge Mathieu nicht ganz so großartigen, vor allem gegen Ende nicht überzeugenden 2005er folgte, mit zwei unterschiedlichen Schwefelgehalten zu probieren. Einmal 30 mg, einmal 45 mg. Der geringere Schwefelgehalt war für das Aroma keinesfalls positiv, schlanker, deutlich brotiger, wässrig mit durchkommender Herbe musste ich notieren; stinkeriger war die höher geschwefelte Version, dafür wirkte er sauberer, abgeklärter, länger und besser ausdifferenziert.