Montgenost, das ist nun wirklich abseitig; am südlichen Rand des Sézannais, da, wo sich Champagnertouristen nur selten hinverirren. Schade, denn das ist altes Champagnerkerngebiet. Pierre Jean-Baptiste Legrand d'Aussy nennt in seinem Werk "Les vins francais au XIIe siècle" von 1782 ausdrücklich "Chabli, Epernai, Rheims, Hauvillers, Sezanne, Tonnerre" als berühmteste Orte der Champagne. In dieser bedeutsamen Region ist Copinet seit 1975 beheimatet. Ich habe drei Chardonnaygrundweine von unterschiedlichen Standorten probiert, die jeweils von mindestens 25 bis 30 Jahre alten Reben stammten. Gearbeitet wird mit Stahltanks, findet immer voll statt, dosiert wird für gewöhnlich mit bis zu 8 g/l. Die sind klassische Jahrgangscuvées von in der Regel drei aufeinanderfolgenden Jahren, mit dem jüngsten als Basisjahr. Wenn man annimmt, dass die Chardonnaqys von Copinet stellvertretend für die des südlichen Sézannais sind, dann weiß man auch, warum z.B. et Chandon hier ein kleines Bauwerk errichtet hat.

1. brut, dég. Oktober 2011

Mit 5 g/l dosiert.

Frisch und mit herber Zitrusnote, Kaffernlimette, pflanzlichen Noten und Campher. Kommt mir etwas eigenwillig vor, ist aber wohl Ausdruck des dicklicheren Bodens im Sézannais.

2. Sélection

2007er Basis mit 2006 und 2005, mis en bouteille 2009, mit 8 g/l dosiert

Mehr Frucht und mehr Ausdruck hat die höher dosierte und aus älterem Material bestehende Sélection. Der herbfrische Ton bleibt diesem aber treu.

3. Marie-Etienne, Multi

2006er Basis mit 2005 und 2004, mit 6 g/l dosiert.

Die Cuvée Marie-Etienne (MV) besteht im Gegensatz zum  immer aus drei Jahrgängen, die immer deklariert sind, d.h. wenn Copinet in einem Jahr keinen macht, findet dieses Jahr auch keinen Eingang in diese Cuvée. Sehr leicht und mit dem nötigen bisschen Klasse, das im Gedächtnis bleibende Chardonnays von gewöhnlichen Chardonnays unterscheidet.