Ain’t life grand? – Grand Culinary im Kameha Grand Bonn
Wer Bonn kennt, weiss, dass es dort beschaulich zugeht. Hotelmäßig dominiert unter den größeren Häusern die Günnewig-Gruppe das Bild, das ehemalige Bundesgästehaus auf dem Petersberg ist in Steigenberger-Hand und Maritim-Hotels gibt es auch. An Sternerestaurants wird in Bonn traditionell gespart, einzig Rainer-Maria Halbedel hält die Michelinfahne hoch. Wer sternemäßig gut essen gehen will in Bonn, verlässt am besten die Stadt. Freilich: auch jenseits der Restaurantführer ist Leben, so rühmt der Bonner schon lange das Sassella in Kessenich oder bestellt seinen Fisch im Petit Poisson, der Veränderung war man, scheint's abhold.
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Sommerchampagner – Champagne im Sommer
Ein kleiner Auszug jüngst in der sommerlich-heißen Champagne verkosteter Champagner.
Seit zwei Wochen sind in Frankreich Sommerferien. Das hat den großen Vorteil, dass man auch in der Pariser Innenstadt vergleichsweise mühelos Parkplätze bekommt und seinen Wagen zwischen z.B. dem von mir wegen seiner touristenfreundlichen Lage geschätzten Waldorf Trocadéro in der Rue Lauriston und einer der vielen kleinen in Laufnähe gelegenen Boutiquen parken kann. Ein wesentlicher Nachteil dieser Sommerferien ist, dass viele Champagnerwinzer Badehosen und Bikinis in den Kofferraum ihrer nagelneuen S-Klassen schmeißen und in Richtung ihrer Domizile zwischen Juan-les-Pins und Cap Martin abdampfen. Wer dennoch in der Champagne bleibt, wird gnadenlos von mir aufgesucht.
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Runder Burgunder
I. Marc Colin
Die verkosteten Weine stammen noch aus der Zeit lange vor 2005, als zwischen den Geschwistern friedliche Eintracht herrschte und Pierre-Yves Colin noch nicht mit seinen bemerkenswerten Weinen auf eigene Faust für berechtigte und positive Furore sorgte.
1. St. Aubin 1er Cru En Remilly 1999
Warmes, einladendes Schimmern in goldgelbgrün, Hundefellnase, die wenig Platz für andere, vorwiegend pflanzliche Aromen lässt. Flache Säure, mittellang und etwas zu breit geraten.
2. St. Aubin 1er Cru En Remilly 2000
Nur geringfügig schicker und ausdrucksvoller kam mir der 2000er vor. Zu der unangenehmen Hundefellnase gesellten sich Akazie, Honig und eine andeutungsweise saftige, aber doch eher wässrige Fruchtigkeit wie von gelben Pflaumen. Wieder nur wenig Säure.
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Beim Austernspezi
Stephan Soutre und seine Frau führen nun schon seit ein paar Jährchen die alte Mülheimer Institution Müller-Menden in der Mendener Str. 109. Stéphane hat in Bordeaux Sommelier gelernt und war in den Neunzigern ebenso reger wie erfolgreicher Teilnehmer an Sommelierwettbewerben in Frankreich. Das wirkt sich heute so aus: die Küche in dem alten Fachwerkgemäuer ist ein Mix aus deutscher und traditionell französischer Regionalküche. Auf der Weinkarte zeigt sich der französische Einfluss noch deutlicher. Unter den Apéros fallen Lillet und Noilly-Prat angenehm ins Auge, Roederer und Bollinger runden das Bild ab. Aus der Flasche gibt es von Chevalier aus Péssac über Rollan de By und Prieuré-Lichine einige hübsche kleinere Bordeaux zu erträglichen Preisen (2005er Rollan de By ist mit 42,00 EUR/Fl. in der Gastronomie nicht überteuert), von der Rhône kommt Chapoutier (Cotes du Rhône, Belleruche), aus Deutschland Wagner-Stempel, Dr. Loosen, Ruck und Fürst. Einige interessante und fair kalkulierte Franzosen und einige Spanier (Priorat) haben außerdem Aufnahme in der Weinkarte gefunden. Das Weinrepertoire lässt damit so einige Spielmöglichkeiten zu.
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Das schreiben die anderen: Patrick Dussert-Gerber
Der aktive Autor hat sich in der aktuellen Ausgabe von "Millésimes" mit seinem Champagner-Classement für 2010 zu Wort gemeldet. Nicht zur Unzeit, wie ich meine, denn Zeit für Champagner ist bekanntlich immer – nicht nur kurz vor Weihnachten. Also, was schreibt er denn? Zunächst mal muss man seine Classements kennen. Darin unterscheidet er zwischen erst-, zweit- und drittklassifizierten Weinen. Diese Classements stellt er für jede Weinbauregion gesondert auf, d.h. ein erstklassifizierter Champagner unterliegt den Regeln seines Champagner-Classements und ist insofern nicht vergleichbar mit einem von ihm erstklassifizierten Bordeaux. Innerhalb der jeweiligen Classements herrscht nochmal eine Hierarchisierung, wobei Dussert-Gerber im Champagner-Classement jede Klasse nochmal in kräftige und elegante Champagner unterteilt. Dabei fließen Werte wie Reifevermögen, Preis-Leistungs-Verhältnis und Kontinuität der letzten Jahrgänge einer Cuvée ein. Wer also in der Spitze eines Classements steht, dem kommt eine gegenüber den nachfolgenden Weinen herausgehobene Bedeutung zu.




