Terroirs et Talents 2013: Champagne Jacques Copinet
Copinet aus Montgenost im südlichen Sézannais macht viel mit Chardonnay, der im Stahltank einen vollen BSA durchläuft und diesmal zwischen 5 und 7 g/l dosiert war. An der fruchtigen, gemütlichen Stilistik hat sich nicht viel geändert. Den 2012er AOC Rouge fand ich dornfeldrig, mit Pflanzen, Rosenblüten und Pfeffer angereichert.
1. Blanc de Blancs brut
Auf Basis des 2008ers mit 2007er und 2006er Reserve, mit 5 g/l dosiert.
Leider wirkt der Champagner gesichtlos und bissschwach, was nicht an mangelnder Säure liegt. Die ist vorhanden und herbgrüne pflanzliche Noten finden sich auch, gar nichtmal die schlechtesten, will sagen: unreifen. Was dem Champagner fehlt ist Inspiration und Körperbewusstsein, bzw. Koordination.
Terroirs et Talents 2013: Champagne Coessens
Jérôme Coessens ist einer der Aubevantgardisten par excellence. Seit 2003 in Ville-sur-Arce am Werk, gehört er zu den Einzellagenvinifikateuren, die zudem nur mit einer einzigen Rebsorte arbeiten, bei ihm ist es naheligenderweise Pinot Noir. Bei solchen Winzern lohnt sich das Opfer an Zahnschmelz, das man notgedrungen bei jeder Vin Clair Verkostung bringen muss, meistens ganz besonders, weil man besonders umfassende Einblicke in die Kinderstube kommender Champagner gewinnen kann – anders als bei Häusern, deren Cuvées aus hunderten von Grundweinen zusammengestellt werden.
1. Blanc de Noirs 2012 – der Grundwein war rauchig, flintig und arg schwermütig. Auf mich wirkte er wie ein müder Riese.
Terroirs et Talents 2013: Champagne Maxime Blin
Wie jedes Jahr habe ich die Blin-Champagner nach denen von Aspasie probiert, weil das geschmacklich wie räumlich ein Bogen ist, den man auf einer Verkostungstour gut nachvollziehen kann. Jahrgangsmäßig blieb es beim bekannten 2002er, die jahrgangslosen Champagner zeigten sich konsistent. Der Brut Carte Blanche (80PM 20PN) ist stets einfach bis derbe und nicht besonders säurehaltig, dafür aber auch nicht fad. Der Brut Grande Tradition (90CH 10PN) glänzte mit Zitronenmelisse, Verbene und Bergamotte, bei hoher, publikumsnaher Süße. Wenn ich bedenke, dass die Mehrheit der Champagnerkunden mit undosiertem Champagner nicht viel anfangen kann und höhere Dosagewerte gewöhnt ist, kann ich den Grande Tradition guten Gewissens empfehlen, da er vor allem nicht langweilig wirkt. Ausnehmend schön und best buy unter den Champagnern von Maxime Blin ist mal wieder der 2002er aus 100PN gewesen. Schön gereift, mit Honignoten und reichlich Dichte, die sich auf der Zunge entfaltet und Saftigkeit in die Mundhöhle entlässt. Undurchgeistigt, aber nicht plump oder dumm, nur gegen Ende etwas ausgedünnt und wässrig. Zum Schluss gabs die Cuvée Authentique, ein Rosé de Saignée im Gegensatz zum sonst gepflegten Assemblagerosé. Der ausgeblutete Champagner aus 100PN präsentierte sich schnittig, mit wendiger Säure und liebvoll-zartem, ja neckischem Biss. Gesunde Pinotfrucht und ein straffer Leib bereiten hier im Gegensatz zum Assemblagerosé schon solo sehr viel Freude, vor allem sind die Akzente behutsamer gesetzt, was den Wein um Spektren bereichert und ihm dennoch seine Würde belässt.
Soirée Dégustation des Grandes Cuvées 2013
Champagne Mercier, ein Haus der LVMH-Gruppe, das in Deutschland praktisch nicht vertreten ist, war diesjähriger Gastgeber des Verkostungsabends "Soirée des Grandes Cuvées"; organisiert wurde der Abend nun schon zum vierten Mal von den Schülern des Lycée Viticole de la Champagne, die auch den Guide Veron herausbringen. Im Salle du Centenaire des Pavillon Mercier, ziemlich am Ende der Avenue de Champagne in Epernay fand die Vorstellung der für diesen Abend ausgewählten Cuvées durch Vertreter oder Inhaber der verschiedenen Häuser statt.
Zu probieren gab es Prestigecuvées, die teils mehr, teils weniger oder auf Deutschland bezogen sogar überhaupt nicht im Rampenlicht stehen.


