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Das Champagnergipfeltreffen

Knalliger, harter Biowinzerchampagner von 0,3 ha Rebfläche dem Kalkuntergrund unter Lebensgefahr mit bloßer Hand entweder prähistorischen oder genetisch völlig verrückten Reben abgerungen, im selbstgebuddelten Keller ohne Dosagezucker entstanden und mit mindestens Mondgehölzausbau verfeinert, muss manchmal den Nobelkreszenzen und Hommageweinen der großen Erzeuger weichen, die bekanntlich fantastilliardenschwere Marketingbudgets dafür bereithalten, sich die ebenso seltenen wie scheuen High Net Worth Indivuduals gewogen und gefügig zu machen. Was die Großen dafür ins Glas bringen, wird vielfach kritisch beäugt, als gesichtslose Heuschreckenplörre, aufgeblasene Marketingsuppe, Snobbrause etc. getadelt bis verunglimpft. Trotzdem sind immer alle froh, wenn sie mal ein Gläschen – am liebsten umsonst – davon bekommen und sei es nur, weil sich dann kenntnisvoller drüber schimpfen lässt. Gemeckert wurde beim nun stattgehabten Repas au Champagne im Gourmet Bistro von Zurheide in Düsseldorf nicht – weil es nichts zu meckern gab.

Champagnerentspannung mit “happy end“

1. Gardet Selected Reserve
Drittelmix mit 25% Reserve aus dem Eichenfass und zusätzlich einjährigem Fassausbau
Hefig bis bierhefig, jung, unuhig, unausgewogen, noch keinerlei Spuren von Reife. Der bierhefige touch wie ich ihn zuletzt bei den Champagnern von Tribaut-Schloesser sehr unangenehm empfand, ist hoffentlich eine vorübergehende Erscheinung oder ein individueller Flaschenfehler gewesen. Werde ich demnächst verifizieren.

2. Bérèche Père et Fils Brut Rosé, dég. Sep. 2010
Von meinem letzten Besuch bei Bérèche habe ich diesen Rosé mitgebracht, den ich in meiner Hast und Gier schon bei zwei anderen Gelegenheiten verheizt habe. Belebend, spritzig, an der Zungenspitze blüht er richtig auf, umfasst die ganze Zunge und klingt dann etwas zu kurz nach hinten hin ab. Erdbeere, Baiser, Knisterzucker.

Die Frohe Champagnerbotschaft in anderen Medien

Rechtzeitig zum Fest und Jahreswechsel verlasse ich meinen angestammten "Arbeits"-Platz am Champagnerverkostungstisch und trage das Champagnerevangelium in andere Medien hinein. Beispielsweise diese:

 

TV:

In fernsehgerechter Kürze bei Planet Wissen im WDR, bzw. SWR und BR Alpha, Themensendung zum Champagner: zum Champagner Internetstream von Planet-Wissen.

 

Print:

Im Münchner Foodhunter, dem Exquisitmagazin für kulinarische Entdeckungen: zum Interview im Foodhunter.

 

Radio:

MDR INFO, Sendung vom 31. Dezember 2011, Silvester-Thema: "Immer mehr Deutsche trinken Champagner. Wie kommt's?" – Beitrag anhören: Champagner.

Hier geht's zur Mediathek des MDR.

 

Im realen Leben:

Einige Schaumweine dieser Welt

 

Wer zu den Festtagen partout keinen Champagner servieren kann, will oder sich, horribile dictu, daran sattgetrunken hat, öffnet einfach einen anderen Schäumer. Möglichkeiten gibt es viele, hier sind fünf teilweise etwas ausgefallene Vorschläge:

1. Weingut Im Zwölberich Pinot Noir Brut 2003

Spätburgunder-Rotsekt, Barriqueausbau. Sehr dunkel, optisch in der Nähe von sparkling Shiraz. In der Nase deutlich burgundische Noten und im Mund hat er was von gut gelungenem Frühburgunder, bei dem das Prickeln zunächst irritiert. Noch bevor ich mich dran gewöhnt hatte, war ich von dem Sekt schon satt. Vielesser können sich sowas gern im Sommer zur BBQ-/Cajun-Küche öffnen.

Die ‘großen’ Champagner: Grande … Dame, Année, Sendrée, Cuvée, … (Teil I)

Zu den Festtagen werden im ganzen Land wieder die im Supermarktregal gekochten Standardschäumer, der stets sehr gesuchte Champagner Bis(s)inger in seinen verschiedenen Spielarten aus dem Hause Vranken-Pommery, oder einer der notorischen Witwen-Klone zum Kartoffelsalat mit Würstln serviert, bzw. vorher oder nachher zur Einleitung des Fests feierlich vom Vati geöffnet, aber natürlich auch jede Menge schöne Winzersekte, Nobelcavas usf. aus der Sprudelecke des Weinkellers gekramt oder mit leuchtenden Augen aus dem Klimakühlschrank hervorgezogen. Einige ganz ganz Wenige werden die Festtage nutzen, ihren Lieben oder der Geliebten ganz besondere Schätze vorzusetzen. Die folgenden Notizen zu den derzeit marktgängigen Großcuvées mag als kleine Orientierungshilfe dienen. Naturgemäß sind nicht alle Champagner dabei. Ich habe mich auf die großen Häuser beschränkt und auch bei denen noch eine Auswahl getroffen. Ausgelassen habe ich nämlich der Einfachheit halber und weil es um große Champagner von großen Häusern geht alle, die nicht ein "Grand(e)" im Namen tragen.

Wein-Glossar




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